Schweizer Hypothekarzinsen steigen regional unterschiedlich
Während sie in der Westschweiz stärker anstiegen, blieben sie in der Deutschschweiz stabiler. Der Wettbewerb unter den Anbietern verschärft sich.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- In der französischsprachigen Schweiz erhöhten sich die Hypothekarzinsen um 10 bis 13 Basispunkte. Gleichzeitig stiegen sie in der deutschsprachigen Schweiz lediglich um 5 bis 7 Basispunkte.
- Der Wettbewerb unter den Hypothekaranbietern hat sich verschärft.
- Die Kreditgeber haben ihre mittlere Marge um fünf Basispunkte reduziert.
- Das Hypothekargeschäft ist insgesamt rückläufig.
- Für 2027 werden höhere Zinssätze erwartet.
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 11:01
- Rubrik
- Immobilien
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- Neutralregionale Unterschiede bei Hypothekarzinsen
Ausgangslage
Die Hypothekarzinsen in der Schweiz haben sich im dritten Quartal 2026 unterschiedlich entwickelt. In der Westschweiz stiegen die Hypothekarzinsen um 10 bis 13 Basispunkte. In der Deutschschweiz erhöhten sie sich nur um 5 bis 7 Basispunkte. Diese Entwicklung zeigt, dass der Wettbewerb unter den Hypothekaranbietern zunimmt.
Dies liegt daran, dass die Kreditgeber unterschiedlich auf die steigenden Refinanzierungskosten reagiert haben. Einige Banken haben ihre Margen reduziert, um wettbewerbsfähig zu bleiben, während andere ihre Preise angepasst haben.
Regionale Unterschiede
In der Zentralschweiz und in Zürich waren die Konditionen besonders günstig, während in Genf, der Waadt und Neuenburg höhere Zinsen verzeichnet wurden. Am höchsten war das Zinsniveau im Wallis, was jedoch auch auf die Finanzierung von Zweitwohnungen in Tourismusgebieten zurückzuführen ist.
In Regionen mit einer hohen Nachfrage, wie Zürich und der Zentralschweiz, sind die Zinsen tendenziell niedriger. In anderen Regionen, wie dem Wallis und dem Tessin, sind die Zinsen höher, was auf eine geringere Konkurrenz unter den Anbietern zurückzuführen ist.
Wettbewerb und Margen
Der Wettbewerb unter den Anbietern hat sich verschärft. Einige Banken versuchen, mit günstigeren Konditionen neue Kunden zu gewinnen, während andere sich bei der Kreditvergabe zurückhalten. Die Kreditgeber haben ihre mittlere Marge um fünf Basispunkte reduziert, um einen Teil der gestiegenen Refinanzierungskosten abzufedern.
Entwicklung der Hypothekarkredite
Trotz des zunehmenden Wettbewerbs ist das Hypothekargeschäft insgesamt rückläufig. Dies zeigt einen Rückgang von vier Prozent in der Anzahl und 6,4 Prozent im Volumen gegenüber dem Vorjahresquartal.
Der Rückgang des Hypothekargeschäfts ist nicht nur auf die steigenden Zinsen zurückzuführen, sondern auch auf die zurückhaltendere Haltung der Kreditgeber bei der Finanzierung von Renditeobjekten. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Banken ihre Kreditvergabe strenger kontrollieren, um Risiken zu minimieren.
Einordnung für die Schweiz
Die unterschiedlichen Zinsentwicklungen in den Regionen zeigen, dass die Wettbewerbsintensität und die Nachfrage nach Hypotheken einen grossen Einfluss auf die Zinsen haben. Die Reduktion der Margen durch die Kreditgeber deutet darauf hin, dass sie versuchen, die gestiegenen Refinanzierungskosten abzufedern.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Unternehmen, die in Immobilien investieren, bedeutet dies, dass sie die regionalen Unterschiede bei den Hypothekarzinsen genau beobachten sollten. Die Wahl zwischen Festhypotheken und geldmarktbasierten Finanzierungen kann sich je nach Marktlage lohnen.
Chancen und Risiken
Die aktuellen Entwicklungen bei den Hypothekarzinsen bieten sowohl Chancen als auch Risiken. Für Kreditnehmer, die flexible Finanzierungsoptionen suchen, könnten geldmarktbasierte Hypotheken wie SARON-Hypotheken attraktiv sein. Diese bieten aktuell niedrigere Zinsen als Festhypotheken, was zu erheblichen Einsparungen führen kann.
Allerdings bergen geldmarktbasierte Hypotheken auch Risiken. Da die Zinsen an den Geldmarkt gekoppelt sind, können sie schneller steigen als bei Festhypotheken. Dies könnte zu höheren Zinskosten führen, falls die Zinsen in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
Offene Fragen und Handlungsempfehlungen
Für Entscheider in Unternehmen und privaten Kreditnehmern stellen sich mehrere Fragen. Wie werden sich die Zinsen in den nächsten Quartalen entwickeln? Lohnt es sich, auf Festhypotheken umzusteigen, oder sind geldmarktbasierte Hypotheken die bessere Wahl?
Es ist ratsam, die aktuellen Entwicklungen genau zu beobachten und gegebenenfalls eine Beratung durch einen Hypothekarvermittler in Anspruch zu nehmen. Eine sorgfältige Analyse der eigenen Finanzsituation und der Marktentwicklung kann helfen, die besten Entscheidungen zu treffen.
Ausblick
Der Hypothekarvermittler Resolve geht davon aus, dass der SNB-Leitzins im nächsten Jahr auf etwa 0,75 Prozent steigen wird. Die durchschnittlichen Zinssätze für zehnjährige Festhypotheken könnten zwischen 1,95 und 2,10 Prozent liegen, während der SARON-Kundenzins auf etwa 1,75 Prozent steigen könnte.
Einordnung
Die unterschiedlichen Zinsentwicklungen in den Regionen zeigen, dass die Wettbewerbsintensität und die Nachfrage nach Hypotheken einen grossen Einfluss auf die Zinsen haben. Die Reduktion der Margen durch die Kreditgeber deutet darauf hin, dass sie versuchen, die gestiegenen Refinanzierungskosten abzufedern.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie die regionalen Unterschiede bei den Hypothekarzinsen genau beobachten sollten. Die Wahl zwischen Festhypotheken und geldmarktbasierten Finanzierungen kann sich je nach Marktlage lohnen.
Zahlen
- Zinsanstieg Westschweiz
- 10 bis 13 Basispunkte
- Zinsanstieg Deutschschweiz
- 5 bis 7 Basispunkte
- Mittlere Marge
- 1,00 Prozent
- Neues Hypothekarkreditvolumen
- 19,77 Milliarden Franken
- Rückgang des Kreditvolumens bei Renditeobjekten
- 12,1 Prozent
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