Rekordzahl an Auszubildenden in der Bestattungsbranche
Die Zahl der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Gleichzeitig steigen die Kosten für Bestattungen kontinuierlich an.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Zahl der Auszubildenden zur Bestattungsfachkraft hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt.
- Die Bevölkerung in Deutschland hat einen wachsenden Anteil älterer Menschen. Dadurch steigt die Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen.
- Die Branche bietet Wachstumschancen, erfordert aber auch Anpassungen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- tagesschau – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 26.10.2026, 14:34
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Fachkräftemangel, Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NeutralWachstum in einer Nischebranche
Ausgangslage
Die Bestattungsbranche verzeichnet einen deutlichen Anstieg der Auszubildenden. Zum Ende des Jahres 2025 befanden sich 900 Menschen in einer dualen Ausbildung zur Bestattungsfachkraft, was einen Rekordwert darstellte. Vor zehn Jahren lag die Zahl noch bei 430 Auszubildenden.
Rund 32.000 Personen waren 2024 in den etwa 4.200 Unternehmen des Bestattungshandwerks tätig. Der Prozentsatz der Personen mit geringem Lohn liegt bei rund 42 Prozent und ist damit deutlich höher als in der gesamten Handwerksbranche.
Die steigende Zahl der Auszubildenden spiegelt die wachsende Attraktivität der Bestattungsbranche wider. Gleichzeitig zeigt die hohe Zahl der geringfügig entlohnten Beschäftigten, dass die Arbeitsbedingungen in der Branche verbessert werden müssen.
Hintergrund
Die Alterung der Bevölkerung führt zu einer steigenden Zahl der Sterbefälle. 2025 starben in Deutschland rund eine Million Menschen, neun Prozent mehr als zehn Jahre zuvor. Diese Entwicklung treibt die Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen und Fachkräften in der Branche.
Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft wird zunehmend von Frauen gewählt. 2025 waren 61 Prozent der Auszubildenden Frauen, während der Männeranteil bei 39 Prozent lag. Vor zehn Jahren lag der Frauenanteil noch bei 46 Prozent.
Die Preise für Särge, Urnen und andere Begräbnisartikel sind im Jahr 2025 deutlich gestiegen. Dies hat Auswirkungen auf die Verbraucherinnen und Verbraucher, die für Bestattungen mehr ausgeben müssen.
Im Jahr 2025 haben diese gut 506 Millionen Euro für sogenannte Sozialbestattungen ausgegeben, 16 Prozent weniger als zehn Jahre zuvor. Dies zeigt, dass die Kosten für Bestattungen auch für die öffentlichen Haushalte eine Herausforderung darstellen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Unternehmen in der Bestattungsbranche bedeutet der Anstieg der Auszubildenden eine Chance zur Fachkräftesicherung. Gleichzeitig steigen die Kosten für Bestattungen, was die Preispolitik der Unternehmen beeinflusst.
Die steigende Nachfrage nach Bestattungsdienstleistungen bietet Wachstumschancen, erfordert aber auch eine Anpassung der Kapazitäten und der Personalplanung. Unternehmen müssen sich auf die demografische Entwicklung einstellen und ihre Angebote entsprechend ausrichten.
Ausblick
Die Bestattungsbranche wird weiterhin von der demografischen Entwicklung profitieren. Der Anstieg der Auszubildenden deutet darauf hin, dass die Branche attraktiv für junge Menschen bleibt. Gleichzeitig müssen sich Unternehmen auf steigende Kosten und eine zunehmende Nachfrage einstellen.
Die Entwicklung neuer Bestattungsformen und die Anpassung der Preispolitik werden wichtige Themen für die Branche bleiben. Unternehmen, die sich auf diese Veränderungen einstellen, werden langfristig erfolgreich sein.
Einordnung
Die Bestattungsbranche ist ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft, der von der demografischen Entwicklung profitiert. Die steigende Nachfrage nach Fachkräften und Dienstleistungen bietet Chancen für Unternehmen, erfordert aber auch Anpassungen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU in der Bestattungsbranche bedeutet die Entwicklung eine Chance zur Fachkräftesicherung und zur Erweiterung der Kapazitäten. Gleichzeitig müssen sie sich auf steigende Kosten und eine zunehmende Nachfrage einstellen.
Zahlen
- Auszubildende 2025
- 900
- Auszubildende 2015
- 430
- Sterbefälle 2015
- 925.000
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Wachsende Branche: So viele Bestatter-Azubis wie nie



