KI-Boom bleibt auf Grosskonzerne beschränkt
Die Künstliche Intelligenz (KI) verzeichnete zwar massive Investitionen, doch die wirtschaftlichen Vorteile beschränken sich auf wenige Grosskonzerne. Das zeigt eine Analyse des Chefökonomen von Apollo Global Management.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- KI-Investitionen zeigen sich bisher nur bei Grosskonzernen.
- Umsätze und Gewinnmargen der „Magnificent 7“ liegen deutlich über denen anderer Unternehmen.
- KMU sehen KI eher als Kostenfaktor.
- Historische Beispiele zeigen, dass technologische Durchbrüche oft erst nach anfänglichen Schwierigkeiten ihren Nutzen entfalten.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Trending Topics
- Veröffentlicht
- 26.10.2026, 08:00
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Künstliche Intelligenz, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NeutralKI-Effekte auf Wirtschaft
Ausgangslage
Torsten Slok, Chefökonom von Apollo Global Management, stellt in seiner neuesten Analyse fest, dass die Investitionen in KI sich bisher kaum in der breiteren Wirtschaft niederschlagen. Slok argumentiert, dass der wirtschaftliche Nutzen der KI vor allem bei den sieben grössten Tech-Unternehmen, den sogenannten „Magnificent 7“, sichtbar ist.
Die Investitionen in KI-Technologien fliessen derzeit massiv in Datenzentren, doch die wirtschaftlichen Vorteile bleiben bisher aus. Slok betont, dass die KI-Revolution noch in den Kinderschuhen steckt und dass es Zeit braucht, bis die Technologie breiter genutzt wird.
Hintergrund
Die Daten zeigen eine deutliche Kluft zwischen den „Magnificent 7“ und den übrigen 493 Unternehmen im S&P 500-Index. Während die Umsätze pro Mitarbeiter bei den „Magnificent 7“ auf rund 780 000 US-Dollar gestiegen sind, liegen sie bei den anderen Unternehmen bei etwa 527 000 US-Dollar. Auch die Gewinnmargen unterscheiden sich stark: Die „Magnificent 7“ erzielen fast 30 Prozent, während die anderen Unternehmen bei 9 bis 10 Prozent liegen.
Die Daten von Bloomberg und Macrobond zeigen, dass die Produktivität in der breiteren Wirtschaft stagniert. Die Gesamtfaktorproduktivität ist auf null gesunken und hat sogar negative Werte erreicht. Dies deutet darauf hin, dass die KI bisher nicht in der Lage ist, die Wirtschaft nachhaltig zu transformieren.
Einordnung für die Schweiz
Slok stellt in seiner neuesten Analyse fest, dass die Investitionen in KI sich bisher kaum in der breiteren Wirtschaft niederschlagen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Unternehmen sehen die KI derzeit eher als Kostenfaktor denn als Wachstumstreiber. Slok betont, dass KI zwar eine berechnende Fähigkeit habe, aber Geschäftserfolg auch auf Faktoren wie Urteilsvermögen, Vertrauen und Kultur beruhe, die KI nicht erfassen könne.
Chancen und Risiken
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und der Internationale Währungsfonds warnen vor den Risiken spekulativer Investitionen in KI. Slok verweist auf die Warnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und des Internationalen Währungsfonds, die auf die Gefahr einer Schuldenkrise aufgrund von Investitionen in Datenzentren hinweisen. Dies könnte zu finanziellen Problemen für Unternehmen führen, die in KI investieren.
Offene Fragen und Handlungsempfehlungen
Die Analyse von Slok wirft mehrere offene Fragen auf, die für Unternehmen relevant sind. Eine zentrale Frage ist, wie lange es dauern wird, bis die KI-Technologie breiter genutzt wird und wirtschaftliche Vorteile für die gesamte Wirtschaft bringt. Eine weitere Frage betrifft die langfristige Nachhaltigkeit der Investitionen in KI.
Für Entscheider in Unternehmen ist es wichtig, die aktuellen Entwicklungen in der KI-Technologie genau zu beobachten. Sie sollten prüfen, ob und wie ihre Unternehmen von den aktuellen KI-Innovationen profitieren können. Es könnte sich lohnen, abzuwarten, bis die Technologie reifer ist und breiter genutzt wird, bevor man grössere Investitionen tätigt. Gleichzeitig sollten Unternehmen die Risiken einer spekulativen Blase im KI-Sektor im Auge behalten.
Ausblick
Slok ist skeptisch, ob Unternehmen zunehmend günstige Intelligenz in höheren Revenue Growth und höheren Profit Margins umwandeln können. Er verweist auf historische Beispiele wie die Eisenbahn und das Internet, die erst nach anfänglichen Schwierigkeiten ihren vollen Nutzen entfalteten. Gleichzeitig warnt er vor den Risiken einer spekulativen Blase im KI-Sektor.
Einordnung
Die Analyse von Slok zeigt, dass die wirtschaftlichen Vorteile der KI derzeit auf wenige Grosskonzerne beschränkt sind. Dies könnte darauf hindeuten, dass die KI-Revolution noch in den Kinderschuhen steckt und dass es Zeit braucht, bis die Technologie breiter genutzt wird.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie möglicherweise noch nicht in vollem Masse von den KI-Innovationen profitieren. Es könnte sich lohnen, abzuwarten, bis die Technologie reifer ist und breiter genutzt wird, bevor man grössere Investitionen tätigt.
Zahlen
- Umsatz pro Mitarbeiter bei den „Magnificent 7“
- 780 000 US-Dollar
- Umsatz pro Mitarbeiter bei den anderen Unternehmen
- 527 000 US-Dollar
- Gewinnmargen der „Magnificent 7“
- 30 Prozent
- Gewinnmargen der anderen Unternehmen
- 9 bis 10 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
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Begriffe
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Technologie, die maschinelles Lernen und automatische Entscheidungsfindung ermöglicht.
- „Magnificent 7“
- Die sieben grössten Tech-Unternehmen, nämlich Alphabet, Amazon, Apple, Meta, Microsoft, Nvidia und Tesla.
- Gewinnmargen
- Der Anteil des Gewinns am Umsatz.
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