Unterschiede in der Geldanlage: Deutschschweizer investieren häufiger in Wertschriften und ETFs als Westschweizer
Eine Studie der Hochschule Luzern zeigt, dass 58 Prozent der Deutschschweizer Bevölkerung Wertschriften besitzen, in der Westschweiz sind es nur 37 Prozent. Die Unterschiede in der Nutzung von ETFs sind ebenfalls beträchtlich, wobei die Deutschschweizer stärker auf passive Produkte setzen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- 58 Prozent der Deutschschweizer besitzen Wertschriften, in der Westschweiz sind es 37 Prozent.
- Deutschschweizer setzen stärker auf Aktien-ETFs und passive Produkte.
- Westschweizer legen häufiger in aktiv gemanagte ETFs und andere Kategorien wie Rohstoff-, Immobilien- und Obligationen-ETFs.
- Finanzwissen ist in der Deutschschweiz höher als in der Westschweiz.
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 20.10.2026, 09:01
- Rubrik
- Finanzen
- Region
- Aargau, Appenzell AI, Appenzell AR, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Freiburg, Genf, Glarus, Graubünden, Jura, Luzern, Neuenburg, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Tessin, Uri, Waadt, Wallis, Zug, Zürich
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NeutralFinanzverhalten in der Schweiz
Ausgangslage
Die Hochschule Luzern hat in einer aktuellen Studie die Unterschiede in der Geldanlage zwischen der Deutschschweiz und der Westschweiz untersucht. Dabei zeigt sich, dass die Bevölkerung in der Deutschschweiz deutlich häufiger in Wertschriften investiert als die Westschweizer. Während 58 Prozent der Deutschschweizer Wertschriften besitzen, sind es in der Westschweiz nur 37 Prozent. Diese Differenz von 21 Prozentpunkten ist bemerkenswert.
Unterschiede bei ETFs
Die Unterschiede bei der Nutzung von ETFs sind ebenfalls gross. Laut der True-Wealth Studie «ETF Geldanlage Schweiz» setzen Deutschschweizer nicht nur häufiger auf Wertschriften, sondern auch stärker auf Aktien-ETFs. In der Deutschschweiz besitzen 55 Prozent der Bevölkerung Aktien in ihrem Portfolio, während in der Westschweiz dieser Anteil bei 39 Prozent liegt. Bei ETFs besitzen 33 Prozent der Deutschschweizer Indexfonds, in der Westschweiz nur 20 Prozent.
Die True-Wealth Studie zeigt zudem, dass die Deutschschweizer nicht nur häufiger in ETFs investieren, sondern auch grössere Beträge in diese Produkte stecken. Während in der Westschweiz fast drei Viertel der Befragten weniger als 25 Prozent ihres Vermögens in ETFs investieren, sind es in der Deutschschweiz nur 57 Prozent.
Passive vs. aktive ETFs
Ein weiterer interessanter Aspekt ist die unterschiedliche Nutzung von passiven und aktiven ETFs. In der Deutschschweiz setzen etwa die Hälfte der Bevölkerung auf passive Produkte, was nahezu doppelt so hoch ist wie in der Westschweiz. Hingegen investieren die Westschweizer deutlich häufiger in aktiv gemanagte ETFs, nämlich 23 Prozent im Vergleich zu 12 Prozent in der Deutschschweiz.
Finanzwissen
Die Studie zeigt auch Unterschiede im Finanzwissen der Bevölkerung. Nur 21,2 Prozent der Westschweizer konnten die Frage zum wesentlichen Vorteil von ETFs gegenüber aktiv verwalteten Anlagefonds richtig beantworten, während dies in der Deutschschweiz 36,6 Prozent schafften. Exakt die Hälfte der Westschweizer antwortete mit «Weiss nicht», während dies bei den Deutschschweizern 36 Prozent waren.
Einordnung für die Schweiz
Die Unterschiede in der Geldanlage zwischen der Deutschschweiz und der Westschweiz sind bemerkenswert. Sie lassen sich nur teilweise erklären und zeigen, dass es kulturelle und regionale Faktoren gibt, die das Anlageverhalten beeinflussen. Die Studie der Hochschule Luzern und die True-Wealth Studie bieten wertvolle Einblicke in diese Unterschiede und können helfen, gezielte Massnahmen zu ergreifen, um das Finanzwissen und die Anlagepraxis in der gesamten Schweiz zu verbessern.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Unternehmen im Finanzsektor, insbesondere für Banken und Vermögensverwalter, sind diese Unterschiede von grosser Bedeutung.
Ausblick
Unternehmen im Finanzsektor haben die Möglichkeit, durch gezielte Massnahmen und Angebote einen Beitrag zu leisten.
Einordnung
Die Unterschiede in der Geldanlage zwischen der Deutschschweiz und der Westschweiz sind ein bekanntes Phänomen, das als «Röschtigraben» bezeichnet wird. Diese Unterschiede lassen sich nur teilweise erklären und zeigen, dass es kulturelle und regionale Faktoren gibt, die das Anlageverhalten beeinflussen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU im Finanzsektor sind diese Unterschiede von grosser Bedeutung. Sie müssen ihre Angebote und Kommunikationsstrategien an die jeweiligen Bedürfnisse und das Wissen der Bevölkerung in den verschiedenen Regionen anpassen. Dies kann dazu beitragen, die Finanzkompetenz der Bevölkerung zu erhöhen und die Nutzung von Anlageprodukten zu fördern.
Zahlen
- Wertschriftenbesitz Deutschschweiz
- 58 Prozent
- Wertschriftenbesitz Westschweiz
- 37 Prozent
- Aktien im Portfolio Deutschschweiz
- 55 Prozent
- Aktien im Portfolio Westschweiz
- 39 Prozent
- ETF-Besitz Deutschschweiz
- 33 Prozent
- ETF-Besitz Westschweiz
- 20 Prozent
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