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Ardo schliesst Werk im Marchfeld: 240 Jobs in Gefahr und Lieferketten bedroht

Der belgische Tiefkühlriese Ardo stellt die Produktion im niederösterreichischen Marchfeld ein. Rund 190 fest angestellte Mitarbeiter sowie etwa 50 Leiharbeitskräfte verlieren ihren Arbeitsplatz, während die regionale Landwirtschaft unter den Folgen leidet.

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Ardo schliesst Werk im Marchfeld, 240 Jobs in Gefahr
  • Landwirte stehen ohne Abnehmer für Tiefkühlgemüse da
  • Gewerkschaft fordert besseren Sozialplan und Solidaritätsaufruf
  • Branchenweite Probleme durch hohe Kosten und Bürokratie
  • Warnsignal für die Schweizer Lebensmittelindustrie

Key Facts

Überblick
Quelle
BIZ24-Recherche
Recherchiert aus
oe24.at
Veröffentlicht
13.10.2026, 15:26
Rubrik
Wirtschaft
Schwerpunkte
Lieferketten & Beschaffung, Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
Einschätzung (KI)
NegativArbeitsplatzverluste in Österreich
  1. Ausgangslage

    Der belgische Tiefkühlriese Ardo wird sein Werk im niederösterreichischen Marchfeld im kommenden Jahr schliessen. Damit verlieren rund 190 fest angestellte Mitarbeiter sowie etwa 50 Leiharbeitskräfte ihren Arbeitsplatz. Die Gewerkschaft PRO-GE kritisiert die Entscheidung scharf und wirft dem Konzern vor, Profit über Arbeitsplätze und regionale Wertschöpfung zu stellen.

    Die Schliessung des Ardo-Werks ist Teil eines branchenweiten Strukturwandels. Der Konzern hat bereits angekündigt, die Maschinen abzubauen und den Standort komplett aufzugeben. Dies zeigt, wie ernst die Lage ist und dass es sich nicht um eine kurzfristige Massnahme handelt.

    Die Schliessung des Ardo-Werks ist ein schwerer Schlag für die Region. Viele der betroffenen Arbeitnehmer haben jahrelang im Unternehmen gearbeitet und sind nun mit der Suche nach einem neuen Job konfrontiert. Die Gewerkschaft PRO-GE betont, dass die Entscheidung von Ardo nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die gesamte Region trifft.

  2. Auswirkungen auf die Landwirtschaft

    Das Werk stellt Tiefkühlgemüse für Österreich her. Es ist der bedeutendste Lieferant. Die Schliessung hat bereits jetzt Auswirkungen auf die Landwirte. Rund 350 Betriebe in Niederösterreich haben keine Abnehmer mehr. Efko hat zwar Interesse an der Übernahme der Lieferungen bekundet, doch konkrete Vereinbarungen gibt es noch nicht. Für manche Höfe könnte das Aus existenzbedrohend werden.

    Die Landwirte im Marchfeld sind besonders hart getroffen, da sie sich auf die Lieferungen an Ardo eingestellt haben. Viele Betriebe haben ihre Anbauflächen und Erntemethoden speziell auf die Anforderungen des Tiefkühlwerks ausgerichtet. Die plötzliche Schliessung stellt sie vor enorme Herausforderungen.

  3. Sozialplan und politische Reaktionen

    Parallel zu den Verhandlungen über einen Sozialplan fordert die Gewerkschaft PRO-GE bessere Konditionen für die betroffenen Arbeitnehmer. Der bisherige Vorschlag von Ardo wird als völlig unzureichend bezeichnet. Der Betriebsrat hat einen Solidaritätsaufruf gestartet und Konsumenten werden aufgefordert, sich für den Erhalt des Werkes einzusetzen. Die Arbeiterkammer Niederösterreich unterstützt diese Forderungen und verlangt einen Sozialplan, der alle Härten abfedert.

    Die Gewerkschaft PRO-GE fordert bessere Konditionen für die betroffenen Arbeitnehmer. Der Betriebsrat hat einen Solidaritätsaufruf gestartet und Konsumenten werden aufgefordert, sich für den Erhalt des Werkes einzusetzen.

  4. Branchenweite Probleme

    Die Schliessung des Ardo-Werks ist nicht der einzige Fall in der Lebensmittelindustrie. Das Wifo konstatiert einen Strukturwandel, der auch andere Branchen wie Milch und Fleisch betrifft. Die Gründe dafür liegen zum Beispiel in hohen Energiepreisen, in den Lohnnebenkosten und in einer wachsenden Bürokratie. Katharina Kossdorff, die beim Fachverband Lebensmittelindustrie der WKO tätig ist, bezeichnet die aktuelle Situation als einen beunruhigenden Wendepunkt. Heuer schrumpft die Branche erstmals seit Aufzeichnungsbeginn.

    Die Lebensmittelindustrie in Österreich steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Neben Ardo kämpfen auch andere Hersteller mit sinkenden Exportmengen und Produktionsvolumina. Die Branche fordert daher gezielte Massnahmen zur Entlastung, um weitere Schliessungen zu verhindern.

  5. Einordnung für die Schweiz

    Auch in der Schweiz könnten ähnliche Entwicklungen zu Versorgungsengpässen führen, insbesondere in Branchen mit hohen Energie- und Lohnkosten.

  6. Einordnung

    Die Schliessung des Ardo-Werks ist ein Beispiel für die Herausforderungen, denen die Lebensmittelindustrie gegenübersteht. Hohe Kosten und Bürokratie belasten die Branche zunehmend.

Zahlen

Beschäftigte
240
Produktionsrückgang Lebensmittelindustrie
5,4 Prozent
Exportrückgang Lebensmittelindustrie
5,2 Prozent

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