Geopolitische Spannungen verkomplizieren Kaffee-Lieferketten der Schweiz
Schweizer Kaffeehändler suchen nach alternativen Lieferwegen. Kriege und Krisen weltweit führen zu längeren Transportzeiten und höheren Kosten. Die Branche muss sich auf mehr Flexibilität einstellen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Sperrung der Strasse von Hormus verlängert die Transportzeit für Kaffeebohnen um 20 Tage.
- Schweizer Kaffeehändler müssen ihre Lieferketten auf Resilienz und Anpassungsfähigkeit ausrichten.
- Grössere Lagerbestände erhöhen die Finanzierungs- und Versicherungskosten.
- Die Preise für Rohkaffee bleiben hoch trotz eines prognostizierten Marktüberschusses.
- Die Branche muss sich auf weitere geopolitische Spannungen einstellen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 02.11.2026, 05:53
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Lieferketten & Beschaffung, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- NegativLieferkettenprobleme für KMU
Ausgangslage
Die Schweizer Kaffeebranche steht vor grossen Herausforderungen. Geopolitische Spannungen, insbesondere die Sperrung der Strasse von Hormus, zwingen die Unternehmen, ihre Lieferketten umzustrukturieren. Kaffeebohnen aus Vietnam müssen nun den längeren Weg um das Kap der Guten Hoffnung nehmen, was die Transportzeit um 20 Tage verlängert.
Die Kaffeehändler müssen sich auf unvorhersehbare Entwicklungen einstellen. Die Just-in-time-Strategie, die bisher effizient war, wird zunehmend durch Resilienz und Anpassungsfähigkeit ersetzt. Dies bedeutet, dass die Unternehmen grössere Bohnenbestände auf Lager halten müssen, was zu höheren Finanzierungs- und Versicherungskosten führt.
Die Kaffeehändler müssen sich auf unvorhersehbare Entwicklungen einstellen, insbesondere auf geopolitische Spannungen. Die Branche muss daher umfassende Risikomanagementstrategien entwickeln, um auf solche Ereignisse vorbereitet zu sein.
Die Unternehmen müssen daher sicherstellen, dass ihre Lieferketten nicht nur robust, sondern auch qualitativ hochwertig bleiben.
Hintergrund
Die Schweiz ist ein zentraler Knotenpunkt für den internationalen Kaffeehandel. Zu den Mitgliedern des Schweizer Kaffeehändlerverbands gehören unter anderem Nestlé und Starbucks, die gemeinsam mit anderen Mitgliedern mehr als die Hälfte des weltweiten Kaffeevolumens handeln. Die aktuellen Krisen erfordern jedoch neue Strategien. Die Reedereien haben aufgrund der Sperrung der Strasse von Hormus Treibstoffzuschläge erhoben und alternative Routen gewählt.
Die Kaffeeröstereien in Europa und Nordamerika sind besonders betroffen. Sie müssen sich auf längere Lieferzeiten und höhere Kosten einstellen. Die Internationale Kaffeeorganisation prognostiziert zwar einen Marktüberschuss für 2025/2026, doch die Preise bleiben aufgrund der anhaltenden Lieferengpässe hoch.
Die Kaffeehändler müssen sich auf die aktuellen Krisen konzentrieren. Die Unternehmen müssen ihre Strategien entsprechend anpassen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.
Einordnung für die Schweiz
Die Schweiz ist stark vom internationalen Kaffeehandel abhängig. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie verwundbar die Lieferketten sind. Die Branche muss sich auf weitere Ungewissheiten einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Die höheren Kosten und längeren Lieferzeiten könnten sich auf die Preise für die Konsumentinnen und Konsumenten auswirken.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Unternehmen müssen ihre Lieferketten überprüfen und flexibler gestalten.
Die Unternehmen müssen auch ihre Finanzierungs- und Versicherungsstrategien anpassen. Langfristig könnte die Branche von einer stärkeren Diversifizierung der Lieferquellen profitieren, um weniger abhängig von einzelnen Routen zu sein.
Ausblick
Die aktuellen Krisen stellen die Kaffeebranche vor Herausforderungen. Dies könnte zu höheren Preisen für die Konsumentinnen und Konsumenten führen, aber auch zu stabileren Lieferketten.
Die Branche muss sich weiterhin auf unvorhersehbare Entwicklungen einstellen.
Einordnung
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie verwundbar globale Lieferketten sind. Die Kaffeebranche muss sich auf weitere Ungewissheiten einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU in der Kaffeebranche bedeutet dies, dass sie ihre Lieferketten überprüfen und flexibler gestalten müssen. Grössere Lagerbestände können helfen, Engpässe zu vermeiden, erfordern jedoch mehr Kapital und erhöhen die Kosten.
Zahlen
- Transportzeitverlängerung
- 20 Tage
- Umsatzwachstum durch Preiserhöhungen bei Nestlé
- 4.7 Prozent
Wissen zur Meldung
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Originaltitel: Längere Lieferwege für Kaffee – Geopolitik macht Schweizer Kaffeebranche zu schaffen



