Ukraine: Wirtschaftswachstum bricht ein, Russland finanziert Krieg weiter
Die wirtschaftlichen Aussichten der Ukraine verdüstern sich laut einer aktuellen Prognose des Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche. Die Ukraine steht vor einem fünften Kriegswinter, während Russland trotz Sanktionen den Krieg finanzieren kann.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Ukraine erwartet für 2026 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent.
- Die Wachstumsprognose für 2027 wurde auf 2,1 Prozent revidiert.
- Russische Angriffe haben kritische Infrastruktur und Exporte der Ukraine beschädigt.
- Russland kann den Krieg weiter finanzieren, trotz Sanktionen und Treibstoffkrise.
- Die Schweizer Wirtschaft könnte durch die Entwicklungen in der Ukraine und Russland beeinflusst werden.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Moneycab
- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 10:38
- Rubrik
- Politik
- Schwerpunkte
- Export & neue Märkte, Lieferketten & Beschaffung
- Einschätzung (KI)
- NegativWirtschaftliche Aussichten verschlechtern sich
Aktuelle Lage
Die Lage der Wirtschaft im Staat sei «in einer ausweglosen Situation», lauteten die Aussagen der Fachleute.
Das Institut senkte seine Wachstumsprognose für die Ukraine auf 0,6 Prozent für das laufende Jahr. Dies ist ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte im Vergleich zur vorherigen Prognose von Juli.
Die Senkung der Wachstumsprognose auf 0,6 Prozent für das laufende Jahr unterstreicht die dringende Notwendigkeit internationaler Unterstützung, um die wirtschaftlichen Folgen des Krieges abzumildern.
Herausforderungen für die Ukraine
Die Ukraine steht vor einem fünften Kriegswinter, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich verschärft. Russische Luftangriffe haben kritische Infrastruktur, wie Energieanlagen und Verladeeinrichtungen am Schwarzen Meer, zerstört. Die Exporte von Getreide sind im August um 70 Prozent gesunken. Das war im Vergleich zum Monat davor.
Auch die Stahlindustrie leidet unter den Angriffen. Zudem bremst die starke Teuerung und hohe Zinsen die Wirtschaft zusätzlich aus.
Dies führt zu erheblichen Engpässen in der Produktion und im Handel, was die wirtschaftliche Erholung zusätzlich erschwert.
Russlands wirtschaftliche Lage
Russland kämpft ebenfalls mit den Folgen des Krieges. Die russische Wirtschaft soll 2026 um 0,6 Prozent wachsen und 2027 um 1,3 Prozent. Trotz westlicher Sanktionen kann Russland den Krieg weiter finanzieren, so die Experten.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien lösen eine Treibstoffkrise aus. Diese Krise treibt die Inflation weiter an. Moskau verhängte ein Exportverbot für Treibstoffe, wodurch das Land weniger stark von hohen Weltmarktpreisen profitiert.
Die russische Regierung hat gezeigt, dass sie in der Lage ist, sich bei inländischen Banken zu refinanzieren, was die Fortsetzung des Krieges ermöglicht.
Einordnung für die Schweiz
Die wirtschaftlichen Entwicklungen in der Ukraine und Russland haben auch Auswirkungen auf die Schweiz. Die Schweiz ist stark in den internationalen Handel eingebunden, und Konflikte in wichtigen Märkten können sich auf die Exporte auswirken.
Betroffene Branchen und Berufe
Die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine betreffen insbesondere die Landwirtschaft und die Stahlindustrie. Die Getreideexporte sind stark zurückgegangen, was die Lebensmittelversorgung und die Einnahmen aus dem Export beeinträchtigt.
Die Stahlindustrie ist ebenfalls ein zentraler Sektor, und die Zerstörung von Produktionsstätten und Infrastruktur schränkt die Kapazitäten ein.
Offene Fragen und nächste Schritte
Die Zukunft der ukrainischen Wirtschaft hängt stark von der internationalen Unterstützung ab. Es bleibt ungewiss, ob die Ukraine ausreichend finanzielle und militärische Hilfe erhalten wird, um die wirtschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen.
Dies erfordert langfristige Strategien und nachhaltige Investitionen.
Bedeutung für KMU
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich auf mögliche Lieferkettenunterbrechungen und erhöhte Unsicherheiten in den internationalen Märkten einstellen müssen. Besonders Unternehmen, die in den Exportsektor tätig sind, sollten ihre Risikomanagementstrategien überprüfen und anpassen.
Dies umfasst die Diversifizierung von Lieferketten und die Stärkung der lokalen Produktion, um Risiken zu minimieren.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich auf mögliche Lieferkettenunterbrechungen und erhöhte Unsicherheiten in den internationalen Märkten einstellen müssen.
Zahlen
- Ukraine-Wachstum 2026
- 0,6 Prozent
- Ukraine-Wachstum 2027
- 2,1 Prozent
- Russland-Wachstum 2026
- 0,6 Prozent
- Russland-Wachstum 2027
- 1,3 Prozent
- Getreideexporte Ukraine August
- minus 70 Prozent
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Originaltitel: Wirtschaftsprognose: Ukraine ‚mit dem Rücken zur Wand‘



