KI-Skalierung in Schweizer Unternehmen: Hürden und Lösungsansätze
Schweizer Firmen stehen vor grossen Herausforderungen, wenn sie KI-Projekte von Pilotphasen in den Produktivbetrieb überführen wollen. Eine aktuelle Studie zeigt, welche Faktoren den Erfolg beeinflussen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Fachkräftemangel als grösste Hürde bei der KI-Skalierung
- Datenschutz und Compliance stellen hohe Anforderungen
- Hohe Implementierungs- und Betriebskosten belasten das Budget
- Datenqualität und Silostrukturen behindern die Integration
- Change Management und transparente Kommunikation sind entscheidend
Key Facts
Überblick- Quelle
- Netzwoche
- Veröffentlicht
- 18.10.2026, 11:00
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Fachkräftemangel, Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NeutralKI-Skalierung in Schweizer Firmen
Herausforderungen der Skalierung
Künstliche Intelligenz hat in vielen Schweizer Firmen die Testphase verlassen. Die Unternehmen nutzen sie nun aktiv. Sie experimentieren nicht mehr nur. Doch der Schritt zur vollwertigen Integration in betriebliche Prozesse gestaltet sich oft schwierig. Eine aktuelle Studie identifiziert mehrere zentrale Hürden, die diesen Übergang erschweren.
Fachkräftemangel als Hauptproblem
Fast 60 Prozent der befragten Unternehmen sehen den Mangel an spezialisierten Fachkräften als grösste Herausforderung. Gesucht werden nicht nur klassische Softwareentwickler, sondern auch Data Scientists, Machine Learning Engineers und Experten für KI-Governance. Der Schweizer Arbeitsmarkt kann diesen Bedarf kaum decken.
Viele Unternehmen greifen daher auf externe ICT-Dienstleister zurück, um die Lücken zu schliessen. Diese Strategie hilft, Skalierungsengpässe abzufedern und die Implementierung von KI-Lösungen zu beschleunigen.
Die Suche nach spezialisierten Fachkräften ist besonders schwierig, da der Schweizer Arbeitsmarkt in diesem Segment stark umkämpft ist.
Datenschutz und Compliance
Datenschutz und regulatorische Anforderungen stellen die zweitgrösste Hürde dar. 47 Prozent der ICT-Verantwortlichen sehen hier Handlungsbedarf. Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) und der EU AI Act stellen hohe Anforderungen an Transparenz, Profiling und Datensicherheit.
Unternehmen müssen sich sowohl mit nationalen als auch mit europäischen Vorschriften auseinandersetzen. Dies erfordert eine sorgfältige Planung und Anpassung der bestehenden Systeme.
Kosten und Datenqualität
43 Prozent der Befragten nennen hohe Implementierungs- und Betriebskosten als weitere Herausforderung. Während Testprojekte oft kostengünstig sind, können die Ausgaben im Dauerbetrieb schnell steigen. Lizenzgebühren und Cloud-Ressourcen summieren sich und belasten das Budget.
Ein weiteres Problem ist die Datenqualität. Silostrukturen und mangelnde Datenqualität behindern die zuverlässige Integration von KI in unternehmensweite Workflows. Künstliche Intelligenz hat nur die Belastbarkeit, die ihre zugrunde liegende Datenbasis ermöglicht. Silostrukturen sowie unzureichende Datenqualität verhindern eine verlässliche Integration in firmeneigene Workflows.
Unternehmenskultur und Change Management
Die Skalierung von KI scheitert oft am Menschen. Mitarbeitende haben manchmal Angst vor Arbeitsplatzverlusten oder Vorbehalte gegenüber automatisierten Entscheidungen. Change Management und transparente Kommunikation sind daher ebenso wichtig wie technische Spezifikationen.
Unternehmen müssen ihre Mitarbeitenden frühzeitig einbinden und ihnen die Vorteile von KI aufzeigen. Nur so lässt sich die Akzeptanz für neue Technologien erhöhen.
Strategische Ausrichtung
Die Studie zeigt, dass das Problem der KI-Skalierung nicht in der Technologie liegt. Die neuen Ergebnisse unserer Untersuchung beweisen: Die Schwierigkeit bei der KI-Vergrösserung liegt nicht in der Technik. Die Algorithmen funktionieren. Der Engpass entsteht durch die Wechselwirkung von Fachwissen, Regeltreue, Kostenkontrolle, Datenqualität und der Unternehmenskultur.
Schweizer ICT-Leiter, welche künstliche Intelligenz vom Hype in konkrete Wertschöpfung umwandeln möchten, sollten die Funktion des blossen Technologieanbieters aufgeben und Steuerung, Unternehmensarchitektur sowie Mittel gezielt aufeinander abstimmen. Governance, Enterprise-Architektur und Ressourcen müssen aufeinander abgestimmt werden, um KI erfolgreich in den Produktivbetrieb zu überführen.
Einordnung
Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Treiber der digitalen Transformation. Die Skalierung von KI-Projekten ist jedoch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Unternehmen müssen nicht nur technische, sondern auch organisatorische und kulturelle Aspekte berücksichtigen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich frühzeitig mit den Anforderungen an KI-Projekte auseinandersetzen müssen. Externe Dienstleister können helfen, Fachkräftemangel und hohe Kosten abzufedern. Eine klare Strategie und eine transparente Kommunikation sind entscheidend für den Erfolg.
Zahlen
- Fachkräftemangel
- 60%
- Datenschutz und Compliance
- 47%
- Implementierungs- und Betriebskosten
- 43%
Wissen zur Meldung
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Originaltitel: Vom Pilotprojekt zum KI-Produktivbetrieb: Die Hürden der Skalierung



