Frühere Polarnacht-Spaltung könnte Europas Gasversorgung belasten
Die früheste je aufgezeichnete Spaltung des Polarnachtswirbels droht, genau in einer Zeit, in der Europas Gasspeicher unterdurchschnittlich gefüllt sind. Die Preise steigen bereits, und die Situation könnte sich verschärfen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die früheste je aufgezeichnete Spaltung des Polarnachtswirbels könnte bereits in der ersten Novemberwoche beginnen.
- Europas Gasspeicher sind derzeit nur zu 74,8 Prozent gefüllt, was unter dem Fünfjahresdurchschnitt liegt.
- Die Störung des Polarnachtswirbels könnte die Gaspreise in Europa weiter steigen lassen.
- Unternehmen sollten ihre Energieverträge überprüfen und nach Alternativen suchen, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern.
Key Facts
Überblick- Quelle
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- Veröffentlicht
- 01.11.2026, 14:16
- Rubrik
- Energie
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NegativEnergieversorgung in Europa
Ausgangslage
Wettermodelle prognostizieren die früheste je aufgezeichnete Spaltung des Polarnachtswirbels, die bereits in der ersten Novemberwoche beginnen könnte. Diese Entwicklung tritt in einer Phase auf, in der Europas Gasspeicher deutlich unter dem Durchschnitt liegen. Die Gasspeicher in der Europäischen Union sind derzeit nur zu 74,8 Prozent gefüllt, was fast 15 Prozentpunkte unter dem Fünfjahresdurchschnitt für das Datum liegt.
Die aktuellen Wettermodelle zeigen eine ungewöhnliche Entwicklung, die die früheste je aufgezeichnete Spaltung des Polarnachtswirbels vorhersagt. Diese Prognose basiert auf Ensemble-Läufen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), von denen 86 Prozent eine Umkehrung der Winde in der Stratosphäre bis zur zweiten Novemberwoche vorhersagen. Dies ist ein beispielloses Ereignis, da solche Umkehrungen normalerweise erst im Januar oder Februar auftreten.
Hintergrund
Der Polarnachtswirbel ist ein Band starker Westwinde in der Stratosphäre, das kalte Luft über dem Nordpol einschliesst. Wenn dieser Wirbel gestört wird, kann die kalte Luft nach Süden ausweichen. Die aktuelle Störung wird durch ein mächtiges Hochdruckgebiet zwischen Skandinavien und den Uralgebirgen verursacht, das Wellen in die Stratosphäre sendet und den Wirbel verlangsamt.
Was das für Unternehmen bedeutet
Dies könnte die Betriebskosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Unternehmen sollten ihre Energieverträge überprüfen und möglicherweise nach Alternativen suchen, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern.
Unternehmen sollten auch ihre Energieeffizienz überprüfen und Massnahmen ergreifen, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Dies könnte durch Investitionen in energieeffiziente Technologien oder durch die Implementierung von Energiemanagementsystemen geschehen. Langfristig könnten solche Massnahmen dazu beitragen, die Auswirkungen von Preisschwankungen abzumildern.
Ausblick
Die Auswirkungen der Polarnachtswirbel-Spaltung auf das Wetter am Boden werden voraussichtlich erst im Dezember spürbar. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Modelle noch nie eine so frühe Störung gesehen haben, was die Vorhersagen unsicher macht. Es gibt auch Beruhigung in Bezug auf die Versorgung, da Deutschland nun über eigene LNG-Terminals und Pipeline-Importe aus Norwegen verfügt.
Trotz der Unsicherheiten gibt es auch positive Entwicklungen. Deutschland hat seit 2022 eigene LNG-Terminals und kann zusätzlich Gas über Pipelines aus Norwegen importieren. Dies könnte dazu beitragen, die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Auswirkungen der aktuellen Situation abzumildern. Dennoch bleibt die Lage angespannt und erfordert eine sorgfältige Überwachung.
Einordnung
Die Spaltung des Polarnachtswirbels ist ein natürliches Phänomen, das fast jeden Winter auftritt, aber normalerweise später im Jahr. Die aktuelle Situation ist jedoch besorgniserregend, da sie mit ungewöhnlich niedrigen Gasspeichern in Europa zusammenfällt, was die Preise in die Höhe treiben könnte.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU könnte dies zu höheren Energiekosten führen, insbesondere für solche, die stark von Gas als Energiequelle abhängig sind. Dies könnte die Betriebskosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Unternehmen sollten ihre Energieverträge überprüfen und möglicherweise nach Alternativen suchen, um sich gegen Preisschwankungen abzusichern.
Zahlen
- Gasspeicher in der EU
- 74,8 Prozent gefüllt
- Fünfjahresdurchschnitt der Gasspeicher
- 90 Prozent
- Gaspreis in Europa
- €104 pro Megawattstunde
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Originaltitel: The Polar Vortex Is Breaking Early, and Europe’s Gas Storage Is Low


