Hessens Ministerpräsident kritisiert geplante Zuckersteuer als „Teuer-Steuer“
Der hessische Regierungschef Boris Rhein (CDU) bezeichnet die geplante Zuckersteuer als unnötige Belastung für Bürger und Unternehmen. Die Steuer soll ab Juli 2027 eingeführt werden und zwei Stufen umfassen.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Hessens Ministerpräsident Boris Rhein kritisiert Zuckersteuer als „Teuer-Steuer“.
- Steuer soll ab Juli 2027 in zwei Stufen eingeführt werden.
- Bundesregierung erwartet Einnahmen von 690 Millionen Euro im Jahr 2027.
- Widerstand gegen die Steuer aus verschiedenen Bundesländern.
Key Facts
Überblick- Quelle
- BIZ24-Recherche
- Recherchiert aus
- wta.flz.de
- Veröffentlicht
- 14.10.2026, 01:00
- Rubrik
- Politik
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- Negativbetrifft Schweizer Lebensmittelindustrie
Hintergrund
Der CDU-Politiker Boris Rhein, Ministerpräsident von Hessen, hat die geplante Zuckersteuer heftig kritisiert. In einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ bezeichnete er die Steuer als „Teuer-Steuer“. Rhein argumentierte, dass steigende Lebenshaltungskosten bereits eines der grössten Probleme in Deutschland seien. Eine zusätzliche Steuer auf zuckergesüsste Getränke halte er daher für ein falsches Signal.
Rhein betonte, dass es bei der Zuckersteuer nicht um die Förderung der Gesundheit gehe, sondern darum, Bürger für Haushaltslöcher des Bundes zur Kasse zu bitten. Zudem gefährde die Steuer Arbeitsplätze in der mittelständisch geprägten Getränkeindustrie.
Rhein betont, dass eine zusätzliche Steuer auf zuckergesüsste Getränke diese Situation weiter verschärfen würde.
Einigung in der Koalition
Die schwarz-rote Regierung einigte sich am Dienstag über die Form der Zuckersteuer. Die Regierung hat sich auf eine Formulierungshilfe geeinigt, die heute vom Kabinett beschlossen werden soll. Rhein nahm Stellung, noch bevor die Einigung in der Koalition öffentlich wurde.
Details der Zuckersteuer
Die Zuckersteuer soll ab dem 1. Juli 2027 erhoben werden. Der Kompromiss sieht eine zweistufige Steuer vor. Ab einem Zuckergehalt von 5 Gramm pro 100 Milliliter soll ein Steuersatz von 26 Cent gelten. Wenn der Zuckergehalt 8 Gramm pro 100 Milliliter beträgt, ist der Satz auf 32 Cent festgesetzt.
Finanzielle Auswirkungen
Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Steuer dem Bund 2027 rund 690 Millionen Euro einbringen wird. Im Jahr 2028 sollen es dann 925 Millionen Euro sein. Laut RND soll die Steuer nicht für Hersteller gelten, die weniger als eine Million Liter gezuckerte Getränke pro Jahr produzieren.
Ein weiterer Punkt ist die langfristige Wirkung der Steuer auf den Konsum von zuckergesüssten Getränken. Wenn die Steuer dazu führt, dass die Menschen weniger dieser Getränke kaufen, könnten die Einnahmen tatsächlich niedriger ausfallen als erwartet. Dies würde die finanzielle Planung der Bundesregierung erschweren und möglicherweise zu weiteren Anpassungen führen.
Widerstand gegen die Steuer
Gegen die Zuckersteuer gab es bis zuletzt erhebliche Widerstände. Vor wenigen Tagen hatten sich auch die neun Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union aus den Bundesländern in einem Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dagegen ausgesprochen. Die Ressortchefs kritisierten, dass eine Zuckersteuer auf staatliche Lenkung setze und den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise zusätzlich belaste.
Der Widerstand gegen die Zuckersteuer kommt nicht nur aus der Politik, sondern auch aus der Wirtschaft und der Bevölkerung. Viele Bürgerinnen und Bürger sehen die Steuer als unnötige Belastung an, insbesondere in einer Zeit, in der die Lebenshaltungskosten bereits hoch sind. Die Kritik aus den Bundesländern zeigt, dass es einen breiten Konsens gegen die Steuer gibt.
Die Agrar- und Verbraucherschutzminister der Union argumentieren, dass die Steuer auf staatliche Lenkung setze und den Kauf bestimmter Lebensmittel unnötigerweise zusätzlich belaste. Sie befürchten, dass die Steuer die Preise für zuckergesüsste Getränke erhöhen und damit die Verbraucherinnen und Verbraucher treffen wird. Dies könnte insbesondere einkommensschwache Haushalte hart treffen.
Einordnung
Die geplante Zuckersteuer ist Teil einer breiteren Diskussion über gesundheitsfördernde Massnahmen und finanzielle Belastungen für Bürger und Unternehmen. Während Befürworter die Steuer als Anreiz für gesündere Produkte sehen, kritisieren Gegner die zusätzliche finanzielle Belastung und die staatliche Eingriff in den Markt.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU könnte die Einführung einer ähnlichen Steuer in Deutschland Auswirkungen auf die Exportmärkte haben. Besonders Unternehmen in der Getränkeindustrie müssten sich auf mögliche zusätzliche Kosten und regulatorische Anforderungen einstellen.
Zahlen
- Steuersatz bei 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter
- 26 Cent
- Steuersatz bei 8 Gramm Zucker pro 100 Milliliter
- 32 Cent
- Einnahmen 2027
- 690 Millionen Euro
- Einnahmen 2028
- 925 Millionen Euro
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
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Begriffe
- Zuckersteuer
- Eine Steuer auf zuckergesüsste Getränke, die den Zuckergehalt senken und Einnahmen generieren soll.
- Formulierungshilfe
- Ein Entwurf für Regierungsfraktionen, der als Grundlage für Gesetzesvorhaben dient.
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