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Fr., 6. Nov. 2026

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Rechenzentren: Transparenz über Ressourcenverbrauch bleibt oft unklar

Viele Betreiber von Rechenzentren veröffentlichen ihren Strom- und Wasserverbrauch nicht, obwohl sie gesetzlich dazu verpflichtet sind. Eine Untersuchung des SWR zeigt, dass mehr als die Hälfte der grössten Anbieter in Deutschland diese Pflicht mutmasslich nicht erfüllt.

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Bild: tagesschau – Wirtschaft

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Mehr als die Hälfte der grössten Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland veröffentlichen mutmasslich ihren Ressourcenverbrauch nicht.
  • Equinix, NTT und CloudHQ verweigern die Auskunft unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse.
  • Das Energieeffizienzgesetz sieht keine Ausnahme für Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse vor.
  • Das Bundeswirtschaftsministerium hält Kontrollen für nicht erforderlich, obwohl Experten dies kritisieren.
  • Nur knapp jedes vierte der 100 grössten Rechenzentren ist im Nationalen Rechenzentrumsregister verzeichnet.

Für die Schweiz Einschätzung der KI

  • +Schweizer Rechenzentrumsbetreiber könnten von strengeren Transparenzvorschriften lernen.
  • −Mangelnde Transparenz erschwert die Bewertung der Nachhaltigkeit von Rechenzentren.

Key Facts

Überblick
Quelle
tagesschau – Wirtschaft
Veröffentlicht
06.11.2026, 06:04
Rubrik
Energie
Schwerpunkte
Energiekosten & -versorgung, Digitalisierung & Verwaltung
Einschätzung (KI)
NegativWasserverbrauch und KI
  1. Ausgangslage

    Rechenzentren sind essenziell für die digitale Infrastruktur, doch ihr enormer Verbrauch an Strom und Wasser bleibt oft im Dunkeln. Eine aktuelle Untersuchung des SWR Data Lab zeigt, dass mehr als die Hälfte der grössten Betreiber in Deutschland ihre Verbrauchsdaten nicht öffentlich zugänglich macht, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist.

    Der "Tag der offenen Rechenzentren" soll Vertrauen schaffen, doch die Realität sieht anders aus. Die Branche wirbt mit Transparenz, doch viele Betreiber halten ihre Verbrauchsdaten unter Verschluss. Dies wirft Fragen über die Glaubwürdigkeit solcher Initiativen auf.

  2. Hintergrund

    Das Energieeffizienzgesetz verpflichtet Betreiber von Rechenzentren, Daten zu Strom- und Wasserverbrauch zu veröffentlichen. Doch viele Unternehmen reagieren nicht auf Anfragen oder verweigern die Auskunft. Selbst Marktführer wie Equinix, NTT und CloudHQ halten sich nicht an diese Pflicht. Sie begründen dies mit Geschäftsgeheimnissen, obwohl das deutsche Gesetz keine Ausnahme für solche Geheimnisse vorsieht.

    Die Betreiber argumentieren, dass die Veröffentlichung von Verbrauchsdaten ihre Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen könnte. Sie befürchten, dass Wettbewerber Rückschlüsse auf ihre Strategien und Investitionen ziehen könnten. Diese Argumentation wird jedoch von Experten als fragwürdig bewertet, da das deutsche Energieeffizienzgesetz keine Ausnahme für Geschäftsgeheimnisse vorsieht.

    Die EU-Energieeffizienzrichtlinie lässt Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse von der Veröffentlichungspflicht ausnehmen. Doch das deutsche Energieeffizienzgesetz enthält diese Ausnahme nicht. Experten betonen, dass die Veröffentlichung der Daten notwendig ist, um die Effizienz der Rechenzentren zu verbessern und die Nachhaltigkeit zu fördern.

  3. Was das bedeutet

    Die Intransparenz erschwert es, die Effizienz der Rechenzentren zu vergleichen und gezielt zu optimieren. Ohne diese Daten können Verbraucher und Behörden nicht beurteilen, wie nachhaltig die Betriebe arbeiten.

    Ohne klare Daten ist es schwierig, die Effizienz der Rechenzentren zu bewerten und zu vergleichen. Dies erschwert die Entwicklung von Massnahmen zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf, diese Informationen zu erhalten, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

  4. Ausblick

    Experten fordern strengere Kontrollen und eine bessere Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Das Bundeswirtschaftsministerium hält derzeit keine Kontrollen für erforderlich, obwohl Rechtswissenschaftler dies als rechtsstaatlich problematisch bewerten. Die Branche selbst argumentiert mit dem Schutz digitaler Infrastruktur, doch dies kann nicht als Ausrede für mangelnde Transparenz dienen.

    Die Bundesregierung plant, die Leistung der Rechenzentren bis 2030 zu verdoppeln. Doch ohne Transparenz und klare Vorgaben wird dies zu einer Herausforderung. Strengere Kontrollen und eine bessere Umsetzung der gesetzlichen Pflichten sind notwendig, um die Nachhaltigkeit der digitalen Infrastruktur zu gewährleisten.

Dazu passt

Zahlen

Anzahl der Rechenzentren mit fünf Megawatt oder mehr in Deutschland
100

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Originaltitel: Ressourcenverbrauch vieler Rechenzentren nicht öffentlich einsehbar