Schweizer Altersvorsorge bleibt im internationalen Vergleich stark, aber mit Schwächen
Die Schweiz belegt im «Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026» erneut Rang elf. Die grösste Schwachstelle des Schweizer Systems besteht in der Relation der Rentenzahlungen zum früheren Einkommen. Die langfristige Nachhaltigkeit des Systems wird hingegen positiv bewertet.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Schweiz belegt im «Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026» Rang elf.
- Die grösste Schwachstelle ist die Höhe der Renten im Verhältnis zum früheren Einkommen.
- Die langfristige Nachhaltigkeit des Systems wird positiv bewertet.
- Die Schweiz schneidet besser ab als ihre direkten Nachbarn, bleibt aber hinter den führenden Ländern zurück.
- Der Bericht betont die Herausforderungen durch die alternde Bevölkerung.
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 20.10.2026, 07:29
- Rubrik
- Märkte
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Gesundheitswesen unter Druck
- Einschätzung (KI)
- NeutralAltersvorsorge im internationalen Vergleich
Ausgangslage
Die Schweizer Altersvorsorge zählt weiterhin zu den besser bewerteten Rentensystemen weltweit. Die Schweiz hält im «Marsh CFA Institute Global Pension Index 2026» erneut den elften Rang. Das System erreicht insgesamt 73,6 von maximal 100 Punkten, was eine Verbesserung um 1,2 Punkte gegenüber dem Vorjahr darstellt.
Der Index vergleicht 55 Altersvorsorgesysteme weltweit, die zusammen etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung abdecken. Die Schweiz liegt damit in der oberen Mittelfeldgruppe, hinter den sechs führenden Ländern, die die höchste Bewertungsklasse A erreichen.
Bewertung der Rentenhöhe
Die Schweiz belegt in dieser Kategorie nur Platz 28 und hat dabei 68,4 Punkte erzielt. Der internationale Durchschnitt liegt bei 66,5 Punkten, was zeigt, dass die Schweiz zwar überdurchschnittlich abschneidet, aber innerhalb der Spitzengruppe vergleichsweise schwach ist.
Ein wesentlicher Grund für diese Bewertung sind die im internationalen Vergleich eher niedrigen Lohnersatzquoten. Diese Angaben verraten, wie gross die Altersrente im Verhältnis zum Lohn vor der Pensionierung ausfällt. Die Autoren des Berichts sehen hier Verbesserungspotenzial, insbesondere durch flexiblere Pensionierungsmodelle und eine stärkere Finanzierung künftiger Rentenleistungen.
Langfristige Nachhaltigkeit
Die Schweiz schneidet bei der langfristigen Nachhaltigkeit des Vorsorgesystems deutlich besser ab. Hier belegt sie Rang zehn und erreicht 72,8 Punkte. Der internationale Durchschnitt liegt bei lediglich 55,4 Punkten. Die Bewertung berücksichtigt unter anderem die Finanzierung der Rentensysteme, die vorhandenen Vorsorgevermögen, die demografische Entwicklung und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.
Die Schweiz schneidet auch bei der Integrität des Systems gut ab. In dieser Kategorie kommt sie auf Rang 17 und 83,1 Punkte. Hier beurteilt der Index unter anderem Regulierung, Aufsicht, Transparenz und Führung der Vorsorgeeinrichtungen. Die Autoren sehen insbesondere bei der Transparenz sowie bei der weiteren Professionalisierung der Leitungsgremien Verbesserungspotenzial.
Internationale Vergleich
International führen erneut die Niederlande mit 85,8 Punkten das Ranking an. Dahinter folgen Dänemark mit 84,1 Punkten und Island mit 84,0 Punkten. Ebenfalls die höchste Bewertungsklasse A erreichen Singapur, Israel und Australien. Die Schweiz gehört mit ihrer Bewertung von 73,6 Punkten zur Kategorie B.
Bemerkenswert ist der Vergleich mit den Nachbarländern: Frankreich erreicht 70,3 Punkte, Deutschland 67,9 Punkte, Österreich 56,9 Punkte und Italien 57,4 Punkte. Die Schweiz schneidet damit besser ab als ihre direkten Nachbarn, bleibt aber hinter den führenden Ländern zurück.
Folgen der alternden Bevölkerung
Ein Schwerpunkt des diesjährigen Berichts liegt auf den Folgen der alternden Bevölkerung. Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung stellen die Finanzierung der Altersvorsorge weltweit vor zusätzliche Herausforderungen. Der Index berücksichtigt deshalb neu bei der Beurteilung der Rentenhöhe nicht mehr nur die Leistungen beim Eintritt in den Ruhestand, sondern auch jene im Alter von 80 Jahren.
Die Ersatzquote bei der Pensionierung wird dabei mit 75 Prozent und jene im Alter von 80 Jahren mit 25 Prozent gewichtet. Die Autoren sprechen sich unter anderem für flexiblere Pensionierungsmodelle, eine breitere Abdeckung der beruflichen Vorsorge und eine stärkere Finanzierung künftiger Rentenleistungen aus.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich der Herausforderungen der Altersvorsorge bewusst sein müssen. Die langfristige Nachhaltigkeit des Systems ist wichtig, um die Finanzierung der Renten zu sichern. Unternehmen können durch flexible Pensionierungsmodelle und eine stärkere Finanzierung der beruflichen Vorsorge einen Beitrag leisten.
Zahlen
- Gesamtpunkte Schweiz
- 73,6
- Rang Schweiz
- 11
- Punkte Rentenhöhe
- 68,4
- Punkte Nachhaltigkeit
- 72,8
- Punkte Integrität
- 83,1
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Rentenranking: Weshalb die Schweiz hinter der Weltspitze zurückbleibt



