Zentralbanken treiben Goldnachfrage im dritten Quartal deutlich an
Die Zentralbanken haben ihre Goldkäufe im dritten Quartal massiv erhöht, während die Nachfrage nach Barren und Münzen sank. Anleger kehrten hingegen zu Gold-ETF zurück.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Zentralbanken kauften im dritten Quartal 321 Tonnen Gold, 42 Prozent mehr als vor einem Jahr.
- Nachfrage nach Gold-ETF erholte sich auf 211 Tonnen, bleibt aber sechs Prozent unter dem Vorjahreswert.
- Physische Goldnachfrage sank um 19 Prozent auf 268 Tonnen.
- Goldpreis lag bei 4'262 Dollar je Feinunze, 23 Prozent höher als vor einem Jahr.
- Goldschmucknachfrage sank um 17 Prozent, industrielle Nachfrage stieg um drei Prozent.
- Seit Jahresbeginn kauften Zentralbanken 675 Tonnen Gold, sechs Prozent mehr als im Vorjahr.
- WGC rechnet damit, dass die Einkäufe im gesamten Jahr wenigstens das Mass von 2025 erreichen.
Für die Schweiz Einschätzung der KI
- +Höhere Goldpreise könnten Schweizer Goldproduzenten und Händler begünstigen.
- −Rückläufige Nachfrage nach physischem Gold könnte den Schweizer Schmucksektor belasten.
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 03.11.2026, 09:25
- Rubrik
- Märkte
- Schwerpunkte
- Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- NeutralGoldnachfrage steigt
Ausgangslage
Die Zentralbanken haben im dritten Quartal 2026 weltweit 321 Tonnen Gold gekauft, was einer Steigerung von 42 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Diese Entwicklung steht im Kontrast zur rückläufigen Nachfrage nach physischem Gold in Form von Barren und Münzen, die um 19 Prozent auf 268 Tonnen sank. Gleichzeitig zeigten sich Anleger wieder interessiert an Gold-ETF, nachdem diese im Vorquartal noch Abflüsse verzeichneten.
Die unterschiedlichen Entwicklungen in China und Indien unterstreichen die regionalen Unterschiede in der Goldnachfrage.
Hintergrund
Die verstärkten Goldkäufe der Zentralbanken folgen auf ein verhaltenes erstes Quartal. Seit Jahresbeginn summieren sich die Käufe auf 675 Tonnen, was sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum entspricht. Der Branchenverband rechnet damit, dass die Käufe in diesem Jahr mindestens so hoch sein werden wie im Jahr 2025. werden. Die Nachfrage nach Gold-ETF erholte sich auf 211 Tonnen, bleibt aber sechs Prozent unter dem Vorjahreswert.
Was das bedeutet
Die steigende Nachfrage der Zentralbanken deutet auf eine strategische Absicherung gegen wirtschaftliche Unsicherheiten hin. Besonders betroffen sind die Goldproduzenten und Händler, die von den erhöhten Käufern profitieren. Die rückläufige Nachfrage nach physischem Gold könnte jedoch auf eine Preissensibilität der Anleger hindeuten, die auf klare Markttrends warten.
Die steigende Nachfrage der Zentralbanken könnte langfristig die Goldpreise stützen, während die rückläufige Nachfrage nach physischem Gold auf eine Preissensibilität der Verbraucher hindeutet. Die erhöhte industrielle Nachfrage nach Gold für KI-Anwendungen zeigt, dass Technologiebranchen weiterhin auf dieses Edelmetall angewiesen sind. Die schwache Nachfrage nach Goldschmuck könnte jedoch auf eine allgemeine Konsumzurückhaltung hindeuten.
Ausblick
Die Goldpreise erreichten im dritten Quartal durchschnittlich 4'262 Dollar je Feinunze, was 23 Prozent über dem Vorjahreswert liegt. Trotz dieses Anstiegs sank die Nachfrage nach Goldschmuck um 17 Prozent, was die Preissensibilität der Verbraucher unterstreicht. Die industrielle Nachfrage nach Gold stieg dagegen um drei Prozent, getrieben durch die Elektronikindustrie für KI-Anwendungen.
Die hohen Goldpreise könnten die Nachfrage nach Goldschmuck weiter dämpfen, während die industrielle Nachfrage stabil bleibt. Die strategischen Käufe der Zentralbanken deuten darauf hin, dass Gold weiterhin als sicherer Hafen angesehen wird. Die Erholung der Gold-ETF-Nachfrage könnte sich fortsetzen, wenn die wirtschaftlichen Unsicherheiten anhalten. Die unterschiedlichen Entwicklungen in China und Indien zeigen, dass regionale Faktoren die globale Nachfrage beeinflussen.
Dazu passt
Zahlen
- Goldkäufe Zentralbanken
- 321 Tonnen
- Goldpreis
- 4'262 Dollar je Feinunze
- Gold-ETF Nachfrage
- 211 Tonnen
- Physische Goldnachfrage
- 268 Tonnen
- Goldschmucknachfrage
- 313 Tonnen
Originaltitel: Nur die Notenbanken kaufen massiv Gold



