Milchüberschuss in der Schweiz trotz schwieriger Bedingungen
Die Schweizer Milchproduktion liegt weiterhin über dem Vorjahresniveau, obwohl heisses Wetter, Futtermangel und Krankheiten die Landwirte herausfordern. Die Branche sieht sich mit einem Überangebot konfrontiert, das Preisdruck und finanzielle Herausforderungen mit sich bringt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Milchproduktion in der Schweiz liegt weiterhin über dem Vorjahresniveau.
- Winterfutter im Sommer und nachgewachsenes Gras fördern die Milchleistung.
- Milchüberschuss führt zu Preisdruck und finanziellen Herausforderungen für die Produzenten.
- Die Branche erwartet eine Normalisierung der Produktion im Winter 2026/2027.
Key Facts
- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 09:53
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
- Quellen
- 2 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- Negativ – Überproduktion drückt Preise
Ausgangslage
Die Schweizer Milchproduktion zeigt sich robust trotz widriger Umstände. Im Oktober liegt die Milchmenge ein bis zwei Prozent über dem Vorjahreswert, der bereits sechs bis sieben Prozent über dem Vorvorjahr lag. Diese Entwicklung überrascht die Branche, da im Sommer Futterknappheit und ein Virus die Kühe stark beanspruchten.
Neben den bereits genannten Herausforderungen wie heissem Wetter und Futtermangel spielt auch die Gesundheit der Kühe eine entscheidende Rolle. Dennoch bleibt die Milchproduktion auf einem hohen Niveau, was die Branche vor Rätsel stellt.
Hintergrund
Die hohe Milchproduktion lässt sich auf die Verfütterung von Winterfutter im Sommer zurückführen. Dieses Futter, bestehend aus Gras von hoher Qualität, fördert die Milchproduktion. Zudem hat das nach den Niederschlägen gewachsene Gras die Futterqualität verbessert, was die Milchleistung der Kühe steigert.
Die Branchenorganisation Milch BOM, geführt von Stefan Kohler, setzt sich aus 35 regionalen und nationalen Organisationen der Milchproduzenten und -verarbeiter sowie Einzelunternehmen aus Industrie und Handel zusammen. Diese Organisation spielt eine zentrale Rolle bei der Koordination und Unterstützung der Milchwirtschaft in der Schweiz.
Einordnung für die Schweiz
Milch stellt den bedeutendsten Rohstoff der Schweizer Landwirtschaft dar und generierte im letzten Jahr etwa 2,8 Milliarden Franken, was rund einem Viertel des gesamten Sektors entspricht. Die produzierte Milchmenge bleibt mit jährlich etwa 3,3 Millionen Tonnen relativ konstant, doch kleine Schwankungen können die Produzenten hart treffen.
Die aktuelle Situation zeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen ändern können und welche Auswirkungen dies auf die Branche hat. Die Milchproduktion ist ein wichtiger Bestandteil der Schweizer Landwirtschaft und trägt erheblich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Branche steht vor der Herausforderung, die Produktion anzupassen und effizienter zu gestalten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Milchüberschuss führt zu Preisdruck, insbesondere für die Produzenten. Die Branchenorganisation Milch hat bereits Massnahmen ergriffen, wie den Export von Butter und finanzielle Stützung des Überschusses. Für die Milchbauern bedeutet dies, dass sie mit Mischpreisen und Abzügen rechnen müssen.
Ausblick
Die Futtervorräte, die im Sommer und Herbst verfüttert wurden, werden im Winter nicht mehr zur Verfügung stehen. Dies könnte zu Mehrschlachtungen und einer Reduktion der Milchmenge in den ersten Monaten 2027 führen. Die Branche erwartet eine Normalisierung der Produktion, doch die aktuellen Herausforderungen bleiben bestehen.
Zahlen
- Milchmenge
- 1 bis 2 Prozent über dem Vorjahr
- Milchmenge Vorjahr
- 6 bis 7 Prozent über dem Vorvorjahr
- Milchmenge pro Jahr
- 3,3 Millionen Tonnen
- Milchpreis A-Milch
- 82 Rappen pro Kilo
- Milchpreis B-Milch
- 61,5 Rappen pro Kilo
- Milchpreis C-Milch
- 29,6 Rappen pro Kilo (bis Ende September)
Einordnung
Die Milchproduktion in der Schweiz ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor, der stark von externen Bedingungen wie Wetter und Futterverfügbarkeit abhängt. Die aktuelle Situation zeigt, wie schnell sich die Rahmenbedingungen ändern können und welche Auswirkungen dies auf die Branche hat.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU in der Milchwirtschaft bedeutet die aktuelle Situation, dass sie mit Preisschwankungen und finanziellen Unsicherheiten rechnen müssen. Die Branche steht vor der Herausforderung, die Produktion anzupassen und effizienter zu gestalten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Warum liegt die Milchproduktion trotz schwieriger Bedingungen über dem Vorjahresniveau?
Die Verfütterung von Winterfutter im Sommer und das nachgewachsene Gras haben die Milchleistung der Kühe gesteigert.
Welche Massnahmen hat die Branchenorganisation Milch ergriffen?
Die Branchenorganisation Milch hat Butter exportiert und finanzielle Mittel zur Stützung des Überschusses bereitgestellt.
Wie wird sich die Milchproduktion im Winter 2026/2027 entwickeln?
Die Futtervorräte werden im Winter nicht mehr zur Verfügung stehen, was zu Mehrschlachtungen und einer Reduktion der Milchmenge führen könnte.
Begriffe
- A-Milch
- Milch für den inländischen Markt, höchste Preisniveau
- B-Milch
- Milch für exportierte Milchprodukte, mittleres Preisniveau
- C-Milch
- Milch für billige Überschussprodukte für den Weltmarkt, niedrigstes Preisniveau
Auch berichtet von
Originaltitel: Milchschwemme in der Schweiz – Winterfutter im Sommer – deshalb gaben die Kühe mehr Milch



