Iranisches Regime versucht, deutsche Bank zu übernehmen
Ein iranisches Finanznetzwerk steht im Verdacht, eine deutsche Bank übernehmen zu wollen. Die Bankenaufsicht Bafin hat bereits einen ersten Übernahmeversuch gestoppt, doch ein zweiter Versuch läuft.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die TEN31-Bank in Ottobrunn bei München steht im Visier eines iranischen Finanznetzwerks.
- Die Bafin hat einen ersten Übernahmeversuch gestoppt, doch ein zweiter Versuch läuft.
- Die Shahr Bank, eine halbstaatliche iranische Bank, steht im Verdacht, hinter dem Übernahmeversuch zu stehen.
- Die TEN31-Bank hat Mängel in der Geldwäscheprävention eingestanden und diese behoben.
- Unternehmen müssen besonders aufmerksam sein, wenn es um Geschäfte mit internationalen Partnern geht.
Key Facts
Überblick- Quelle
- tagesschau – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 11:00
- Rubrik
- Finanzen
- Region
- Zug
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Cyberangriffe & IT-Sicherheit
- Einschätzung (KI)
- NegativSanktionen und Zahlungsverkehr
Ausgangslage
Die TEN31-Bank in Ottobrunn nahe München stellt seit längerer Zeit Leistungen für die Wohnungswirtschaft bereit. Doch im Sommer 2023 kam ein ungewöhnliches Geschäft hinzu: Über ein einzelnes Konto der Bank liefen innerhalb von zehn Monaten 147 Millionen Euro, ein grosser Teil davon von regimenahen Firmen. Das zeigt sich in internen Dokumenten der Bankenaufsicht Bafin.
Die TEN31-Bank in Ottobrunn nahe München stellt Dienstleistungen für die Wohnungswirtschaft zur Verfügung, etwa Mietkautionskonten und Immobilienfinanzierungen. Sie bietet Dienstleistungen wie Mietkautionskonten und Immobilienfinanzierungen an. Die Bank ist in Ottobrunn bei München ansässig und hat sich in ihrer Nische einen soliden Ruf erworben. Doch die ungewöhnlichen Geldbewegungen ab dem Sommer 2023 haben die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen.
Die ungewöhnlichen Geldbewegungen bei der TEN31-Bank haben die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich gezogen. Die Bafin hat interne Schreiben herausgegeben, aus denen hervorgeht, dass ein grosser Teil der Gelder von regimenahen Firmen stammt. Dies ist ein klarer Verstoss gegen die internationalen Sanktionen gegen das iranische Regime.
Hintergrund
Die Bafin stellte fest, dass ein "intransparentes Unternehmensgeflecht" versuchte, die Mehrheitsanteile an der TEN31 zu erwerben. Ziel war es, Geschäfte mit Iran-Bezug fortzusetzen, die einer anderen Bank zuvor untersagt worden waren. Die beteiligten Personen und Firmen handelten im Auftrag der Shahr Bank, einer halbstaatlichen iranischen Bank, die als regimenah gilt.
Die BaFin hat in ihren Schreiben klar dargelegt, dass Zahlungen mit vermutetem Iran-Bezug über die Hälfte der Bilanzsumme der Bank ausmachten. Dies ist ein klarer Verstoss gegen die internationalen Sanktionen gegen das iranische Regime. Die Bafin hat den Verkauf der Bankanteile gestoppt und den Beteiligten die Stimmrechte entzogen.
Einordnung für die Schweiz
Die Unterlagen deuten darauf hin, dass ein weiterer Übernahmeversuch stattfindet. Diesmal erfolgt dieser Versuch durch ein kleines Unternehmen aus der Schweiz. Dieses Unternehmen hat seinen Sitz im Kanton Zug. Ein Foto eines Notartermins der Schweizer Firma zeigt einen iranisch-stämmigen Mann, der auch in den Akten zum ersten Übernahmeversuch auftaucht.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie besonders aufmerksam sein müssen, wenn es um Geschäfte mit internationalen Partnern geht. Die Gefahr von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist real, und Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie alle gesetzlichen Vorgaben einhalten.
Ausblick
Die TEN31-Bank hat eingestanden, dass es in der Vergangenheit "Mängel in der Geldwäscheprävention" gegeben habe. Die jetzigen Vorstandsmitglieder haben diese Mängel behoben und alle Geschäftsaktivitäten, die ausserhalb der Betreuung von Wohnungseigentümergemeinschaften liegen, eingestellt. Doch die Gefahr eines weiteren Übernahmeversuchs bleibt bestehen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie besonders aufmerksam sein müssen, wenn es um Geschäfte mit internationalen Partnern geht. Die Gefahr von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist real, und Unternehmen müssen sicherstellen, dass sie alle gesetzlichen Vorgaben einhalten.
Zahlen
- Betrag
- 147 Millionen Euro
- Zeitraum
- 10 Monate
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Wie stark betrifft Sie die Gefahr von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung?
Wir sind stark betroffen.
Begriffe
- Geldwäsche
- Illegale Tätigkeit, bei der Geld aus kriminellen Quellen so in den legalen Wirtschaftskreislauf eingebracht wird, dass seine Herkunft nicht mehr nachvollzogen werden kann.
- Terrorismusfinanzierung
- Bereitstellung von Geldern oder anderen Vermögenswerten zur Unterstützung terroristischer Aktivitäten.
Originaltitel: Iranisches Finanznetzwerk: Eine deutsche Bank im Visier Teherans



