Frasers Group übernimmt Hugo Boss-Mehrheit
Die britische Frasers Group hält nun mehr als 50 Prozent der Anteile an Hugo Boss. Damit hat sie die Kontrolle über den deutschen Bekleidungshersteller übernommen. Die Übernahmeversuche der Frasers Group begannen bereits im Juni dieses Jahres.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Frasers Group hält nun 50,08 Prozent der Anteile an Hugo Boss.
- Die Übernahme war bereits seit Juni im Gang.
- Hugo Boss-Umsatz sank im zweiten Quartal um zehn Prozent.
- Konzernchef Grieder hat das Unternehmen radikal neu ausgerichtet.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Moneycab
- Veröffentlicht
- 26.10.2026, 07:52
- Rubrik
- Unternehmen
- Schwerpunkte
- Lieferketten & Beschaffung, Neue Vorschriften & Compliance, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NeutralÜbernahme
Übernahme abgeschlossen
Die britische Frasers Group hat die absolute Mehrheit an Hugo Boss übernommen. Mit 50,08 Prozent der Anteile kann das Unternehmen nun auf Hauptversammlungen alle einfachen Beschlüsse allein entscheiden. Die Briten hielten zuletzt 47,89 Prozent, womit sie kurz vor der Mehrheit standen.
Die Firma Frasers Group ist im Besitz des britischen Milliardärs Mike Ashley, der den grössten Anteil daran hält. Das Unternehmen hat als wichtigste Marke die Einzelhandelskette Sports Direct. Das Unternehmen besitzt zusätzlich viele Unternehmensanteile, zum Beispiel an dem Online-Shop Asos.
Mit der absoluten Mehrheit kann Frasers nun strategische Entscheidungen des Unternehmens massgeblich beeinflussen.
Die Frasers Group hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sie bereit ist, erhebliche Investitionen in Modeunternehmen zu tätigen.
Hintergrund der Übernahme
Die Briten bemühten sich schon ab Mitte Juni, bei den Schwaben die Kontrolle zu erlangen. Frasers schätzte das Unternehmen auf etwa 2,7 Milliarden Euro im Zuge einer freiwilligen öffentlichen Offerte. Der Bekleidungshersteller mit Sitz im schwäbischen Metzingen hielt den gebotenen Preis von 38 Euro pro Aktie für zu niedrig und empfahl seinen Aktionären, das Angebot abzulehnen.
Aufsichtsratschef Stephan Sturm hatte im September angekündigt, seinen Posten aufgrund des Übernahmekampfs aufzugeben. Das Verhältnis zwischen dem Grossaktionär und der Unternehmensführung war schon länger angespannt. Frasers hatte Sturm im Dezember das Vertrauen entzogen, unter anderem wegen Streitigkeiten um die Dividendenzahlung.
Die Übernahmeversuche der Frasers Group begannen bereits im Juni dieses Jahres. Das freiwillige öffentliche Angebot von Frasers bewertete Hugo Boss mit rund 2,7 Milliarden Euro. Diese Bewertung wurde jedoch von Hugo Boss als zu niedrig angesehen, was zu einer Ablehnung des Angebots führte.
Die Spannungen zwischen der Frasers Group und der Unternehmensführung von Hugo Boss waren bereits zuvor erkennbar. Die Entscheidung von Aufsichtsratschef Stephan Sturm, seinen Posten aufzugeben, unterstreicht die tiefgreifenden Konflikte, die durch die Übernahmeversuche entstanden sind.
Finanzielle Lage von Hugo Boss
Dem schwäbischen Bekleidungshersteller hatte im zweiten Quartal die maue Konsumstimmung in Europa sowie der laufende Konzernumbau zugesetzt. Der Umsatz ging im Jahresvergleich insgesamt um zehn Prozent auf 905 Millionen Euro zurück. Vor allem in den Kernmärkten wie Deutschland, Grossbritannien und Frankreich verzeichnete Hugo Boss eine geringere Nachfrage.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 28 Prozent auf 59 Millionen Euro. Das Konzernergebnis sank um 32 Prozent auf 34 Millionen Euro. Der Konzern hat weltweit 20.000 Beschäftigte, davon mehr als 4.400 in Deutschland.
Die finanzielle Lage von Hugo Boss hat sich in den letzten Quartalen verschlechtert. Die maue Konsumstimmung in Europa und der laufende Konzernumbau haben zu einem deutlichen Rückgang des Umsatzes geführt. Besonders betroffen waren die Kernmärkte wie Deutschland, Grossbritannien und Frankreich.
Die Schliessungen im eigenen Einzelhandel sowie eine geringere Fläche im Grosshandel haben zusätzlich zu den finanziellen Schwierigkeiten beigetragen.
Zukunft unter neuer Führung
Konzernchef Daniel Grieder hat das Unternehmen durch eine radikale Neuausrichtung zur Lifestyle-Marke umgebaut. Er fokussierte sich auf Digitalisierung, starkes Marketing sowie eine verjüngte Zielgruppe. Hugo Boss war schon im Eigentum von Finanzinvestor Permira, der sich schliesslich von seinen Anteilen trennte.
Einordnung
Die Übernahme von Hugo Boss durch die Frasers Group ist ein Beispiel für die zunehmende Konsolidierung in der Modebranche. Grossaktionäre versuchen, Einfluss auf die Strategie und Führung von Unternehmen zu gewinnen, um ihre eigenen Interessen durchzusetzen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU in der Modebranche könnte die Übernahme von Hugo Boss durch die Frasers Group Auswirkungen auf die Lieferketten und Beschaffung haben. Zudem könnte die strategische Ausrichtung des Unternehmens unter neuer Führung neue Chancen oder Herausforderungen mit sich bringen.
Zahlen
- Anteile Frasers Group an Hugo Boss
- 50,08 Prozent
- Umsatz Hugo Boss im zweiten Quartal
- 905 Millionen Euro
- Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit)
- 59 Millionen Euro
- Konzernergebnis
- 34 Millionen Euro
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Frasers Group übernimmt bei Hugo Boss absolute Mehrheit



