Gaspreis in Europa erreicht Höchststand seit Ende 2022
Der Preis für europäisches Erdgas hat ein neues Mehrjahreshoch erreicht. Geopolitische Spannungen und die Vorbereitung auf den Winter treiben die Kosten in die Höhe. Für Unternehmen und Haushalte könnte das teure Folgen haben.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Der Gaspreis in Europa hat ein neues Mehrjahreshoch erreicht.
- Die Schweiz könnte indirekt von den höheren Preisen betroffen sein.
- Unternehmen mit hohem Energieverbrauch müssen mit erhöhten Betriebskosten rechnen.
- Experten erwarten keine Trendwende am Gasmarkt.
Key Facts
Überblick- Quelle
- BIZ24-Recherche
- Recherchiert aus
- ariva.de, kurier.at, finanznachrichten.de
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 16:45
- Rubrik
- Energie
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance, Lieferketten & Beschaffung
- Einschätzung (KI)
- NegativEnergiepreisentwicklung
Ausgangslage
Der Preis für europäisches Erdgas hat einen neuen Höchststand seit Ende 2022 erreicht. Der Erdgaspreis in Europa erreichte am Dienstag ein neues Höchststand seit mehreren Jahren. Der TTF-Terminkontrakt für die Lieferung in einem Monat stieg an der Amsterdamer Börse auf 87,20 Euro pro Megawattstunde. Das entspricht einem Anstieg von etwa drei Prozent im Vergleich zum Vortag. Seit Beginn des Monats hat sich der Gaspreis um mehr als 20 Prozent erhöht.
Der aktuelle Preisanstieg setzt eine bereits seit Monaten anhaltende Tendenz fort. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis für europäisches Erdgas ungefähr verdreifacht. Diese Entwicklung zeigt, wie volatil der Energiemarkt sein kann und wie schnell sich die Preise ändern können. Die aktuellen Werte liegen zwar noch deutlich unter den Höchstständen während des Ukraine-Kriegs, aber sie sind dennoch beunruhigend.
Hintergrund
Die Preisentwicklung wird durch mehrere Faktoren getrieben. Die Preise steigen aufgrund verschiedener Ursachen, etwa die fortgesetzten Angriffe auf Frachter in der Strasse von Hormus, einem zentralen Korridor für den Transport von Rohstoffen aus dem Persischen Golf. Diese Angriffe haben die Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus der Region beeinträchtigt. Katar, als grösster LNG-Exporteur in der Region, schafft es aktuell lediglich, 20 bis 30 Prozent seiner Exportkapazität auszuführen.
Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich in den letzten Wochen deutlich verschärft. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich in den letzten Wochen deutlich verschärft, einschliesslich Drohnen- und Raketenangriffen auf den wichtigsten Flughafen Saudi-Arabiens. Diese Entwicklungen erhöhen die Unsicherheit und die Sorge vor weiteren Eskalationen. Die Lage ist komplex und unübersichtlich, was die Preisentwicklung zusätzlich erschwert.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Unternehmen, insbesondere solche mit hohem Energieverbrauch, könnten die steigenden Gaspreise zu erheblichen Mehrkosten führen. Dies könnte die Betriebskosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Unternehmen sollten ihre Energieverträge überprüfen und nach Möglichkeiten suchen, ihre Energieeffizienz zu steigern.
Betroffene Branchen und Berufe
Die steigenden Gaspreise betreffen nicht alle Branchen und Berufe in gleichem Masse. Besonders betroffen sind energieintensive Industrien wie die Chemie-, Stahl- und Zementproduktion. Diese Branchen verbrauchen grosse Mengen an Erdgas für ihre Produktionsprozesse. Die höheren Kosten könnten sich direkt auf die Produktionskosten auswirken und die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen beeinträchtigen.
Auch das Gastgewerbe und die Tourismusbranche könnten unter den steigenden Energiepreisen leiden. Hotels, Restaurants und andere Betriebe in diesen Bereichen sind stark abhängig von einer zuverlässigen und kostengünstigen Energieversorgung. Höhere Energiekosten könnten sich in höheren Preisen für die Kunden niederschlagen und die Nachfrage beeinträchtigen.
Offene Fragen und Handlungsempfehlungen
Die aktuelle Entwicklung wirft mehrere offene Fragen auf. Wie lange werden die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten anhalten und wie wird sich dies auf die Gaspreise auswirken? Wie wird sich die Nachfrage nach Erdgas in Asien entwickeln und wie wird dies den europäischen Markt beeinflussen? Diese Fragen sind schwer zu beantworten und erfordern eine kontinuierliche Beobachtung der Marktentwicklung.
Ausblick
Die Experten sehen derzeit keine Trendwende am Gasmarkt. Die geopolitischen Spannungen und die Vorbereitung auf den Winter könnten die Preise weiter in die Höhe treiben. Zudem könnte das Wetterphänomen El Niño zu einem kälteren Winter in Asien führen, was die Nachfrage nach LNG dort erhöhen und den Wettbewerb um die begrenzten Liefermengen verstärken könnte.
Einordnung
Die aktuellen Entwicklungen am Gasmarkt zeigen, wie stark die Energiepreise von geopolitischen Faktoren abhängig sind. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die Vorbereitung auf den Winter führen zu einer erhöhten Nachfrage und begrenzten Liefermengen, was die Preise in die Höhe treibt.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU könnte die Entwicklung zu höheren Energie- und Betriebskosten führen. Besonders betroffen sind Unternehmen mit hohem Energieverbrauch. Es ist ratsam, Energieverträge zu überprüfen und nach Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz zu suchen.
Zahlen
- Erdgaspreis
- 87,20 Euro je MWh
- Anstieg seit Monatsbeginn
- mehr als 20 Prozent
- Katarische Exportkapazität
- 20 bis 30 Prozent
- Deutsche Gasspeicher
- knapp 60 Prozent gefüllt
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
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Wir sind stark betroffen.
Begriffe
- Erdgas-Terminkontrakt TTF
- Ein standardisierter Vertrag zur Lieferung von Erdgas an der Börse in Amsterdam.
- Flüssigerdgas (LNG)
- Erdgas, das verflüssigt und somit transportfähig gemacht wird.
- Strasse von Hormus
- Eine wichtige Transportroute für Energierohstoffe aus dem Persischen Golf.
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