Rekordzahl an Übernahmen im Verteidigungssektor
Im laufenden Jahr wurden bereits 65 Firmenkäufe im Verteidigungsbereich abgeschlossen, mehr als je zuvor. Europa holt bei den Dealwerten auf.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- 65 Übernahmen im Verteidigungssektor in neun Monaten
- Dealwert von 7 Milliarden Dollar erreicht
- Europa holt bei Dealwerten auf
- US-Unternehmen Red Cat will Steyr Motors übernehmen
- Investor:innen suchen nach langfristigen Wachstumschancen
Key Facts
Überblick- Quelle
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- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 08:58
- Rubrik
- Unternehmen
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte, Künstliche Intelligenz
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Rekordzahlen im ersten Dreivierteljahr
In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 wurden weltweit 65 Übernahmen und Fusionen im Verteidigungssektor abgeschlossen. Dies entspricht einer Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem gesamten Vorjahr und 91 Prozent gegenüber 2024. Der Gesamtwert der Transaktionen erreichte bereits 7 Milliarden Dollar, was dem Wert des gesamten Vorjahres entspricht.
Besonders aktiv war das dritte Quartal. Die Anzahl der Vereinbarungen erhöhte sich um 42 Prozent von 12 auf 17. Allein dieses Quartal macht damit 60 Prozent des bisherigen Jahreswerts aus.
Die steigenden Militärausgaben weltweit tragen ebenfalls zu diesem Trend bei.
Europa holt auf
Die EMEA-Region meldete im dritten Quartal sieben Transaktionen, die insgesamt 2,8 Milliarden Dollar wert waren. Das ist das Doppelte von dem, was die USA mit 1,4 Milliarden Dollar in sechs Geschäften aufweisen. In den ersten neun Monaten haben beide Gebiete gleich viele Deals abgeschlossen, nämlich jeweils 26 Transaktionen. Beim Wert haben die USA mit 3,6 Milliarden Dollar noch knapp die Nase vorn, EMEA kommt auf 3,1 Milliarden Dollar.
Beispiel aus Österreich
Ein aktuelles Beispiel aus Österreich zeigt, wie begehrt europäische Rüstungszulieferer sind. Der US-Drohnenhersteller Red Cat will den oberösterreichischen Spezialmotorenbauer Steyr Motors für rund 205 Millionen Euro übernehmen. Das Angebot liegt 29 Prozent über dem letzten Schlusskurs vor dem Angebot. Steyr Motors baut Motoren für Militärfahrzeuge und Schiffe sowie Hilfsaggregate für Kampfpanzer. Produktion und Entwicklung sollen in Steyr bleiben.
Die Produktion und Entwicklung sollen in Steyr bleiben, was die lokale Wirtschaft stärken könnte.
Hintergrund und Zukunft
Die Übernahmewelle passt zum Investmentboom bei Rüstungs-Startups. Unternehmen konkurrieren um neue Fähigkeiten und Technologien, Investor:innen um die vielversprechendsten Defence-Tech-Firmen. Die Herausforderung für Grossbritannien und Europa sei nun, ihren Firmen die nötigen Forschungsgelder zu verschaffen, um global mithalten zu können.
Die hohen Bewertungen von Rüstungs-Startups wie Anduril und Tekever zeigen das grosse Interesse der Investor:innen an diesem Sektor. Allerdings gibt es auch Herausforderungen, insbesondere die begrenzten Ausstiegsmöglichkeiten für Investor:innen. Die meisten Finanzierungsrunden haben bisher nicht zu Verkäufen geführt, was die langfristige Rentabilität dieser Investitionen unsicher macht.
Einordnung
Der Verteidigungssektor erlebt einen Boom an Übernahmen und Investitionen. Dies ist auf die steigenden Militärausgaben und das Bestreben vieler Länder zurückzuführen, ihre Verteidigungstechnologie zu stärken und die Abhängigkeit von anderen Ländern zu verringern.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU im Verteidigungssektor könnten sich neue Geschäftsmöglichkeiten ergeben. Gleichzeitig könnten sie von der steigenden Nachfrage nach Verteidigungstechnologie profitieren. Allerdings könnten auch höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung erforderlich sein, um global wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zahlen
- Dealwert 2026
- 7 Milliarden Dollar
- Dealwert Q3 2026
- 4,2 Milliarden Dollar
- Dealwert USA Q3 2026
- 1,4 Milliarden Dollar
- Dealwert EMEA Q3 2026
- 2,8 Milliarden Dollar
- Übernahmepreis Steyr Motors
- 205 Millionen Euro
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Defence-Tech-Boom: Rüstungs-Deals erreichen Rekordniveau



