Cyberangriff auf französische Supermärkte: Kühlsysteme manipuliert, Waren verdorben
Hacker haben die Kühlanlagen in hunderten französischen Supermärkten manipuliert. In einigen der betroffenen Filialen mussten gekühlte und gefrorene Waren entsorgt werden. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht vollständig bekannt, aber in einigen Geschäften könnten die Verluste bis zu 200'000 Euro betragen.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Hacker manipulierten Kühlanlagen in rund 700 französischen Supermärkten
- Alle gekühlten und gefrorenen Waren mussten entsorgt werden
- Die genaue Schadenshöhe ist noch unklar
- Die Schweiz ist bislang nicht betroffen
- Unternehmen sollten ihre Steuerungssysteme absichern
Key Facts
Überblick- Quelle
- BIZ24-Recherche
- Recherchiert aus
- br.de, tagesschau.de, srf.ch
- Veröffentlicht
- 12.10.2026, 20:53
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NegativSicherheitsrisiko für Einzelhandel
Ausgangslage
In der Nacht auf Montag haben unbekannte Täter die Kühlanlagen in hunderten französischen Supermärkten angegriffen. Die Hacker nutzten eine Schwachstelle in den online gesteuerten Kühlsystemen des dänischen Herstellers Danfoss. Sie programmierten die Anlagen so um, dass sie nicht nur enteisten, sondern die Temperatur auf bis zu 50 Grad Celsius erhöhten. Am Montagmorgen waren in den betroffenen Filialen die Kühlregale warm.
Die Supermarktkette Intermarché gab an, dass in bis zu 200 Filialen alle frischen und tiefgekühlten Waren entsorgt werden mussten. Auch die Ketten Leclerc, Carrefour und Monoprix waren betroffen. Die Kooperative der Super-U-Filialen sprach von einem beispiellosen Angriff auf die Lebensmittelversorgung der Franzosen.
Die betroffenen Supermärkte mussten nicht nur die verdorbenen Waren entsorgen, sondern auch mit den Folgen der erhöhten Temperaturen in den Kühlregalen umgehen. In einigen Fällen kam es sogar zu kleineren Bränden, was die Situation zusätzlich verschärfte. Die Supermarktkette Intermarché berichtete, dass die Kühlregale am Montagmorgen warm waren und die Waren nicht mehr verkaufsfähig waren.
Die Supermarktkette Intermarché berichtete, dass in bis zu 200 betroffenen Filialen alle frischen und tiefgekühlten Waren entsorgt werden mussten. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht bekannt, aber die Verluste könnten in einzelnen Geschäften bis zu 200'000 Euro betragen. In kleineren Läden könnten die Verluste einige zehntausend Euro ausmachen.
Hintergrund
Die Täter nutzten die zentrale Steuerung der Kühlanlagen, um mit einem einzigen Angriff hunderte Geräte zu manipulieren. Die meisten betroffenen Systeme waren ältere Produkte ohne aktuelle Software- oder Sicherheitsupdates. Danfoss rät Kunden seit Langem, neuere Systeme zu verwenden.
Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt zu dem grossflächigen Angriff. Die Behörden prüfen ebenfalls den Schaden, der durch verdorbene Nahrungsmittel entstanden ist, sowie die Möglichkeit von Bränden. Die französische Agentur für Cybersicherheit leitet die Ermittlungen. Bisher gibt es keine Hinweise auf die Täter.
Einordnung für die Schweiz
Bisher gibt es keine Berichte über ähnliche Angriffe auf Kühlgeräte in Schweizer Supermärkten. Die Migros, Coop, Aldi und Lidl Schweiz haben auf Anfragen bestätigt, dass sie nicht von Cyberangriffen auf Kühlgeräte betroffen sind. Die Grossverteiler betonen, dass sie über umfassende Sicherheitsmassnahmen verfügen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Der Angriff zeigt, wie vernetzte Systeme anfällig für Cyberangriffe sind. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Steuerungssysteme nach dem Stand der Technik abgesichert sind.
Ausblick
Die Cyberangriffe alarmieren auch das deutsche BSI. Die Vorfälle in Frankreich machen klar, dass Cyberangriffe unseren Alltag stören und beeinflussen können. Jedes Land hätte von diesem Angriff betroffen sein können. Auch heute gibt es die Möglichkeit, dass Nachahmer auftreten.
Die europäischen Partner rücken enger zusammen, um der wachsenden Gefahr durch hybride Angriffe zu begegnen. Das BSI rät klar dazu, Steuerungsanlagen, die über das Internet zugänglich sind, mit den neuesten Sicherheitsmassnahmen zu schützen. Unternehmen sollten ihre Systeme regelmässig überprüfen und gegebenenfalls modernisieren.
Einordnung
Cyberangriffe auf kritische Infrastruktur wie Kühlsysteme in Supermärkten zeigen die Anfälligkeit vernetzter Systeme. Sie zeigen, wie vernetzte Systeme anfällig für Angriffe sind. Unternehmen sollten ihre Systeme regelmässig auf Sicherheitslücken überprüfen und gegebenenfalls modernisieren.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre vernetzten Systeme regelmässig auf Sicherheitslücken überprüfen sollten. Besonders ältere Systeme, für die es keine Updates mehr gibt, sind anfällig für Angriffe. Unternehmen sollten sicherstellen, dass ihre Steuerungssysteme nach dem Stand der Technik abgesichert sind.
Zahlen
- Betroffene Supermärkte
- hunderte
- Betroffene Filialen bei Intermarché
- bis zu 200 (laut einer Quelle)
- Betroffene Filialen bei Super-U
- 80 (laut einer Quelle)
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