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Bundesnetzagentur vergibt Zuschläge für elf neue Gaskraftwerke

Die Bundesnetzagentur hat erstmals Fördergelder für Gas-Reservekraftwerke vergeben. Elf Projekte in Brandenburg, NRW und Sachsen erhalten Zuschläge, die Stromkunden die Kosten über eine Umlage tragen.

Titelbild zu: Bundesnetzagentur vergibt Zuschläge für elf neue Gaskraftwerke
Bild: tagesschau – Wirtschaft

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Elf neue Gaskraftwerke mit einer Leistung von 5.160 Megawatt erhalten Förderung.
  • Die meisten Projekte sind in Brandenburg, NRW und Sachsen geplant.
  • Die Förderung erstreckt sich über 15 Jahre und beläuft sich auf etwa zwölf Milliarden Euro.
  • Die Kosten werden über eine Umlage auf die Stromkunden umgelegt.
  • Die neuen Kraftwerke müssen später auf Wasserstoff umstellbar sein.

Für die Schweiz Einschätzung der KI

  • +Geringere Abhängigkeit von deutschen Energieimporten.
  • −Höhere Strompreise könnten auch die Schweiz treffen.

Key Facts

Überblick
Quelle
tagesschau – Wirtschaft
Veröffentlicht
03.11.2026, 11:28
Rubrik
Energie
Schwerpunkte
Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance
Einschätzung (KI)
NeutralEnergieversorgung und Strompreise
  1. Ausgangslage

    Die Bundesnetzagentur hat elf neue Gas-Reservekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 5.160 Megawatt gefördert. Die meisten Projekte sind in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen geplant. Die Förderung erstreckt sich über 15 Jahre und beläuft sich auf etwa zwölf Milliarden Euro, die über eine Umlage auf die Stromkunden umgelegt werden.

    Die erste Ausschreibung für Gas-Reservekraftwerke war deutlich überzeichnet. Für die ursprünglich ausgeschriebenen 4.500 Megawatt wurden 41 Gebote eingereicht. Diese umfassten insgesamt fast 12.000 Megawatt. Sieben Gebote wurden wegen formaler Mängel ausgeschlossen. Die hohe Nachfrage zeigt das Interesse der Energieunternehmen an der Förderung und die Dringlichkeit der Sicherung der Stromversorgung.

    Die Energiekonzerne RWE und LEAG zählen zu den Gewinnern der ersten Ausschreibung. Die Stadtwerke Karlsruhe erhielten ebenfalls einen Zuschlag. Ab November 2031 werden die neuen Anlagen die Stromversorgung gewährleisten, falls andere Energiequellen nicht ausreichend liefern.

  2. Hintergrund

    Die Bundesregierung hat vor, zahlreiche neue Gaskraftwerke zu bauen. Die Ministerin Reiche erwähnt dabei mindestens 20 Gigawatt. Die geplanten Kraftwerke werden in Zukunft mit Wasserstoff betrieben und dadurch klimaneutral sein.

    Die neuen Kraftwerke sollen mindestens zehn Stunden lang 80 Prozent ihrer installierten Leistung erbringen können. Diese Vorgabe begünstigt Gaskraftwerke gegenüber vielen Batteriespeichern. Die Bundesregierung will damit sicherstellen, dass auch bei längeren Dunkelflauten zuverlässig Strom geliefert wird. Die Förderung ist Teil der Kraftwerkstrategie, die den Bau zusätzlicher Anlagen fördert.

  3. Was das bedeutet

    Die Förderung schafft Planungssicherheit für die Energieversorger und sichert die Stromversorgung während Übergangsphasen. Kritik kam von den Grünen. 'Die Grünen-Politiker Michael Kellner erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Ergebnisse den alten Kohlekonzernen RWE und LEAG eine enorme Marktmacht verschaffen. Die hohen Kosten könnten langfristig zu höheren Strompreisen führen.

    Die Betreiber bekommen für ihre Leistung während 15 Jahren eine Bezahlung. Die Förderung beträgt rechnerisch rund zwölf Milliarden Euro. Die Nettokosten könnten jedoch tiefer sein, da Betreiber bei extrem hohen Strompreisen einen Teil ihrer Einnahmen abgeben müssen.

  4. Ausblick

    Eine zweite Ausschreibung über 4.500 Megawatt soll am 10. November bekannt gemacht werden. Weitere 2.000 Megawatt folgen im Mai 2027, dann ohne die strenge Zehn-Stunden-Regel. Die EU-Kommission hatte die Förderung im September genehmigt und schätzt die Gesamtkosten des Fördermechanismus auf 15,6 bis 35,2 Milliarden Euro bis 2045.

    Die neuen Kraftwerke sollen später auch mit Wasserstoff laufen und so klimaneutral werden. Die Bundesregierung will damit die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung schaffen. Die neuen Gaskraftwerke werden spätestens ab 2031 dann zur Verfügung stehen, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend Strom liefern.

Dazu passt

Zahlen

Leistung der geförderten Kraftwerke
5.160 Megawatt
Fördersumme über 15 Jahre
12 Milliarden Euro
Durchschnittlicher Zuschlagswert
155.296 Euro je Megawatt und Jahr

Wissen zur Meldung

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Originaltitel: Bundesnetzagentur fördert den Bau elf neuer Gaskraftwerke