Analoge Ämter bremsen deutsche Wirtschaft aus
Eine Bitkom-Studie zeigt, dass die langsame Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung Unternehmen Zeit und Geld kostet. Drei Viertel der befragten Firmen sehen darin einen Standortnachteil im internationalen Wettbewerb.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- 75 Prozent der Unternehmen sehen digitale Rückständigkeit der Behörden als Standortnachteil
- 60 Prozent der Unternehmen nutzen digitale und analoge Kommunikation zu gleichen Teilen
- 62 Prozent der befragten Firmen betrachten die Bürokratie als ein Hindernis bei der Digitalisierung ihres Betriebs.
- 84 Prozent der Unternehmen wollen, dass die Digitalisierung der Verwaltung prioritär behandelt wird
- Die Digitalisierung der Verwaltung wird im Durchschnitt mit der Schulnote 3,9 bewertet
Key Facts
Überblick- Quelle
- BIZ24-Recherche
- Recherchiert aus
- it-daily.net, datev.de, tageskarte.io
- Veröffentlicht
- 12.10.2026, 15:32
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Digitalisierung & Verwaltung, Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NegativDigitalisierungsdefizit in Behörden
Ausgangslage
Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland kommt nur schleppend voran. Dies zeigt eine repräsentative Bitkom-Befragung von 603 Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten. Die Studie offenbart, dass die analoge Kommunikation mit Behörden für Unternehmen ein erhebliches Hindernis darstellt.
Die Bitkom-Studie zeigt, dass die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland noch nicht abgeschlossen ist. Viele Unternehmen sind gezwungen, sowohl digitale als auch analoge Kommunikationswege zu nutzen, was zu ineffizienten Prozessen und erhöhten Kosten führt. Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit, die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.
Hintergrund
Aktuell ist ein Wechsel zwischen digitalen und analogen Kommunikationswegen die Regel. Bei 60 Prozent der befragten Unternehmen bieten die Behörden digitale und analoge Kommunikationswege etwa gleich häufig an. 33 Prozent der befragten Unternehmen nutzen hauptsächlich digitale Kommunikationsmittel, darunter E-Mails oder Webportale. Ausschliesslich digitale Wege können lediglich 2 Prozent der Unternehmen nutzen.
Die Studie zeigt, dass bei 60 Prozent der befragten Unternehmen digitale und analoge Kommunikationswege etwa gleich häufig genutzt werden. Dies führt zu ineffizienten Prozessen und erhöht das Risiko von Fehlern. Besonders problematisch ist, dass Unternehmen oft dieselben Daten wiederholt bereitstellen müssen, was den Verwaltungsaufwand erheblich erhöht. 42 Prozent der befragten Unternehmen beklagen, dass Unternehmenssoftware und behördliche Plattformen nicht miteinander verbunden sind.
Einordnung für die Schweiz
Die Ergebnisse der Bitkom-Studie sind auch für die Schweiz von Interesse, da ähnliche Herausforderungen bei der Digitalisierung der Verwaltung bestehen können. Die langsame Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kann Unternehmen in beiden Ländern Zeit und Geld kosten und den internationalen Wettbewerb beeinträchtigen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Defizite in der Digitalisierung der Verwaltung wirken sich auch auf andere Bereiche aus. 62 Prozent der befragten Firmen betrachten die Bürokratie als Hindernis bei der Digitalisierung ihres Betriebs. Die Studie zeigt, dass die Digitalisierung der Verwaltung prioritär behandelt werden muss, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken.
Ausblick
Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst spricht von Plänen wie dem Deutschland-Stack und der Modernisierung der Register. Es ist jetzt wichtig, dass der Bund, die Länder und die Gemeinden die Projekte konsequent umsetzen müssen. Die geplante Option, Firmen innert eines Tages zu starten, könnte als Muster für ganz digitale Prozesse gelten.
Einordnung
Die Digitalisierung der Verwaltung ist ein zentrales Thema für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Die Studie zeigt, dass die langsame Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung Unternehmen Zeit und Geld kostet und den internationalen Wettbewerb beeinträchtigt.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich der Herausforderungen der Digitalisierung der Verwaltung bewusst sein müssen. Eine vollständige Digitalisierung der Verwaltungsleistungen könnte die Effizienz steigern und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärken.
Zahlen
- Unternehmen befragt
- 603
- Digitale Rückständigkeit als Standortnachteil
- 75 Prozent
- Überwiegend digitale Kommunikation möglich
- 33 Prozent
- Ausschliesslich digitale Wege möglich
- 2 Prozent
- Bürokratie als Hindernis für Digitalisierung
- 62 Prozent
- Prioritäre Behandlung der Digitalisierung gefordert
- 84 Prozent
- Durchschnittliche Bewertung der Digitalisierung
- Schulnote 3,9
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Wie stark betrifft Sie die langsame Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung?
Überhaupt nicht
Begriffe
- Medienbruch
- Unterbrechung des Informationsflusses, wenn Daten zwischen digitalen und analogen Systemen umgewandelt werden müssen
- Verwaltungsdigitalisierung
- Prozess der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen, um diese effizienter und nutzerfreundlicher zu gestalten
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