Schweizer Rüstungsindustrie im Fokus: Abstimmung über Kriegsmaterialgesetz
Die Schweizer Rüstungsindustrie steht vor einer entscheidenden Weile. Eine bevorstehende Abstimmung könnte die Regeln für Waffenexporte lockern. Die Branche zeigt sich gespalten in ihrer Einschätzung der aktuellen Lage.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Abstimmung über das Kriegsmaterialgesetz könnte die Exportregeln lockern.
- Die Rüstungsindustrie beschäftigt rund 16’000 Personen und hat eine Wertschöpfung von 2.8 Milliarden Franken.
- Die Exporte nach Dänemark sind gesunken, während die Verkäufe nach Deutschland gestiegen sind.
- Die Branche ist gespalten in ihrer Einschätzung der aktuellen Lage.
- Die Schweiz bleibt im internationalen Vergleich eine Zwergin in diesem Sektor.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 02.11.2026, 06:14
- Rubrik
- Unternehmen
- Schwerpunkte
- Export & neue Märkte, Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- Neutralbetrifft Schweizer Branche direkt
Ausgangslage
Am 29. November stimmt die Schweiz über das Kriegsmaterialgesetz ab. Eine Lockerung der Exportregeln könnte die Rüstungsindustrie beeinflussen. Die Branche ist in eine Diskussion über ihre wirtschaftliche Lage verwickelt.
In der Schweiz sind rund 140 Unternehmen in der Rüstungsindustrie tätig. Zusätzlich stellen rund 3000 KMU Teile für den Verteidigungsbereich her. Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Branche ist jedoch begrenzt.
Viele Unternehmen in der Branche sind stark in internationale Lieferketten eingebunden.
Wirtschaftliche Bedeutung
Die Schweizer Rüstungsindustrie stellt direkt oder indirekt rund 16’000 Menschen ein, was etwa 0,4 Prozent aller Beschäftigten im Land ausmacht. Die direkte und indirekte Wertschöpfung liegt bei rund 2.8 Milliarden Franken, was 0.4 Prozent des BIP ausmacht.
Der Anteil der Rüstungsgüter an den Auslandverkäufen beträgt nur 0,2 Prozent des Schweizer Exportvolumens und ist somit extrem gering. Dennoch hat der Wert der Exporte in den letzten Jahren Höchststände erreicht.
Einige Kantone haben eine höhere Konzentration von Rüstungsunternehmen, was lokal zu einer stärkeren wirtschaftlichen Bedeutung führt.
In den letzten Jahren haben sich immer mehr Industrieunternehmen aus dem zivilen Bereich leise auf die Verteidigung ausgerichtet. Sie wollen vom starken Wachstum der Branche profitieren. Diese Unternehmen haben einen Teil ihrer Tätigkeit still umgestellt.
Internationale Entwicklungen
Mehrere wichtige Unternehmen der Branche wurden von ausländischen Konzernen übernommen. Die Exporte nach Dänemark sind gesunken, während die Verkäufe nach Deutschland gestiegen sind.
Die Behörden der Schweiz haben die Lieferung von Waffen aus der Schweiz in die Ukraine untersagt. Dies hat zu einem Vertrauensverlust bei einigen europäischen Partnern geführt.
Die Art der exportierten Güter hat sich verändert, was auf einen Vertrauensverlust hinweist.
Positionen der Branche
Pauline Schneider von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSOA) sieht keine Notwendigkeit für eine Lockerung der Exportregeln. Die Exporte seien in den letzten Jahren gestiegen, was eine gute wirtschaftliche Lage der Branche zeige.
Matthias Zoller vom Branchenverband Swiss ASD warnt hingegen vor einem Know-how-Verlust. Die Art der exportierten Güter habe sich verändert, was auf einen Vertrauensverlust hinweise.
Dies würde der Schweiz internationales Ansehen kosten.
Zukunftsperspektiven
Die Schweiz bleibt im internationalen Vergleich eine Zwergin in diesem Sektor. Die Abstimmung über das Kriegsmaterialgesetz könnte die Zukunft der Rüstungsindustrie beeinflussen.
Einordnung für die Schweiz
Die Rüstungsindustrie ist ein kleiner, aber wichtiger Teil der Schweizer Wirtschaft. Die Abstimmung über das Kriegsmaterialgesetz könnte die Exportregeln lockern und die Branche beeinflussen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Gleichzeitig könnte ein Vertrauensverlust bei europäischen Partnern die Exporte beeinträchtigen.
Ausblick
Die Branche zeigt sich gespalten in ihrer Einschätzung der aktuellen Lage.
Einordnung
Die Rüstungsindustrie ist ein kleiner, aber wichtiger Teil der Schweizer Wirtschaft. Die Abstimmung über das Kriegsmaterialgesetz könnte die Exportregeln lockern und die Branche beeinflussen.
Was das für KMU bedeutet
Für KMU, die Komponenten für den Verteidigungssektor liefern, könnte eine Lockerung der Exportregeln neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig könnte ein Vertrauensverlust bei europäischen Partnern die Exporte beeinträchtigen.
Zahlen
- Beschäftigte in der Rüstungsindustrie
- 16’000
- Wertschöpfung der Rüstungsindustrie
- 2.8 Milliarden Franken
- Anteil der Rüstungsgüter an den Auslandverkäufen
- 0.2 Prozent
- Höchststand der Exporte
- 955 Millionen Franken (2022)
- Exporte nach Deutschland (2025)
- 386 Millionen Franken
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Abstimmung über Kriegsmaterial – Wie geht es der Schweizer Rüstungsindustrie?



