KI in der Schweiz: Experten diskutieren über Zukunft und Grenzen
Künstliche Intelligenz spielt eine immer grössere Rolle in der Arbeitswelt und im Privatleben. Doch nicht alle sind sich einig, welchen Stellenwert sie in der Zukunft haben sollte. Drei Experten geben Einblicke in die Diskussion.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- KI-Investitionen weltweit bei über 2,5 Billionen US-Dollar im Jahr 2026
- Mehrheit der Schweizer bevorzugt eine untergeordnete Rolle von KI
- Mobiliar nutzt Mobi-ChatGPT mit über 60'000 monatlichen Nutzungen
- KI soll menschliche Fähigkeiten erweitern, nicht ersetzen
- Gesellschaftliche Diskussion über Nutzung und Grenzen von KI notwendig
Key Facts
Überblick- Quelle
- it-markt.ch
- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 12:02
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Künstliche Intelligenz, Digitalisierung & Verwaltung
- Quellen
- 3 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- NeutralDiskussion über KI-Stellenwert
Ausgangslage
Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Alltag und der Arbeitswelt nicht mehr wegzudenken. Unternehmen sehen in der Technologie ein Potenzial für höhere Produktivität und Profite. Gemäss Gartner werden 2026 weltweit über 2,5 Billionen US-Dollar in KI investiert. Doch die Bevölkerung hat gemischte Gefühle. Eine Studie von Monda Futura zeigt, dass viele Schweizer eine Zukunft bevorzugen, in der KI nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Expertenmeinungen
Karsten Donnay, Professor für Digitale Demokratie an der Universität Zürich, betont, dass KI eine logische Fortsetzung der technologischen Entwicklung sei. Die zentrale Frage sei nicht, ob KI gut oder schlecht sei, sondern wie Gesellschaft und Unternehmen mit ihr umgehen. Marcus Schwemmle, der Leiter für Künstliche Intelligenz bei der Mobiliar, betrachtet KI als ein Hilfsmittel. Dieses soll die menschlichen Fähigkeiten verbessern. Es ersetzt diese aber nicht.
Donnay betont, dass die Technologie nicht als Gut oder Böse betrachtet werden sollte, sondern als Werkzeug, das je nach Anwendung unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Schwemmle ergänzt, dass die Integration von KI in bestehende Prozesse sorgfältig geplant werden muss, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Beide Experten sind sich einig, dass eine offene und transparente Diskussion über die Nutzung von KI notwendig ist.
Praxisbeispiel Mobiliar
Die Mobiliar setzt seit 2023 auf das datenschutzkonforme Mobi-ChatGPT, das monatlich über 60'000 Mal genutzt wird. Schwemmle betont, dass KI zwar neue Möglichkeiten schaffe, aber auch Kompetenz erfordere, um den richtigen Lösungsansatz zu wählen. Effizienzsteigerung dürfe nicht auf Kosten von Qualität oder Kundenerlebnis gehen.
Dies zeigt, dass KI in der Lage ist, bestehende Prozesse zu verbessern, ohne die Privatsphäre der Kunden zu gefährden. Die hohe Nutzungsrate des Tools unterstreicht die Akzeptanz innerhalb des Unternehmens und die Bereitschaft, neue Technologien einzusetzen.
Gesellschaftliche Akzeptanz
Raffael Wüthrich, Gründer des Vereins Monda Futura, kritisiert den hohen Energie- und Ressourcenverbrauch von KI sowie die Angst vor Arbeitsplatzverlusten. Dennoch sieht er positive Aspekte, wie die Demokratisierung von Grafikerstellung, Textverbesserung und juristischer Auskunft. Der IGEM-Digimonitor 2026 zeigt, dass 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung KI regelmässig nutzen.
Die ökologischen Auswirkungen der Technologie müssen genauso berücksichtigt werden wie die sozialen und wirtschaftlichen. Die Demokratisierung von KI-Anwendungen bietet zwar Vorteile, doch diese müssen gegen die potenziellen Nachteile abgewogen werden.
Zukunftsperspektiven
Donnay betont die Notwendigkeit, über die Nutzung und Grenzen von KI zu diskutieren. Es gehe darum, die Technologie in eine Richtung zu lenken, die allen zugutekommt und nicht nur den Tech-Konzernen. Die Diskrepanz zwischen Nutzung und Akzeptanz sei typisch für neue Technologien und erfordere eine intensivere gesellschaftliche Auseinandersetzung.
Dies erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern auch ethische Richtlinien und politische Rahmenbedingungen.
Einordnung
KI ist eine Schlüsseltechnologie, die sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Die Diskussion über ihre Rolle in der Gesellschaft und Wirtschaft ist essenziell, um eine ausgewogene Zukunft zu gestalten.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich intensiv mit der Integration von KI auseinandersetzen müssen. Die Technologie kann Prozesse optimieren und neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen, erfordert aber auch eine kritische Auseinandersetzung mit den Grenzen und gesellschaftlichen Auswirkungen.
Zahlen
- KI-Investitionen weltweit
- 2,5 Billionen US-Dollar
- Nutzung von KI in der Schweiz
- 80 Prozent
- Nutzung von Mobi-ChatGPT
- 60'000 Mal pro Monat
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Wie stark betrifft Sie die Diskussion über KI in Ihrem Unternehmen?
Wir nutzen KI bereits aktiv.
Begriffe
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Technologie, die maschinelles Lernen und automatisierte Entscheidungsfindung ermöglicht
- Produktivitätswachstum
- Steigerung der Effizienz und Leistung durch den Einsatz von Technologien
- Datenschutzkonform
- Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und -richtlinien
Umfrage für Unternehmen
Planen Sie die Einführung oder Erweiterung von KI in Ihrem Unternehmen?
Antwort wählen – anonym, ohne Anmeldung
Auch berichtet von
Originaltitel: Wie sich die Schweiz eine ausgewogene KI-Zukunft sichern kann



