KI in der Schweiz: Experten diskutieren über Zukunft und Grenzen
Künstliche Intelligenz prägt zunehmend Arbeitswelt und Alltag. Doch während Unternehmen die Technologie nutzen, wünschen sich viele Schweizerinnen und Schweizer eine zurückhaltende Rolle von KI. Drei Experten ordnen die unterschiedlichen Perspektiven ein.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- KI-Investitionen 2026: 2,5 Billionen US-Dollar
- 60'000 Nutzung von Mobi-ChatGPT pro Monat
- 80 Prozent der Schweizer nutzen KI regelmässig
- Mehrheit wünscht sich begrenzte Rolle von KI
Key Facts
Überblick- Quelle
- Netzwoche
- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 11:51
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Künstliche Intelligenz, Digitalisierung & Verwaltung
- Quellen
- 3 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- Neutralgleiche Firma, gleicher Vorgang
Ausgangslage
Künstliche Intelligenz hat sich inzwischen in vielen Bereichen des Privatlebens und der Arbeitswelt etabliert. Sie ist heute allgegenwärtig. Firmen erkennen in der modernen Technologie eine Steigerung der Effizienz bei den Angestellten, was ihnen höhere Gewinne verspricht. Gemäss Gartner werden die globalen Investitionen in künstliche Intelligenz im Jahr 2026 voraussichtlich mehr als 2,5 Billionen US-Dollar betragen.
Gleichzeitig müssen sie die ethischen und sozialen Implikationen der Technologie berücksichtigen.
Unterschiedliche Perspektiven
Die Frage ist also nicht, ob die Entwicklung gut oder schlecht ist, sondern was Gesellschaft und Unternehmen jetzt damit machen würden: "Wollen wir Grenzen setzen? Wo setzen wir diese Grenzen?
Und wie genau stellen wir uns eine Zukunft mit KI vor?" Diese Haltung vertritt auch Marcus Schwemmle, Leiter Artificial Intelligence bei der Mobiliar. "Ob KI letztlich eine gute Entwicklung ist, entscheidet sich darin, wie wir als Gesellschaft mit ihr umgehen", sagt er und ergänzt: "Gute KI erweitert menschliche Fähigkeiten, statt sie zu ersetzen, und unterstützt Menschen, ohne ihnen die Verantwortung abzunehmen."
Praktische Anwendung
Die Mobiliar nutzt seit 2023 das datenschutzkonforme Mobi-ChatGPT, das monatlich über 60'000 Mal genutzt wird. KI hilft dabei, relevante Informationen aus Dokumenten zu extrahieren und für die weitere Verarbeitung bereitzustellen. Schwemmle warnt jedoch davor, KI als Allheilmittel zu sehen. Sie erweitere den bestehenden Werkzeugkasten, erfordere aber die Kompetenz, den richtigen Lösungsansatz zu wählen.
Gesellschaftliche Akzeptanz
Eine Umfrage von Monda Futura zeigt, dass die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung keine von KI durchdrungene Welt wünscht. Raffael Wüthrich, Gründer von Monda Futura, kritisiert den hohen Energie- und Ressourcenverbrauch von KI sowie die Angst vor Arbeitsplatzverlusten. Gleichzeitig räumt er ein, dass KI auch positive Aspekte habe, wie die Demokratisierung neuer Gesellschaftsbereiche.
Nutzung in der Schweiz
Trotz der Zurückhaltung nutzen rund 80 Prozent der Schweizer Bevölkerung regelmässig KI, wie der IGEM-Digimonitor 2026 zeigt. Donnay sieht darin keinen Widerspruch zur Studie von Monda Futura. Die Diskrepanz passe zur Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Technologie. Es sei notwendig, intensiver darüber zu diskutieren, wie und wofür KI genutzt werden solle.
Dennoch bleibt die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung bestehen. Donnay betont, dass eine offene und inklusive Diskussion über die Nutzung von KI notwendig sei, um die Technologie im Sinne der gesamten Gesellschaft zu gestalten. Dies erfordere den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Bevölkerung.
Einordnung
KI ist eine Schlüsseltechnologie, die sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Während Unternehmen die Produktivität steigern können, zeigt die Bevölkerung Skepsis gegenüber einer allgegenwärtigen KI. Die Diskussion über den richtigen Umgang mit der Technologie ist entscheidend für ihre zukünftige Entwicklung.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie KI gezielt einsetzen sollten, um Prozesse zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Gleichzeitig müssen sie die gesellschaftliche Akzeptanz und die ökologischen Auswirkungen berücksichtigen. Eine abwägende Nutzung von KI kann dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und gleichzeitig die Bedürfnisse der Kundschaft zu erfüllen.
Zahlen
- KI-Investitionen
- 2,5 Billionen US-Dollar
- Nutzung Mobi-ChatGPT
- 60'000 pro Monat
- KI-Nutzung Schweiz
- 80 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
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Begriffe
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Technologie, die Maschinen ermöglicht, menschenähnliche Aufgaben zu erledigen.
- Produktivitätswachstum
- Steigerung der Effizienz und Leistung durch den Einsatz neuer Technologien.
- Datenschutzkonform
- Einhaltung von Datenschutzrichtlinien und -vorschriften.
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