Cyberresilienz: Schweizer KMUs schützen sich technisch, aber organisatorisch hapert es
Schweizer KMUs schätzen ihre Cyberresilienz als gut ein, doch die Umsetzung organisatorischer Massnahmen hinkt hinterher. Eine aktuelle Studie zeigt, dass insbesondere grössere Unternehmen sich besser geschützt fühlen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- 6 Prozent der KMUs waren in den letzten drei Jahren von einem schwerwiegenden Cybervorfall betroffen.
- 7 Prozent der Befragten gaben an, bereits Opfer von Cybererpressungen geworden zu sein.
- Mit 81 Prozent geht eine klare Mehrheit zudem davon aus, dass die Gefahr durch KI steigen wird.
- 50 Prozent der KMUs schätzen ihre Cyberresilienz als gut oder sehr gut ein.
- Organisatorische Massnahmen wie Sicherheitsaudits und Notfallkonzepte werden deutlich seltener umgesetzt.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Netzwoche
- Veröffentlicht
- 22.10.2026, 13:31
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Digitalisierung & Verwaltung, Künstliche Intelligenz
- Quellen
- 2 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- NeutralTechnische und organisatorische Schutzmassnahmen
Ausgangslage
Die Studie "KMU Cybersicherheit 2026" offenbart eine Diskrepanz zwischen der wahrgenommenen und der tatsächlichen Cyberresilienz Schweizer KMUs. Während die technischen Schutzmassnahmen auf hohem Niveau stagnieren, werden organisatorische Massnahmen deutlich seltener umgesetzt.
Die Studie "KMU Cybersicherheit 2026" zeigt, dass die Selbsteinschätzung der Cyberresilienz bei Schweizer KMUs gestiegen ist. Im Vergleich zum Vorjahr haben mehr Unternehmen das Thema als Priorität erkannt. Dennoch bleibt die Umsetzung organisatorischer Massnahmen hinter den technischen Schutzmassnahmen zurück.
Die Studie unterstreicht, dass die wahrgenommene Resilienz bei grösseren Unternehmen tendenziell höher ist. Dies könnte darauf hindeuten, dass grössere Unternehmen über mehr Ressourcen verfügen, um sowohl technische als auch organisatorische Massnahmen umzusetzen.
Hintergrund
7 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie schon einmal Opfer von Cybererpressungen waren.
Die Studie hat auch das Sicherheitsgefühl gegenüber Cyberkriminalität untersucht. Laut den Autoren ist dieses Gefühl stabil geblieben. Der Anteil sank von 57 Prozent im Jahr 2024 auf 52 Prozent im Jahr 2025 und stieg dann auf 53 Prozent in diesem Jahr.
Allerdings erhöht sich gleichzeitig die Zahl der KMUs, die sich "(sehr) unsicher" fühlen, jährlich leicht: von 7 auf 9 auf aktuell 12 Prozent. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Wahrnehmung der Cybergefahr zunimmt, selbst wenn die technischen Massnahmen auf hohem Niveau stagnieren.
Einordnung für die Schweiz
Die Studie unterstreicht die wachsende Bedeutung von Cybersecurity für Schweizer KMUs. Die wahrgenommene Resilienz ist bei grösseren Unternehmen tendenziell ebenfalls grösser. Allerdings seien viele KMUs generell jedoch nicht fit in diesem digitalen Zeitalter, kommentierte Marc K. Peter, Professor für Digital Business an der HES-SO, die Studie während einer Medienkonferenz.
Die wachsende Bedeutung von Cybersecurity ist auch im internationalen Vergleich zu sehen. Schweizer KMUs müssen sich bewusst sein, dass sie Teil einer globalen Wirtschaft sind, in der Cyberangriffe zunehmen. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, sowohl technische als auch organisatorische Massnahmen zu stärken.
Die Studie zeigt auch, dass die KMUs, die besser zum Thema Cybersicherheit informiert sind, häufiger technische Sicherheitsmassnahmen umsetzen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter zu verbessern.
Was das für Unternehmen bedeutet
Schweizer KMUs müssen ihre organisatorischen Massnahmen stärken, um im Ernstfall besser gerüstet zu sein. Dies umfasst Sicherheitsaudits, Datenklassifizierung und Notfallkonzepte. Zudem sollten Verantwortlichkeiten für Cybersecurity klar definiert werden.
Unternehmen sollten nicht nur auf technische Lösungen setzen, sondern auch organisatorische Prozesse wie Sicherheitsaudits und Notfallkonzepte implementieren. Dies erfordert eine klare Definition von Verantwortlichkeiten und eine regelmässige Überprüfung der Massnahmen.
Ausblick
Die Studie zeigt, dass die technische Ausstattung der KMUs auf einem soliden Niveau ist. Allerdings müssen die Unternehmen ihre organisatorischen Prozesse verbessern, um ihre Cyberresilienz zu erhöhen. Dies ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als Wirtschaftsnation zu sichern.
Die Studie unterstreicht auch die Notwendigkeit, die digitale Maturität der KMUs zu erhöhen. Dies könnte durch gezielte Schulungen und die Entwicklung digitaler Strategien erreicht werden. Eine höhere digitale Maturität würde nicht nur die Cyberresilienz verbessern, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigern.
Einordnung
Die Studie "KMU Cybersicherheit 2026" zeigt, dass Schweizer KMUs zwar technisch gut gerüstet sind, aber organisatorische Massnahmen oft vernachlässigen. Dies ist ein generelles Problem, das die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz als Wirtschaftsnation beeinträchtigen könnte.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMUs bedeutet dies, dass sie ihre organisatorischen Prozesse verbessern müssen, um im Ernstfall besser gerüstet zu sein. Dies umfasst Sicherheitsaudits, Datenklassifizierung und Notfallkonzepte. Zudem sollten Verantwortlichkeiten für Cybersecurity klar definiert werden.
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
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Begriffe
- Cyberresilienz
- Fähigkeit eines Unternehmens, Cyberangriffe abzuwehren und sich von ihnen zu erholen.
- Sicherheitsaudits
- Regelmässige Überprüfung der Sicherheitsmassnahmen eines Unternehmens.
- Datenklassifizierung
- Einstufung von Daten nach ihrer Sensitivität und Bedeutung.
- Notfallkonzepte
- Pläne und Massnahmen zur Bewältigung von Cybervorfällen.
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