UN-Bericht: Welt wird 1.5-Grad-Limit überschreiten
Der neueste Emissions Gap Report der UNO zeigt, dass die globale Erwärmung nicht mehr bei 1.5 Grad gestoppt werden kann, ohne einen signifikanten Überschuss. Aktuelle Politik führt zu einer Erhöhung auf 2.8 Grad bis 2100.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Das 1.5-Grad-Ziel kann ohne Überschreitung nicht mehr erreicht werden.
- Aktuelle Politiken führen zu einer Erwärmung von 2.8 Grad bis 2100.
- Drastische Emissionsreduktionen sind notwendig, um eine Rückkehr zu 1.5 Grad zu erreichen.
- Die USA verzeichnen einen Anstieg der Emissionen, während andere Länder ihre Emissionen stabil halten.
- Schweizer Unternehmen müssen sich auf strengere Klimavorschriften und höhere Anpassungskosten einstellen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Trending Topics
- Veröffentlicht
- 21.10.2026, 07:55
- Rubrik
- Energie
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- NegativKlimapolitik und Wirtschaft
Ausgangslage
Der Emissions Gap Report 2026 des UN-Umweltprogramms (UNEP) bestätigt, dass das 1.5-Grad-Ziel nicht mehr ohne Überschreitung erreicht werden kann. Aktuelle Politiken führen zu einer globalen Erwärmung von 2.8 Grad bis zum Ende des Jahrhunderts. Der Bericht betont, dass die Zeit zum Handeln jetzt beginnt.
Der Bericht betont, dass die weltweite Erwärmung bereits spürbare Auswirkungen hat. 2024 war das erste Kalenderjahr, in dem die globale Durchschnittstemperatur über 1.5 Grad lag. Dies zeigt, dass die Auswirkungen des Klimawandels bereits jetzt sichtbar sind und dringendes Handeln erfordern.
Szenarien und Prognosen
Der Bericht modelliert mehrere Szenarien für die Erwärmung bis 2100. Selbst im optimistischsten Fall würde die Temperatur bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 1.7 bis 1.8 Grad ansteigen, bevor sie möglicherweise bis 2100 auf 1.5 Grad zurückfallen könnte. Dies erfordert jedoch drastische Emissionsreduktionen: 18 Prozent bis 2030, 45 Prozent bis 2035 und 69 Prozent bis 2040 im Vergleich zu 2025.
Die Prognosen zeigen, dass selbst im optimistischsten Szenario die Temperaturen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf 1.7 bis 1.8 Grad ansteigen werden, mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit. Dies würde erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und die Wirtschaft haben, insbesondere wenn es nicht gelingt, die Emissionen ausreichend zu reduzieren.
Aktuelle Entwicklungen
Im Jahr 2025 betrugen die globalen Treibhausgasemissionen 58.4 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente, leicht weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang ist jedoch hauptsächlich auf weniger Waldbrände zurückzuführen, während die Emissionen aus fossilen Brennstoffen weiter stiegen. Die G20-Länder sind für 76 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich und verzeichneten 2025 einen Anstieg der Emissionen um 0.7 Prozent.
Kritik an einzelnen Ländern
Der Bericht kritisiert insbesondere die USA, deren Emissionen 2025 um 133 Millionen Tonnen stiegen, getrieben durch höheren Strombedarf und eine Renaissance der Kohleenergie. China, die EU, Indien, Russland und Indonesien hielten ihre Emissionen dagegen relativ stabil. Viele Länder haben ihre Klimapläne nicht rechtzeitig eingereicht, was die Umsetzung der Pariser Klimaziele weiter verzögert.
Viele andere Länder haben ihre Klimapläne nicht rechtzeitig eingereicht, was die Umsetzung der Pariser Klimaziele weiter verzögert. Dies zeigt, dass internationale Zusammenarbeit und strengere Vorgaben notwendig sind, um die globalen Klimaziele zu erreichen.
Bedeutung für die Schweiz
Die Überschreitung des 1.5-Grad-Ziels könnte zu extremeren Wetterereignissen und höheren Anpassungskosten führen. Die Schweizer Politik muss daher ihre Klimaziele überprüfen und möglicherweise verschärfen, um den globalen Bemühungen gerecht zu werden.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Reduktion der eigenen Emissionen wird zunehmend wichtiger, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Investitionen in nachhaltige Technologien und die Anpassung an klimabedingte Risiken werden zentral.
Ausblick
Die nächste Gelegenheit, die globalen Klimaziele zu überprüfen und zu verschärfen, bietet die COP31-Klimakonferenz in Antalya, Türkei. Dort werden die Länder ihre Ambitionen neu bewerten und möglicherweise strengere Massnahmen beschliessen müssen, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.
Einordnung
Der Emissions Gap Report 2026 zeigt, dass die globalen Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels bisher nicht ausreichen. Die Überschreitung des 1.5-Grad-Ziels wird immer wahrscheinlicher, was weitreichende Folgen für die Umwelt und die Wirtschaft haben wird.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre Klimastrategien überprüfen und anpassen müssen. Die Reduktion der eigenen Emissionen und die Anpassung an klimabedingte Risiken werden zunehmend wichtig, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Zahlen
- Globale Treibhausgasemissionen 2025
- 58.4 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalente
- Prognostizierte Erwärmung bis 2100
- 2.8 Grad
- Emissionsreduktion bis 2030 nötig
- 18 Prozent
- Emissionsreduktion bis 2035 nötig
- 45 Prozent
- Emissionsreduktion bis 2040 nötig
- 69 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
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Begriffe
- Emissions Gap Report
- Bericht des UN-Umweltprogramms über die Lücke zwischen aktuellen Emissionen und den Zielen des Pariser Abkommens.
- CO2-Äquivalente
- Mass für den Treibhauseffekt verschiedener Gase, umgerechnet in CO2.
- Pariser Abkommen
- Internationales Abkommen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 2 Grad, idealerweise 1.5 Grad.
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Originaltitel: U.N. Report: The World Will Overshoot the 1.5-Degree Limit



