Switcher kehrt zurück: Nachhaltige Mode mit Herausforderungen
Das Schweizer Modelabel Switcher eröffnet nach seinem Konkurs drei neue Filialen. Die Marke setzt auf zeitlose Mode und faire Produktion, doch Nachhaltigkeit hat ihren Preis.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Switcher eröffnet drei neue Filialen nach Konkurs
- Marke setzt auf zeitlose Mode und faire Produktion
- Ein Drittel der Kleidung wird nie verkauft
- Produktion zu 95 Prozent in Indien, Preise zwischen 20 und 30 Franken
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 18.10.2026, 19:45
- Rubrik
- Märkte
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Lieferketten & Beschaffung, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NeutralEinzelhandel und Nachhaltigkeit
Ausgangslage
Switcher, bekannt für seine unifarbenen T-Shirts und Trainerhosen, war einst mit vielen Filialen in der Schweiz vertreten. Nach dem Konkurs vor zehn Jahren ist die Marke nun zurück: Seit diesem Sommer betreibt sie drei eigene Filialen und einen Onlineshop.
Switcher war in den 1990er-Jahren ein fester Bestandteil der Schweizer Modebranche. Mit dem gelben Wal im Logo und den unifarbenen Kleidungsstücken war die Marke weit verbreitet. Der Konkurs vor zehn Jahren bedeutete jedoch einen tiefen Einschnitt, da die Marke ihre Filialen schliessen musste.
Strategie
Switcher setzt auf zeitlose Mode statt auf trendige Schnitte oder Muster. Geschäftsführer Marc Joss betont, dass die Marke nicht extrem modisch sein will. Das Sortiment besteht aus vielen Kleidungsstücken, die seit Jahrzehnten zum Angebot gehören. Diese Strategie soll gegen das Problem der unverkauften Lagerware in der Textilindustrie vorgehen.
Switcher will mit seiner Strategie der zeitlosen Mode ein Gegenmodell zum Fast-Fashion-Trend schaffen. Die Marke setzt bewusst auf einfache Schnitte und klassische Farben, um die Lebensdauer der Kleidungsstücke zu verlängern. Dies soll auch die Kunden dazu ermutigen, bewusster einzukaufen.
Herausforderungen
Die Textilindustrie steht vor grossen Herausforderungen. Schätzungen von Oxfam zufolge werden bis zu einem Drittel aller hergestellten Kleidungsstücke nie verkauft. Tobias Meier von Fairtrade Max Havelaar sieht darin einen Wandel im Umgang mit Kleidung: Sie sei von einem Gebrauchsgut zu einem Verbrauchsgut geworden.
Ein weiteres Problem in der Textilindustrie ist die hohe Umweltbelastung. Die Produktion von Kleidung verbraucht enorme Mengen an Wasser und Energie, und die Entsorgung der Kleidung belastet die Umwelt zusätzlich. Switcher versucht, diesen Herausforderungen mit der Verwendung von Bio-Baumwolle und fairen Produktionsbedingungen zu begegnen.
Produktion
Switcher produziert zu 95 Prozent in Indien, was die Lieferkette kürzer hält als bei vielen anderen Marken. Die Preise für die Kleidung sind höher als bei Billigmodeketten, da faire Arbeitsbedingungen und Umweltstandards eingehalten werden. Ein Kurzarm-T-Shirt kostet zwischen 20 und 30 Franken.
Die Produktion in Indien ermöglicht es Switcher, die Lieferkette zu kontrollieren und faire Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Die Marke arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, um die Qualität und die Einhaltung der Standards sicherzustellen. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen.
Nachhaltigkeit
Die Marke verwendet mehrheitlich Bio-Baumwolle und teilweise Polyester. Geschäftsführer Joss hält wenig von exotischen Fasern wie Soja oder recycelten Fischernetzen, da Baumwolle massentauglich bleiben müsse. Eine Produktion in der Schweiz wäre zwar näher, aber die Löhne in der Textilindustrie seien überall niedrig.
Switcher setzt auf Bio-Baumwolle, da diese weniger Wasser und Pestizide benötigt als herkömmliche Baumwolle. Die Marke verwendet auch teilweise Polyester, um die Lebensdauer der Kleidungsstücke zu verlängern. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Umweltbelastung zu reduzieren und die Nachhaltigkeit zu erhöhen.
Einordnung für die Schweiz
Die Textilindustrie steht vor der Herausforderung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu vereinen. Switcher zeigt, dass es verschiedene Ansätze gibt, aber keine einfachen Lösungen. Die Marke hat ihren eigenen Weg gewählt, der auf faire Produktion und zeitlose Mode setzt.
Die Schweizer Textilindustrie steht vor der Herausforderung, nachhaltige Produktionsmethoden zu entwickeln, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich tragbar sind. Switcher zeigt, dass es möglich ist, faire Arbeitsbedingungen und Umweltstandards einzuhalten, ohne auf Massenproduktion zu setzen.
Bedeutung für KMU
Für Schweizer KMU in der Textilbranche bedeutet dies, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Frage der Ethik, sondern auch der Wirtschaftlichkeit ist. Unternehmen müssen abwägen, wie sie faire Arbeitsbedingungen und Umweltstandards einhalten können, ohne die Preise zu stark zu erhöhen.
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre Produktionsprozesse überprüfen und nach Möglichkeiten suchen müssen, nachhaltiger zu werden. Dies kann durch die Verwendung von Bio-Materialien, die Reduzierung der Lieferketten oder die Einführung fairer Arbeitsbedingungen erreicht werden.
Einordnung
Die Textilindustrie steht vor grossen Herausforderungen, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu vereinen. Switcher zeigt, dass es verschiedene Ansätze gibt, aber keine einfachen Lösungen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine Frage der Ethik, sondern auch der Wirtschaftlichkeit ist. Unternehmen müssen abwägen, wie sie faire Arbeitsbedingungen und Umweltstandards einhalten können, ohne die Preise zu stark zu erhöhen.
Zahlen
- Filialen
- 3
- Produktion in Indien
- 95 Prozent
- Preis T-Shirt
- 20 bis 30 Franken
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Wie stark betrifft Sie die Nachhaltigkeitsdebatte in der Textilindustrie?
Wir haben unsere Produktion bereits angepasst.
Begriffe
- Bio-Baumwolle
- Baumwolle, die ohne synthetische Pestizide und Düngemittel angebaut wird
- Fairtrade
- Ein Label, das faire Arbeitsbedingungen und Umweltstandards garantiert
Umfrage für Unternehmen
Wie stark betrifft Sie die Nachhaltigkeitsdebatte in der Textilindustrie?
Antwort wählen – anonym, ohne Anmeldung
Originaltitel: Switcher-Mode – Wie nachhaltig kann Mode sein?



