Schweiz im Mittelfeld bei Finanzinfrastruktur für digitale Assets
Die Schweiz belegt im internationalen Vergleich Rang 6 bei der Finanzinfrastruktur für Blockchain und Tokenisierung. Die Swiss Blockchain Federation sieht Handlungsbedarf bei Regulierung und KI-Anwendungen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Schweiz belegt Rang 6 im internationalen Vergleich der Finanzinfrastruktur für digitale Assets.
- Die Studie weist darauf hin, dass die Finma ihren Spielraum bei Praxisänderungen meist zulasten der Industrie ausschöpft, was zu Unsicherheiten führt.
- Die Finma wird kritisiert für lange Bearbeitungszeiten von Rulings und Fintech-Lizenzen.
- Die Schweiz sollte sich nicht an New York, London oder Singapur orientieren, wie die Studie nahelegt.
- Die Studie umfasst zusätzlich zur Rangliste und den Länderprofilen eine Bewertung der Vor- und Nachteile der Schweiz, globale Vergleiche sowie «Handlungsvorschläge für Vorschriften, digitale Währungen, Marktteilnahme, Kompatibilität, digitale Sicherheit und die Verbindung von Künstlicher Intelligenz und Blockchain».
- Unser Staat bleibt zwar weiterhin ein bedeutender Wirtschaftsstandort, jedoch schwindet der Vorsprung kontinuierlich. Andere Finanzzentren haben aufgeholt, und die Finanzmarktaufsicht Finma deutet ihre Aufgabe heute anders als noch vor einigen Jahren.
- Die Diagnose der Studie ist nicht neu: Die Schweiz war sehr gut gestartet (zum Beispiel mit dem DLT-Gesetz), weist eine hohe Rechtssicherheit und ein starkes Ökosystem mit spezialisierten Banken und Custodians auf. Unser Land ist zwar nach wie vor ein starker Standort, doch der Vorsprung bröckelt laufend, weil andere Finanzplätze aufgeholt haben und die Finanzmarktaufsicht Finma ihre Rolle offensichtlich anders interpretiert als noch vor ein paar Jahren.
Für die Schweiz Einschätzung der KI
- +Die Schweiz kann von einer klaren Positionierung als vertrauenswürdiger Standort profitieren.
- −Langsame Bearbeitung von Rulings und Fintech-Lizenzen durch die Finma bremst Innovationen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 03.11.2026, 13:57
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Künstliche Intelligenz, Neue Vorschriften & Compliance, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NeutralRegulierung und KI als Schwächen
Ausgangslage
Die Schweiz liegt im internationalen Vergleich bei der Finanzinfrastruktur für digitale Assets im Mittelfeld. Das zeigt der «SBF Global Benchmark Report 2026», den die Swiss Blockchain Federation (SBF) am Dienstag präsentiert hat. Die Schweiz belegt dabei Rang 6 von 15 Finanzplätzen.
Die Studie wurde von der Swiss Blockchain Federation mit Unterstützung der Amina Bank und MME erstellt. Sie ist die erste ihrer Art und bietet einen umfassenden Vergleich der Finanzplätze weltweit. Die Schweiz liegt damit hinter den USA, Singapur, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und Japan.
Hintergrund
Die Schweiz weist zwar eine hohe Rechtssicherheit und ein starkes Ökosystem auf, doch andere Finanzplätze haben aufgeholt.
Die Studie analysiert nicht nur die Technologie, sondern auch die Grundinfrastruktur des Finanzsystems der Zukunft. Geschäftsführer Pascal Ihle betonte, dass es um Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze geht. Die Studie beinhaltet zusätzlich zur Rangliste und den Länderprofilen eine Bewertung der Vor- und Nachteile der Schweiz, globale Vergleiche sowie «Handlungsvorschläge für Vorschriften, digitale Währungen, Marktteilhabe, Kompatibilität, Sicherheit gegen Cyberangriffe und die Verknüpfung von Künstlicher Intelligenz und Blockchain».
Was das bedeutet
Besonders betroffen sind Unternehmen, die auf digitale Assets und Blockchain-Technologien setzen. Die Schweiz könnte an Attraktivität als Standort verlieren, wenn sie nicht nachzieht.
Die langsame Bearbeitung von Rulings und Fintech-Lizenzen durch die Finma bremst Innovationen und macht es für Unternehmen schwieriger, in der Schweiz zu operieren. Die Studie weist darauf hin, dass die Finma ihren Spielraum bei Praxisänderungen meist zulasten der Industrie ausschöpft, was zu Unsicherheiten führt. Die Schweiz könnte als Standort an Attraktivität verlieren, wenn sie nicht nachzieht.
Ausblick
Die Swiss Blockchain Federation empfiehlt eine bessere Umsetzung der Regulierung durch die Finma, mehr Anwendungen künstlicher Intelligenz und eine Stärkung der Marktgrösse. Nur so kann die Schweiz ihre Position im internationalen Vergleich halten.
Dazu passt
Zahlen
- Rang der Schweiz im Global Benchmark Report
- 6
- Anzahl der Kriterien im Vergleich
- 11
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Umfrage für Unternehmen
Wie stark betrifft Sie die langsame Bearbeitung von Rulings und Fintech-Lizenzen durch die Finma?
Antwort wählen – anonym, ohne Anmeldung
Originaltitel: Swiss Blockchain Federation: So kann die Schweiz bei der Finanzinfrastruktur mithalten



