Suva korrigiert jede zehnte Arztrechnung und spart Millionen
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) hat 2025 fast drei Millionen Arztrechnungen überprüft und rund 300'000 davon korrigieren lassen. Trotz dieser Einsparungen stiegen die ausbezahlten Leistungen auf über 1,3 Milliarden Franken. Die Suva sieht in der Rechnungskontrolle einen wichtigen Hebel zur Stabilisierung der Gesundheitskosten.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Suva hat 2025 fast drei Millionen Arztrechnungen kontrolliert.
- Rund 300'000 Rechnungen wurden korrigieren lassen.
- Die ausbezahlten Leistungen stiegen auf 1,34 Milliarden Franken.
- Die Einsparungen durch Rechnungskontrollen betrugen 123 Millionen Franken.
- Die Digitalisierung spielte eine wichtige Rolle bei der Kostenkontrolle.
Key Facts
- Quelle
- finews.ch
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 10:47
- Rubrik
- Finanzen
- Schwerpunkte
- Gesundheitswesen unter Druck, Neue Vorschriften & Compliance, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- Neutral – betrifft Schweizer KMU-Gesundheitskosten
Ausgangslage
Die Suva hat 2025 2,9 Millionen Arztrechnungen kontrolliert. Davon wurden 297'000 Rechnungen, also etwa jede zehnte, wegen Fehlern oder Unstimmigkeiten zurückgewiesen. Vereinzelte Abrechnungen erfolgten für Leistungen, die tatsächlich nicht erbracht worden waren.
Trotz der Korrekturen stiegen die ausbezahlten Leistungen auf 1,34 Milliarden Franken, was einem Anstieg von 6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Suva betont, dass die Einsparungen durch die Rechnungskontrollen letztlich den versicherten Betrieben zugutekommen.
Dennoch bleiben die Gesundheitskosten ein zentrales Thema für die Unfallversicherung.
Hintergrund
Von 1,14 Milliarden Franken im Jahr 2021 stieg der Betrag auf 1,34 Milliarden Franken im Jahr 2025. Dies entspricht einem Anstieg von rund 17,5 Prozent.
Gleichzeitig stiegen die durch Rechnungskontrollen erzielten Einsparungen von 82 Millionen Franken im Jahr 2021 auf 123 Millionen Franken im Jahr 2025. Über die fünf Jahre summieren sich die Einsparungen auf 530 Millionen Franken.
Der Anteil der automatisch verarbeiteten Rechnungen stieg von 62 Prozent im Jahr 2021 auf 75 Prozent im Jahr 2025. Dies ermöglichte eine effizientere Prüfung und reduzierte die Rückweisungsquote.
Einordnung für die Schweiz
Die steigenden Gesundheitskosten sind ein bundesweites Problem, das auch die Unfallversicherung betrifft. Die Suva sieht in der systematischen Rechnungskontrolle einen wichtigen Hebel, um die Kosten im Griff zu behalten.
Die Einsparungen in Höhe von 123 Millionen Franken machen etwa 9,2 Prozent der tatsächlich ausgezahlten Heilkosten aus. Dies zeigt, dass eine konsequente Prüfung der Rechnungen einen erheblichen Beitrag zur Stabilisierung der Kosten leisten kann.
Die Suva arbeitet eng mit Spitälern, Arztpraxen und Therapeuten zusammen und setzt auf einheitliche Standards sowie digitale Abrechnungsprozesse. Dies soll die Abrechnungspraxis verbessern und die Kosten weiter senken.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für die versicherten Betriebe bedeutet dies, dass die Prämien stabiler bleiben. Ohne die Einsparungen durch die Rechnungskontrollen wären die Prämien im Durchschnitt rund 3 Prozent höher.
Die Suva gibt Überschüsse unter anderem über tiefere Prämien weiter. Dies kommt den versicherten Betrieben zugute und hilft ihnen, die Kosten im Griff zu behalten.
Unternehmen können von der verbesserten Abrechnungspraxis profitieren, da dies zu einer stabileren Finanzierung der Unfallversicherung beiträgt. Dies ist besonders wichtig in Zeiten steigender Gesundheitskosten.
Ausblick
Mit der Kampagne «Kosten im Griff» möchte die Suva zusätzlich auf die Wichtigkeit einer korrekten Rechnungsstellung hinweisen.
Dies würde den versicherten Betrieben zugutekommen und die Stabilität der Prämien sichern.
Die Suva wird weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Leistungserbringern setzen, um die Abrechnungspraxis zu verbessern und die Kosten im Griff zu behalten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die steigenden Gesundheitskosten zu bewältigen.
Zahlen
- Ausbezahlte Leistungen
- 1,34 Milliarden Franken
- Korrigierte Rechnungen
- 297'000
- Einsparungen durch Rechnungskontrollen
- 123 Millionen Franken
- Automatisierte Rechnungsverarbeitung
- 75 Prozent
Einordnung
Die steigenden Gesundheitskosten sind ein zentrales Thema für die Unfallversicherung. Die Suva sieht in der systematischen Rechnungskontrolle einen wichtigen Hebel, um die Kosten im Griff zu behalten. Die Digitalisierung und die Zusammenarbeit mit Leistungserbringern spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass die Prämien stabiler bleiben. Ohne die Einsparungen durch die Rechnungskontrollen wären die Prämien im Durchschnitt rund 3 Prozent höher. Dies kommt den versicherten Betrieben zugute und hilft ihnen, die Kosten im Griff zu behalten.
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Warum sind die Gesundheitskosten in der Unfallversicherung gestiegen?
Die Gesundheitskosten sind gestiegen, weil die Zahl der geprüften Rechnungen und die Komplexität der Behandlungen zugenommen haben. Gleichzeitig stiegen die Kosten für medizinische und therapeutische Leistungen.
Wie trägt die Digitalisierung zur Kostenkontrolle bei?
Die Digitalisierung ermöglicht eine effizientere Prüfung der Rechnungen und reduziert die Rückweisungsquote. Dies trägt dazu bei, die Kosten im Griff zu behalten und die Prämien stabil zu halten.
Begriffe
- Rückweisungsquote
- Anteil der Rechnungen, die wegen Fehlern oder Unstimmigkeiten zurückgewiesen werden.
- Automatisierte Rechnungsverarbeitung
- Verarbeitung von Rechnungen durch digitale Systeme, um die Effizienz zu steigern.
- Heilkosten
- Kosten für medizinische und therapeutische Leistungen nach Unfällen.
Originaltitel: Suva korrigiert noch jede zehnte Rechnung



