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Studie: Europas Abhängigkeit von ausländischer Digitaltechnik wächst

Europa ist heute stärker von ausländischen Digitaltechnologien abhängig als vor einem Jahrzehnt. Eine Studie zeigt, dass die Abhängigkeit in Bereichen wie Betriebssystemen, Suchmaschinen und Cloud-Diensten besonders hoch ist.

Titelbild zu: Studie: Europas Abhängigkeit von ausländischer Digitaltechnik wächst
Bild: t3n

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Europas Abhängigkeit von ausländischer Digitaltechnik ist gestiegen.
  • Deutschland hat einen DDI-Wert von 0,73 und liegt im mittleren Feld.
  • Die Abhängigkeit bei Software und IT-Dienstleistungen hat zugenommen.
  • Die Schweiz könnte ähnlich betroffen sein wie andere europäische Länder.
  • Unternehmen sollten ihre Abhängigkeiten überprüfen und reduzieren.

Key Facts

Überblick
Quelle
t3n
Veröffentlicht
28.10.2026, 08:00
Rubrik
Technologie
Schwerpunkte
Digitalisierung & Verwaltung, Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Neue Vorschriften & Compliance
Einschätzung (KI)
NegativDigitaltechnik-Importabhängigkeit steigt
  1. Ausgangslage

    Der Digital Dependence Index (DDI) untersucht die Abhängigkeit von 51 Industrieländern und Schwellenländern in vier zentralen Bereichen: Handel mit Hardware, IT-Dienstleistungen, Software-Plattformen und Technologiepatenten.

  2. Hintergrund

    Der durchschnittliche DDI-Wert europäischer Staaten erhöhte sich zwischen 2010 und 2023 um 0,5 Prozentpunkte auf 0,69. Im Gegensatz dazu konnten China und die USA ihre Abhängigkeit deutlich reduzieren. Deutschland erreicht mit einem DDI-Wert von 0,73 im weltweiten Vergleich Platz 25. Das Land positioniert sich damit im mittleren Bereich. Österreich und Thailand liegen auf demselben Rang.

    Deutschland weist eine geringe Abhängigkeit bei Informations- und Kommunikationstechnologie-Patenten auf, doch im globalen Vergleich bleibt der Rückstand zu den USA, China und Südkorea beträchtlich. Die Studie zeigt, dass Europa in Bereichen wie Betriebssystemen, Suchmaschinen und Cloud-Diensten fast ausschliesslich auf ausländische Anbieter angewiesen ist. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die digitale Souveränität Europas zu stärken.

  3. Einordnung für die Schweiz

    Besonders in Bereichen wie Cloud-Diensten und Software-Plattformen könnte dies zu Herausforderungen führen.

  4. Was das für Unternehmen bedeutet

    Für Unternehmen in Europa, insbesondere in Deutschland, bedeutet dies, dass sie bei der Nutzung von Digitaltechnologien stark auf ausländische Anbieter angewiesen sind. Dies kann zu Risiken in Bezug auf Datensicherheit, Compliance und Wettbewerbsfähigkeit führen. Unternehmen sollten daher ihre Abhängigkeiten überprüfen und nach Möglichkeiten suchen, diese zu reduzieren.

  5. Betroffene Branchen und Berufe

    In diesen Bereichen sind Betriebssysteme, Cloud-Dienste und Software-Plattformen essenziell für den täglichen Betrieb. Berufe, die mit der Verwaltung und Analyse grosser Datenmengen zu tun haben, wie Datenwissenschaftler und IT-Spezialisten, sind ebenfalls stark betroffen.

  6. Offene Fragen und nächste Schritte

    Eine zentrale Frage ist, wie Europa seine digitale Souveränität stärken kann, ohne dabei Innovationen zu behindern. Dies erfordert eine ausgewogene Politik, die sowohl die Förderung einheimischer Technologien als auch die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern unterstützt.

    Dies könnte die Prüfung alternativer Anbieter, die Investition in eigene Technologien oder die Zusammenarbeit mit europäischen Partnern umfassen. Entscheidend ist, dass Unternehmen ihre Abhängigkeiten verstehen und Strategien entwickeln, um diese zu reduzieren. Dies erfordert eine kontinuierliche Überwachung und Anpassung der IT-Strategie.

  7. Ausblick

    Die Forscher machen darauf aufmerksam, dass die sogenannte Irland-Problematik zu einer statistischen Verzerrung führen kann. Dieser Effekt entsteht, weil zahlreiche US-Grossunternehmen aus steuerlichen Gründen ihren Firmensitz in Irland haben. Ohne Irland würde die europäische Handelsbilanz bei digitalen Dienstleistungen von einem Überschuss in ein Defizit von rund 350 Milliarden US-Dollar kippen. Dies zeigt die Notwendigkeit, die digitale Souveränität Europas zu stärken.

  8. Einordnung

    Die Studie zeigt, dass Europa in den letzten zehn Jahren seine digitale Abhängigkeit nicht reduzieren konnte, während China und die USA Fortschritte gemacht haben. Dies könnte langfristig zu Wettbewerbsnachteilen führen.

  9. Was das für KMU bedeutet

    Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre Abhängigkeit von ausländischen Digitaltechnologien überprüfen sollten. Dies könnte Risiken in Bezug auf Datensicherheit und Compliance mit sich bringen, die durch eine diversifizierte Technologiestrategie reduziert werden können.

Zahlen

DDI-Wert Europa
0,69
DDI-Wert China
0,43
DDI-Wert USA
0,38
DDI-Wert Deutschland
0,73
Defizit ohne Irland
350 Milliarden US-Dollar

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Originaltitel: Studie zeigt: Europa ist heute abhängiger von ausländischer Digitaltechnik als vor 10 Jahren