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Rieter senkt Jahresziele trotz Wachstum durch Barmag-Übernahme

Der Textilmaschinenhersteller Rieter verzeichnete in den ersten neun Monaten 2026 ein Wachstum, senkte jedoch seine Jahresprognosen deutlich. Das operative Ergebnis könnte nun ins Negative abgleiten.

Titelbild zu: Rieter senkt Jahresziele trotz Wachstum durch Barmag-Übernahme
Bild: Moneycab

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Rieter verzeichnete ein Wachstum von 70 Prozent bei den Bestellungen und nahezu eine Verdopplung des Umsatzes.
  • Die Ziele für das Gesamtjahr wurden deutlich gesenkt, das operative Ergebnis könnte ins Negative abgleiten.
  • Anhaltender Margendruck und eine langsame Markterholung in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Amerika sind die Hauptgründe für die pessimistische Prognose.
  • Rieter setzt auf Restrukturierungsmassnahmen und Standortverlagerungen, um wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zu schaffen.
  • Daniel Lippuner wird neuer CEO, während Carl Illi das VR-Präsidium interimistisch übernimmt.

Key Facts

Überblick
Quelle
Moneycab
Veröffentlicht
28.10.2026, 07:45
Rubrik
Unternehmen
Schwerpunkte
Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
Einschätzung (KI)
Negativgleiche Meldung
  1. Ausgangslage

    Rieter hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2026 ein beachtliches Wachstum verzeichnet. Dies ist hauptsächlich auf die Übernahme von Barmag zurückzuführen. Dennoch hat das Unternehmen die Ziele für das laufende Jahr deutlich gesenkt. Besonders besorgniserregend ist die Prognose für das operative Ergebnis, das nun sogar rote Zahlen zeigen könnte.

    Das Unternehmen muss sich nun auf eine vorsichtigere Prognose einstellen, was die strategische Ausrichtung und die finanziellen Planungen beeinflusst.

  2. Zahlen und Fakten

    Insgesamt beliefen sich die Bestellungen von Rieter seit Jahresbeginn auf 951,4 Millionen Franken, was einem Anstieg von 70 Prozent entspricht. Der Umsatz verdoppelte sich nahezu auf 898,6 Millionen Franken. Der Bestellungsbestand liegt derzeit bei rund 850 Millionen Franken. Die Übernahme von Barmag trug massgeblich zu diesen Zahlen bei, mit 469,1 Millionen Franken an Bestellungen und 462,3 Millionen Franken an Umsatz.

    Die Übernahme von Barmag hat einen erheblichen Einfluss auf die Zahlen von Rieter. Ohne diese Übernahme wäre das Wachstum deutlich geringer ausgefallen. Die organische Entwicklung zeigt jedoch einen Rückgang.

  3. Herausforderungen

    Trotz des Wachstums zeigt sich Rieter pessimistisch für das Gesamtjahr. Bei der operativen EBIT-Marge wird ein Wert von -2 bis 0 Prozent erwartet, was einem deutlichen Rückgang gegenüber den zuvor angepeilten 0 bis 3 Prozent entspricht. Diese Anpassungen sind auf anhaltenden Margendruck und eine langsamer als erwartete Markterholung in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Amerika zurückzuführen.

  4. Restrukturierung

    Rieter setzt weiterhin auf Restrukturierungs- und Footprint-Massnahmen. In der Abteilung für kurze Stapelfasern gibt es Pläne, Teile der Spulmaschinenproduktion von Deutschland nach China zu verlegen. Die Division Components & Technology strebt die Schliessung von Standorten in Europa an, um wettbewerbsfähige Kostenstrukturen zu schaffen. Zusätzlich sind in Deutschland Massnahmen zur Neuausrichtung der Standorte Neumünster und Remscheid geplant.

    Die Verlegung einzelner Spulmaschinenabteilungen von Deutschland nach China stellt eine überlegte Massnahme dar, um die Fertigungskosten zu reduzieren.

  5. Führungswechsel

    Ab nächster Woche übernimmt Daniel Lippuner die Position des CEO. Der bisherige CEO Thomas Oetterli gibt sowohl den CEO-Posten als auch das VR-Präsidium ab. Carl Illi wird das VR-Präsidium interimistisch führen.

  6. Einordnung

    Rieter ist ein international tätiges Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Textilmaschinen spezialisiert hat. Die Übernahme von Barmag sollte das Wachstum und die Marktposition des Unternehmens stärken. Dennoch zeigt sich, dass externe Faktoren wie Margendruck und eine langsame Markterholung die Prognosen beeinflussen können.

  7. Was das für KMU bedeutet

    Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass auch bei Wachstum externe Faktoren wie Marktentwicklung und Kostenstrukturen sorgfältig überwacht werden müssen. Restrukturierungsmassnahmen und Standortverlagerungen können notwendig sein, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Zahlen

Bestellungen
951,4 Millionen Franken
Umsatz
898,6 Millionen Franken
Bestellungsbestand
850 Millionen Franken
Organisches Wachstum der Bestellungen
-10,5 Prozent
Organisches Wachstum des Umsatzes
-2,1 Prozent
Erwarteter Umsatz für 2026
1,3 bis 1,5 Milliarden Franken
Erwartete operative EBIT-Marge
-2 bis 0 Prozent

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

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Originaltitel: Rieter erwartet nur noch eine «rote Null»