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PFAS-Sanierung am Flughafen Salzburg: 50 Millionen Euro und komplexe Herausforderungen

Der Flughafen Salzburg plant die zweite Phase der PFAS-Sanierung, die mit Kosten von 50 Millionen Euro verbunden ist. Die Belastung stammt aus früheren Löschschaumübungen der Flughafenfeuerwehr.

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • PFAS-Sanierung am Flughafen Salzburg kostet 50 Millionen Euro
  • Belastung stammt aus früheren Löschschaumübungen der Flughafenfeuerwehr
  • Sanierungsmassnahmen umfassen Dichtwand, Brunnen und Reinigungsanlage
  • Finanzierung durch Altlastensanierungsfonds und eigene Mittel des Flughafens
  • Herausforderungen bei der Entsorgung von belastetem Erdreich

Key Facts

Überblick
Quelle
BIZ24-Recherche
Recherchiert aus
fakten.org, airportzentrale.de, airliners.de
Veröffentlicht
12.10.2026, 17:53
Rubrik
Mobilität
Schwerpunkte
Neue Vorschriften & Compliance, Energiekosten & -versorgung
Einschätzung (KI)
NegativUmweltbelastung und Kosten
  1. Ausgangslage

    Der Flughafen Salzburg steht vor einer umfassenden Sanierung, um PFAS-Rückstände im Boden und Grundwasser zu beseitigen. Die Gesamtkosten der zweiten Sanierungsphase werden auf etwa 50 Millionen Euro geschätzt. Die Belastung mit PFAS stammt von früheren Übungen der Flughafenfeuerwehr, bei denen PFAS-haltige Löschschäume verwendet wurden.

    Am Flughafen wurden Untersuchungen durchgeführt, die auf rund 50.000 Kubikmeter belastetes Erdreich hindeuteten. Im Grundwasser hat sich eine Schadstofffahne entwickelt, die ungefähr 3,5 Kilometer lang ist. Laut Flughafenangaben bleibt die öffentliche Wasserversorgung unberührt, denn die Verschmutzung ist auf einen begrenzten Bereich beschränkt.

    Die PFAS-Belastung am Flughafen Salzburg ist ein Ergebnis jahrzehntelanger Nutzung von Löschschäumen, die damals als sicher galten. Die Schadstoffe haben sich über die Jahre im Boden und Grundwasser angesammelt, was eine umfassende Sanierung erforderlich macht. Die Belastung ist lokal begrenzt, doch die Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit sind langfristig. Der Flughafen hat daher frühzeitig Massnahmen ergriffen, um die Ausbreitung der Schadstoffe zu verhindern.

  2. Sanierungsmassnahmen

    Die zweite Sanierungsphase umfasst den Bau einer bis zu 25 Meter tiefen Dichtwand, zusätzliche Brunnen und eine neue Grundwasserreinigungsanlage. Zudem sollen rund 56.000 Quadratmeter unversiegelter Flächen abgedichtet werden.

    Die Vorerkundungen beginnen im Sommer 2027, während die Hauptarbeiten 2028 und 2029 durchgeführt werden sollen. Der Abschluss der Sanierung ist für 2030 vorgesehen. Die Umsetzung ist jedoch weiterhin abhängig von behördlichen Genehmigungen sowie einer geordneten Beseitigung des kontaminierten Bodens.

  3. Finanzierung

    Der Flughafen hat beim österreichischen Altlastensanierungsfonds einen Zuschuss beantragt. Der Zuschuss soll bis zu 30 Millionen Euro betragen. Damit sollen die Kosten gedeckt werden. Die verbleibenden Kosten trägt der Flughafen aus eigenen Mitteln. Damit stammt rund drei Fünftel der geschätzten Sanierungskosten aus der staatlichen Förderung, der Rest aus dem Betriebsbudget.

    Der Flughafen muss abwägen, wie viel er in die Sanierung investieren kann, ohne seine anderen operativen Aktivitäten zu beeinträchtigen. Die staatliche Förderung ist daher ein wichtiger Beitrag, um die finanzielle Belastung zu verringern und die Sanierung voranzutreiben.

  4. Herausforderungen

    Ein zentrales Problem ist die fehlende verbindliche rechtliche Grundlage für die Entsorgung von PFAS-belastetem Erdreich in Österreich. Der Flughafen hat daher ein Zwischenlager für das belastete Erdreich eingerichtet.

    Bereits 2023 begann die erste Sanierungsphase mit Massnahmen zur Grundwasserreinigung. Diese werden bis zur vollständigen Inbetriebnahme der neuen Anlagen fortgeführt.

    Die rechtlichen und technischen Herausforderungen bei der Entsorgung von PFAS-belastetem Material sind komplex und erfordern eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Flughafen, den Behörden und anderen beteiligten Parteien. Die fehlenden rechtlichen Grundlagen machen die Sanierung schwieriger und teurer, da der Flughafen eigene Lösungen finden muss. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer klaren und verbindlichen Regulierung auf nationaler Ebene.

  5. Einordnung

    PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind chemische Verbindungen, die wegen ihrer Beständigkeit und Wasserabweisenden Eigenschaften in verschiedenen Industrien eingesetzt wurden. Sie sind jedoch umweltgefährdend und gesundheitsschädlich, weshalb ihre Verwendung in vielen Ländern eingeschränkt oder verboten wurde.

  6. Was das für KMU bedeutet

    Für Schweizer KMU, die in der Logistik oder im Transportsektor tätig sind, könnte die Sanierung am Flughafen Salzburg ein Präzedenzfall sein. Die hohen Kosten und die komplexen rechtlichen Herausforderungen bei der Entsorgung von PFAS-belastetem Material könnten auch für andere Unternehmen relevant werden, die mit ähnlichen Altlasten zu kämpfen haben.

Zahlen

Gesamtkosten der Sanierung
50 Millionen Euro
Belastetes Erdreich
50.000 Kubikmeter
Länge der Schadstofffahne im Grundwasser
3,5 Kilometer
Zuschuss aus dem Altlastensanierungsfonds
bis zu 30 Millionen Euro

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Eigene Recherche von BIZ24 aus öffentlich zugänglichen Quellen: fakten.org, airportzentrale.de, airliners.de.