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Organisatorische Sicherheit: Mensch als Schutzfaktor und Lieferketten-Risiko

Datensicherheit hängt nicht nur von Technik ab, sondern auch von organisatorischen Massnahmen und einer klaren Sicherheitskultur. Eine aktuelle Studie zeigt, dass viele Unternehmen bei der Absicherung ihrer Lieferketten noch Nachholbedarf haben.

Bild: Netzwoche

Das Wichtigste in Kürze

  • 79 Prozent der Unternehmen haben Security Awareness organisatorisch verankert.
  • Zwei Drittel der Unternehmen verfügen über definierte Sicherheits- und Datenprozesse.
  • Nur 14 Prozent der Firmen verwalten Risiken von Lieferanten und Lieferketten auf strukturierte Weise.
  • Nur jedes fünfte Unternehmen gibt an, die Compliance-Anforderungen systematisch verankert zu haben.

Key Facts

Quelle
Netzwoche
Veröffentlicht
13.10.2026, 14:10
Rubrik
Technologie
Schwerpunkte
Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Lieferketten & Beschaffung, Neue Vorschriften & Compliance
Einschätzung (KI)
Neutral – Sicherheitslücken in Lieferketten

Ausgangslage

Datensicherheit ist ein komplexes Thema, das über technische Lösungen hinausgeht. Eine Studie zeigt, dass 79 Prozent der befragten Unternehmen Security Awareness bereits organisatorisch verankert haben. Regelmässige Schulungen und Verhaltensrichtlinien haben dazu beigetragen, dass Mitarbeitende nicht mehr primär als Schwachstelle, sondern als erste Verteidigungslinie gesehen werden.

Die Studie zeigt, dass die Sensibilisierung der Mitarbeitenden in weiten Teilen der Unternehmenslandschaft etabliert ist. Regelmässige Schulungen und Phishing-Simulationen haben dazu beigetragen, dass Mitarbeitende Sicherheitsrisiken besser erkennen und darauf reagieren können. Dennoch bleibt der Faktor Mensch ein kritischer Punkt, insbesondere an den Schnittstellen zum vernetzten Ökosystem.

Hintergrund

Strukturell haben sich viele Unternehmen weiter professionalisiert. Zwei Drittel der Unternehmen verfügen über definierte Sicherheits- und Datenprozesse. Jedes zweite Unternehmen hat verbindliche Governance-Verantwortlichkeiten etabliert, um Sicherheit im operativen Alltag zu gewährleisten.

Die Professionalisierung der Sicherheitsstrukturen ist ein wichtiger Schritt, doch viele Unternehmen haben noch nicht alle notwendigen Massnahmen vollständig umgesetzt. Definierte Sicherheits- und Datenprozesse sind zwar vorhanden, aber die Umsetzung und Überwachung dieser Prozesse bleibt oft lückenhaft. Dies zeigt, dass trotz Fortschritten noch Handlungsbedarf besteht.

Einordnung für die Schweiz

Die Studie zeigt jedoch auch deutliche Defizite auf. 21 Prozent der Unternehmen setzen organisatorische Massnahmen nur ad hoc oder bruchstückhaft um. Besonders kritisch ist die Situation bei der Absicherung des vernetzten Ökosystems. Nur 14 Prozent der Firmen verwalten Risiken von Drittanbietern und Lieferketten auf strukturierte Weise.

Die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung erfordert eine ganzheitliche Sicherheitsstrategie, die sowohl interne als auch externe Risiken berücksichtigt. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Sicherheitsmassnahmen kontinuierlich zu überprüfen und anzupassen.

Was das für Unternehmen bedeutet

Angreifer nutzen zunehmend Dienstleister, ICT-Zulieferer und Lieferanten als Einfallstore. Es fehlt an Transparenz und standardisierten Sicherheitsaudits für Lieferanten und Partner. Zudem melden lediglich 20 Prozent der Unternehmen, dass sie Compliance-Vorschriften, etwa das Schweizer DSG oder die EU-DSGVO, systematisch umsetzen und in regelmässigen Abständen kontrollieren.

Unternehmen müssen erkennen, dass Sicherheitsrisiken nicht nur innerhalb der eigenen Organisation liegen, sondern auch in der Lieferkette. Eine systematische Absicherung der Lieferkette kann helfen, diese Risiken zu minimieren und die operative Cyberresilienz zu stärken. Compliance-Anforderungen sollten nicht nur als Pflicht, sondern als integraler Bestandteil der Sicherheitsstrategie verstanden werden.

Betroffene Branchen und Berufe

Dazu gehören beispielsweise die Industrie, der Handel und die Dienstleistungsbranche. In diesen Bereichen sind Unternehmen stark abhängig von externen Partnern und Zulieferern, was die Risiken von Cyberangriffen erhöht.

Berufe, die direkt mit der IT-Sicherheit und dem Risikomanagement befasst sind, gewinnen an Bedeutung. Dazu gehören IT-Sicherheitsbeauftragte, Compliance-Manager und Risikomanager. Diese Fachkräfte sind entscheidend für die Umsetzung und Überwachung von Sicherheitsmassnahmen. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, diese Berufe weiter zu stärken und in die Sicherheitsstrategie zu integrieren.

Offene Fragen und Handlungsempfehlungen

Wie effektiv sind die bestehenden Schulungen und Verhaltensrichtlinien wirklich? Gibt es ausreichend standardisierte Sicherheitsaudits für Lieferanten und Partner? Diese Fragen müssen Unternehmen und Organisationen dringend klären.

Entscheider sollten jetzt prüfen, wie sie ihre Sicherheitsstrategien anpassen können, um die identifizierten Lücken zu schliessen. Dazu gehört die systematische Absicherung der Lieferkette, die regelmässige Überprüfung von Compliance-Anforderungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Sicherheitskultur. Nur so kann eine reale operative Cyberresilienz erreicht werden.

Ausblick

Viele Unternehmen haben interne Sicherheitsmassnahmen bereits umgesetzt. Eine reale Rundum-Sicherheit entsteht erst, wenn Lieferketten ebenso konsequent geschützt werden wie das eigene Unternehmen.

Die Zukunft der Datensicherheit liegt in einer ganzheitlichen Herangehensweise, die technische, organisatorische und externe Faktoren berücksichtigt. Unternehmen, die ihre Lieferketten systematisch absichern und Compliance-Anforderungen proaktiv umsetzen, werden langfristig von einer höheren Cyberresilienz profitieren. Eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Sicherheitsmassnahmen ist dabei essenziell.

Zahlen

Unternehmen mit Security Awareness
79%
Unternehmen mit systematischem Supply-Chain-Risikomanagement
14%
Unternehmen mit systematischer Compliance-Verankerung
20%

Einordnung

Die Studie unterstreicht die Bedeutung einer ganzheitlichen Sicherheitsstrategie, die sowohl interne als auch externe Faktoren berücksichtigt. Cyberangriffe werden zunehmend komplexer und zielen auf Schwachstellen in der Lieferkette ab.

Was das für KMU bedeutet

Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre Sicherheitsstrategien überdenken und auch ihre Lieferketten systematisch absichern müssen. Eine proaktive Herangehensweise an Compliance und Sicherheitsaudits kann langfristig Kosten sparen und Reputationsrisiken minimieren.

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

Warum ist die Absicherung der Lieferkette so wichtig?

Angreifer nutzen zunehmend Schwachstellen in der Lieferkette als Einfallstore. Eine systematische Absicherung kann diese Risiken minimieren.

Wie können Unternehmen ihre Sicherheitskultur stärken?

Regelmässige Schulungen, Phishing-Simulationen und klare Verhaltensrichtlinien können die Sicherheitskultur im Unternehmen stärken.

Begriffe

Security Awareness
Sensibilisierung der Mitarbeitenden für Sicherheitsrisiken und -massnahmen.
Compliance
Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und interner Richtlinien.
Supply-Chain-Risikomanagement
Systematische Absicherung und Steuerung von Risiken in der Lieferkette.
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Originaltitel: Organisatorische Sicherheit: Der Faktor Mensch schützt, die Lieferkette wackelt