Novartis meldet Tumorfälle nach Gentherapie mit Zolgensma
Novartis hat neun Tumorfälle bei Kindern gemeldet, die mit der Gentherapie Zolgensma behandelt wurden. In zwei Fällen könnte ein Zusammenhang mit der Therapie bestehen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Novartis meldet neun Tumorfälle bei Kindern nach Zolgensma-Behandlung
- In zwei Fällen könnte ein Zusammenhang mit der Therapie bestehen
- Zolgensma wird zur Behandlung der seltenen Erbkrankheit SMA eingesetzt
- Die Therapie wurde 2019 als medizinischer Durchbruch gefeiert
- Novartis betont, dass das Risiko einer Tumorbildung bereits bekannt war
Für die Schweiz Einschätzung der KI
- −(+) Novartis ist ein wichtiger Arbeitgeber und Innovator in der Schweiz
- −(-) Die Meldung könnte das Vertrauen in Gentherapien beeinträchtigen
Key Facts
Überblick- Quelle
- Moneycab
- Veröffentlicht
- 06.11.2026, 14:46
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Gesundheitswesen unter Druck
- Einschätzung (KI)
- NegativRisiko für Pharmaunternehmen
Ausgangslage
Novartis meldete weltweit neun Tumorfälle bei Kindern, die vorher mit der Gentherapie Zolgensma behandelt worden waren. In zwei Situationen deuten Anzeichen auf eine Verbindung zur Therapie hin. Die Therapie, die 2019 als medizinischer Durchbruch gefeiert wurde, steht nun wegen möglicher Sicherheitsrisiken in der Kritik.
Die Tumorfälle werfen nun Fragen auf, ob die Therapie sicher genug ist und ob weitere Untersuchungen notwendig sind, um mögliche Risiken besser zu verstehen.
Hintergrund
Zolgensma dient der Therapie der spinalen Muskelatrophie (SMA), einer seltenen genetischen Erkrankung. Dabei sterben Nervenzellen ab, was zu einer fortschreitenden Muskelschwäche führt. Kinder unter zwei Jahren erhalten die Therapie einmalig als Infusion. Dabei wird eine funktionierende Kopie des defekten Gens in die Zellen eingeschleust. Bei der Markteinführung 2019 sorgte Zolgensma auch wegen seines hohen Preises von rund 2,1 Millionen Dollar pro Behandlung für Schlagzeilen.
Zolgensma nutzt einen viralen Vektor, um funktionsfähige Gene in die Zellen der Patienten einzuschleusen. Dieser Vektor kann theoretisch genetisches Material in die DNA der Patienten integrieren, was zu unkontrolliertem Zellwachstum führen könnte. Die genaue Ursache der Tumore ist noch nicht vollständig geklärt, aber die Integration von Vektor-DNA in die DNA der Patienten könnte eine Rolle spielen.
Was das bedeutet
Für die betroffenen Kinder und ihre Familien bedeutet die Meldung eine zusätzliche Belastung. Die Gentherapie war eine Hoffnung auf Heilung, doch die Tumorfälle werfen Fragen zur Sicherheit auf. Novartis weist darauf hin, dass die mögliche Gefahr einer Krebsentstehung durch die Integration von Vektor-DNA in die Erbinformation bereits in der Fachinformation zu Zolgensma genannt wird. Dennoch könnte die Meldung das Vertrauen in die Therapie beeinträchtigen und die weitere Verbreitung verzögern.
Für die Eltern der betroffenen Kinder bedeutet die Meldung eine zusätzliche emotionale Belastung. Sie müssen nun abwägen, ob die potenziellen Risiken der Therapie die Vorteile überwiegen. Die Meldung könnte auch die Bereitschaft anderer Eltern beeinflussen, ihre Kinder mit Zolgensma behandeln zu lassen, selbst wenn die Therapie als medizinischer Durchbruch gilt.
Ausblick
Weitere Untersuchungen und Angaben der Zulassungsbehörden werden erwartet. Die Gentherapie bleibt ein wichtiger Ansatz zur Behandlung der SMA, doch die aktuellen Meldungen zeigen, dass die Sicherheit weiterhin im Fokus stehen muss.
Dazu passt
Zahlen
- Anzahl der behandelten Patienten
- Laut Novartis haben seit der Zulassung weltweit mehr als 6000 Patienten im Rahmen klinischer Studien, spezieller Zugangsprogramme und regulärer Behandlungen Zolgensma erhalten.
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Novartis meldet Tumorfälle bei Kindern nach Zolgensma-Behandlung



