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Zürcher Wohnungsmarkt zeigt erste Entspannungstendenzen

Die Leerstandsquote im Kanton Zürich steigt leicht an, während die Preise für Wohneigentum weiter steigen. Die Zürcher Kantonalbank sieht darin einen möglichen Wendepunkt.

Bild: finews.ch

Das Wichtigste in Kürze

  • Leerwohnungsziffer im Kanton Zürich steigt leicht auf 0,52 Prozent.
  • ZKB sieht mögliche Trendwende beim Zürcher Wohnungsmarkt.
  • Nettozuwanderung und Bautätigkeit als Hauptfaktoren für Entspannung.
  • Hypothekarischer Referenzzinssatz könnte aufgrund höherer Energiekosten steigen.
  • Preise für Wohneigentum bleiben hoch, steigen aber langsamer.

Key Facts

Quelle
finews.ch
Veröffentlicht
13.10.2026, 08:56
Rubrik
Immobilien
Region
Aargau, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Luzern, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Tessin, Waadt, Wallis, Zug, Zürich
Schwerpunkte
Neue Vorschriften & Compliance
Einschätzung (KI)
Neutral – Folgen für Schweizer KMU

Ausgangslage

Der Zürcher Wohnungsmarkt war in den letzten Jahren durch eine extreme Knappheit geprägt. Die Leerstandsquote sank auf historische Tiefstwerte, während die Preise für Wohneigentum kontinuierlich stiegen. Gemäss der Zürcher Kantonalbank (ZKB) könnte sich diese Situation nun langsam ändern.

Die ZKB verzeichnete im dritten Quartal 2026 eine leichte Erhöhung der Leerwohnungsziffer im Kanton Zürich. Diese stieg von 0,48 Prozent im Jahr 2025 auf 0,52 Prozent. Zwar bleiben die Leerstände historisch betrachtet auf tiefen Niveaus, doch die ZKB interpretiert dies als möglichen Auftakt zu einer Trendwende.

Die starke Konkurrenz unter Wohnungssuchenden auf dem Zürcher Wohnungsmarkt hat in den letzten Jahren zu Gedränge bei Besichtigungen und kurzen Verfügbarkeitsfenstern für Wohnungen geführt. Diese Dynamik erhöhte den Druck auf die Mietpreise und schwächte die Verhandlungsposition der Mieter.

Hintergrund

Die ZKB führt die Entspannungstendenzen auf zwei Hauptfaktoren zurück: die abnehmende Nettozuwanderung und die gestiegene Bautätigkeit. Beide Entwicklungen führen zu einem höheren Wohnungsangebot und einem geringeren Druck auf dem Markt.

Ursina Kubli, die Leiterin des Immobilien-Research bei der ZKB, macht deutlich, dass man noch nicht entspannt sein darf. Dennoch bewegt sich der Markt weg von der maximalen Knappheit. Die steigenden Leerwohnungszahlen sind besonders in der Agglomeration und in der Stadt Zürich zu beobachten.

Die ZKB betont, dass die steigenden Leerwohnungszahlen besonders in der Agglomeration und in der Stadt Zürich zu beobachten sind. Dies deutet darauf hin, dass die Entspannungstendenzen in den am stärksten beanspruchten Gebieten des Kantons beginnen. Die abnehmende Nettozuwanderung und die gestiegene Bautätigkeit sind die Haupttreiber dieser Entwicklung.

Einordnung für die Schweiz

Die Entwicklung im Kanton Zürich könnte Auswirkungen auf den gesamten Schweizer Immobilienmarkt haben. In den letzten Jahren sind viele Haushalte wegen der Wohnungsknappheit in günstigere Nachbarkantone gezogen. Wenn der Druck in Zürich nachlässt, könnten auch weniger Haushalte wegziehen.

Für bestehende Mieter könnte sich die Situation jedoch verschlechtern. Die ZKB erwartet, dass der hypothekarische Referenzzinssatz aufgrund der höheren Energiekosten steigen wird. Dies könnte zu höheren Mieten führen, insbesondere für Mieter mit variabel verzinslichen Hypotheken.

Was das für Unternehmen bedeutet

Für Immobilienunternehmen und Investoren könnte die leichte Entspannung auf dem Zürcher Wohnungsmarkt neue Chancen eröffnen. Eine höhere Leerstandsquote könnte den Druck auf die Mietpreise verringern und die Verhandlungsposition der Mieter stärken.

Gleichzeitig bleibt der Markt für Wohneigentum angespannt. Die Preise für Eigenheime steigen weiter, wenn auch in einem verlangsamten Tempo. Unternehmen, die in Immobilien investieren, müssen weiterhin mit hohen Preisen und einer begrenzten Verfügbarkeit rechnen.

Ausblick

Die Entspannungstendenzen auf dem Zürcher Wohnungsmarkt könnten sich fortsetzen, doch eine deutliche Wende ist noch nicht in Sicht.

Die Entwicklung des hypothekarischen Referenzzinssatzes wird ein wichtiger Faktor sein. Steigende Zinsen könnten die Mietpreise beeinflussen und die Finanzierungskosten für Immobilien erhöhen. Unternehmen und Investoren müssen diese Entwicklungen genau beobachten.

Zahlen

Leerwohnungsziffer Kanton Zürich
0,52 Prozent
Preisanstieg Wohneigentum Schweiz 2027
2,5 Prozent
Preisanstieg Wohneigentum Kanton Zürich 2027
2 Prozent

Einordnung

Der Schweizer Immobilienmarkt war in den letzten Jahren durch eine extreme Knappheit geprägt. Die Leerstandsquote sank auf historische Tiefstwerte, während die Preise für Wohneigentum kontinuierlich stiegen. Die leichte Entspannung im Kanton Zürich könnte ein erstes Zeichen für eine Trendwende sein.

Was das für KMU bedeutet

Für Schweizer KMU im Immobilienbereich könnte die leichte Entspannung auf dem Zürcher Wohnungsmarkt neue Chancen eröffnen. Eine höhere Leerstandsquote könnte den Druck auf die Mietpreise verringern und die Verhandlungsposition der Mieter stärken. Gleichzeitig müssen Unternehmen weiterhin mit hohen Preisen und einer begrenzten Verfügbarkeit von Wohneigentum rechnen.

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

Welche Faktoren führen zur Entspannung auf dem Zürcher Wohnungsmarkt?

Die abnehmende Nettozuwanderung und die gestiegene Bautätigkeit führen zu einem höheren Wohnungsangebot und einem geringeren Druck auf dem Markt.

Wie könnte sich die Entwicklung im Kanton Zürich auf den gesamten Schweizer Immobilienmarkt auswirken?

Wenn der Druck in Zürich nachlässt, könnten auch weniger Haushalte in günstigere Nachbarkantone ziehen. Dies könnte die Wohnungsknappheit in anderen Regionen verringern.

Begriffe

Leerwohnungsziffer
Anteil der leerstehenden Wohnungen an der Gesamtzahl der Wohnungen.
Hypothekarischer Referenzzinssatz
Zinssatz, der als Grundlage für die Berechnung von Hypothekenzinsen dient.
Nettozuwanderung
Differenz zwischen Zu- und Wegzügen in einem bestimmten Zeitraum.
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Originaltitel: Muss man sich bei Wohnungsbesichtigungen bald weniger drängeln?