Migros plant radikalen Umbau: Zentralisierung der Genossenschaften
Die Migros will ihre zehn regionalen Genossenschaften zu einer einzigen zusammenführen. Präsidentin Ursula Nold betont, dass es nicht primär um Einsparungen geht, sondern um eine zukunftsfähige Struktur.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Migros plant Zusammenführung ihrer zehn regionalen Genossenschaften zu einer einzigen.
- Ziel ist eine einfachere und schlagkräftigere Struktur, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Abstimmung über den Umbau findet im nächsten Sommer statt.
- Kritiker sehen die Zentralisierung als zu spät und fordern schnelle Umsetzung.
- Bis zu 3000 Jobs könnten wegfallen, interne Umplatzierungen sind geplant.
Key Facts
Überblick- Quelle
- SRF News – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 28.10.2026, 21:02
- Rubrik
- Unternehmen
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NeutralSchweizer Detailhandel
Ausgangslage
Die Migros steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Die Detailhändlerin plant, ihre zehn regionalen Genossenschaften zu einer einzigen zu vereinigen. Diese Zentralisierung soll die Effizienz steigern und die Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Die Entscheidung darüber fällt im nächsten Sommer durch eine Abstimmung der Genossenschaften.
Die Migros hat bereits erste Schritte zur Vorbereitung des Umbaus eingeleitet. So wurden bereits 1000 Produkte im Sortiment günstiger gemacht. Diese Massnahmen sollen die Kundschaft spüren und die Notwendigkeit des Wandels verdeutlichen.
Hintergrund
Ursula Nold, Präsidentin der Migros-Verwaltung, erklärt, dass der Zeitpunkt für den Umbau ideal sei. Der Wettbewerb und das Einkaufsverhalten hätten sich stark verändert, was eine einfachere und schlagkräftigere Struktur erfordere. Nold verweist darauf, dass die Migros in den letzten Jahren an organisatorischem Leistungsvorsprung verloren habe.
Nold betont, dass die Migros trotz des Umbaus ihre strategische Ausrichtung beibehält. Die Zentralisierung dient lediglich dazu, die operative Effizienz zu steigern und die Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen zu verbessern. Dies soll sicherstellen, dass die Migros ihre Position als führender Detailhändler in der Schweiz behält.
Einordnung für die Schweiz
Die Migros folgt damit einem Trend, den bereits andere Detailhändler wie Coop vor 25 Jahren vollzogen haben. Die Zentralisierung soll es ermöglichen, schneller auf Marktveränderungen und Kundbedürfnisse zu reagieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Migros mit dieser Entscheidung zu spät kommt und wertvolle Zeit verloren hat.
Die Zentralisierung könnte andere Unternehmen dazu bewegen, ähnliche Schritte zu überlegen, um im Wettbewerb zu bestehen. Dies könnte zu einer Konsolidierung des Marktes führen und die Wettbewerbsintensität erhöhen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Migros zeigt, dass selbst etablierte Unternehmen ihre Organisationsformen anpassen müssen, um im Wettbewerb zu bestehen. Dies könnte auch für KMU ein Anreiz sein, ihre eigenen Prozesse zu optimieren.
Ausblick
Die Umsetzung der neuen Strukturen wird Jahre in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit muss die Migros sowohl die Umbauphase bewältigen als auch das Tagesgeschäft weiterentwickeln. Nold betont, dass die Strategie des Supermarkts dabei unverändert bleibt.
Nold betont, dass die Zentralisierung nicht zu Lasten der Belegschaft gehen soll. Stattdessen sollen die Mitarbeiter von den neuen Strukturen profitieren und ihre Fähigkeiten in neuen Rollen einsetzen können. Dies könnte die Motivation und Produktivität der Belegschaft steigern.
Auswirkungen auf Mitarbeiter
Laut Medienberichten könnten durch den Umbau bis zu 3000 Jobs wegfallen. Nold versichert jedoch, dass Einsparungen nicht das Hauptziel sind. Stattdessen sollen Parallelstrukturen abgebaut und betroffenen Mitarbeitenden interne Alternativen angeboten werden.
Dies soll sicherstellen, dass keine Arbeitsplätze verloren gehen und die Mitarbeiter weiterhin im Unternehmen bleiben können.
Einordnung
Die Migros folgt mit ihrer Zentralisierung einem Trend, der bereits von anderen Detailhändlern wie Coop vor Jahren umgesetzt wurde. Die Globalisierung und Digitalisierung haben den Wettbewerb verschärft, was eine Anpassung der Unternehmensstrukturen erforderlich macht.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU könnte der Schritt der Migros ein Weckruf sein, ihre eigenen Organisationsformen zu überprüfen. Effizienzsteigerungen und Anpassungen an veränderte Marktbedingungen sind auch für kleinere Unternehmen entscheidend, um langfristig erfolgreich zu sein.
Zahlen
- Anzahl Genossenschaften
- 10
- Anzahl Produkte, die günstiger gemacht wurden
- 1000
- Gesamt-Sortiment
- bis zu 40'000 Artikel
- Kulturprozent
- 140 Millionen Franken pro Jahr
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Migros im Umbruch – Ursula Nold: «Bei einem Nein wiederholen wir die Abstimmung»



