Cyberangriff auf Kühlsysteme französischer Supermärkte verursacht hohe Verluste
Hacker haben die Kühlsysteme Hunderter französischer Supermärkte manipuliert und dadurch erhebliche Lebensmittelverluste verursacht. Die Angreifer nutzten bekannte Schwachstellen in Geräten des dänischen Herstellers Danfoss aus.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Angreifer nutzten Schwachstellen in Danfoss-Kältereglern aus
- Rund 300 Filialen der Supermarktgruppe Les Mousquetaires betroffen
- erhebliche Lebensmittelverluste
- Ermittlungen zur Identität der Angreifer laufen
Key Facts
Überblick- Quelle
- Netzwoche
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 11:12
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Digitalisierung & Verwaltung
- Quellen
- 2 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- Negativbetrifft Supermarktketten und Lieferketten
Ausgangslage
Eine Cyberattacke hat die Kühlsysteme von rund 300 Filialen der französischen Supermarktgruppe Les Mousquetaires sowie weiteren Läden der Ketten Coopérative U und E.Leclerc beeinträchtigt. Die Angreifer aktivierten eine Abtaufunktion und erhitzten die Kühlgeräte auf bis zu 50 Grad Celsius. Dadurch wurden frische und tiefgekühlte Lebensmittel unbrauchbar.
Die Angreifer konnten die Solltemperatur der Geräte auf bis zu 50 Grad Celsius erhöhen, was dazu führte, dass die Lebensmittel schnell verderbten. Die betroffenen Supermärkte mussten ihre gesamten Tiefkühlbestände entsorgen, was zu erheblichen finanziellen Verlusten führte.
Da die Kühlsysteme über mehrere Stunden nicht funktionierten, mussten die Läden ihre Bestellungen anpassen und möglicherweise zusätzliche Lieferungen anfordern, um den Bedarf der Kunden zu decken. Dies führte zu zusätzlichen Kosten und Komplexitäten in der Logistik.
Hintergrund
Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle in den Kältereglern des dänischen Herstellers Danfoss aus. Laut Berichten der französischen Zeitung La Dépêche konnten sie über das Internet erreichbare Systeme manipulieren. Die betroffenen Geräte waren zwar nicht mit den Firmennetzwerken verbunden, boten aber bei unzureichender Absicherung dennoch eine Angriffsfläche.
Die Angreifer fanden mit Shodan Danfoss-Systeme, die über das Internet erreichbar waren.
Im Steuerungssystem AK-SM 800A von Danfoss wurden seit 2023 mehrere Schwachstellen entdeckt. Einige dieser Lücken gelten als kritisch. Patches waren verfügbar, wurden jedoch nicht auf allen betroffenen Geräten eingesetzt. Danfoss erklärte, dass das Unternehmen seinen Kunden seit Langem empfiehlt, unterstützte Systeme aktuell zu halten.
Einordnung für die Schweiz
Die zunehmende Vernetzung von Geräten erhöht das Risiko solcher Angriffe, insbesondere wenn Sicherheitsupdates nicht rechtzeitig installiert werden.
Die zunehmende Vernetzung von Geräten erhöht das Risiko solcher Angriffe. Es ist wichtig, dass Unternehmen in der Schweiz ihre IT-Sicherheitsstrategien überprüfen und sicherstellen, dass alle Geräte mit Internetzugang regelmässig auf den neuesten Stand gebracht werden.
Unternehmen sollten diese Ressourcen nutzen, um ihre Systeme zu schützen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle Geräte mit Internetzugang regelmässig auf den neuesten Stand gebracht werden. Besonders kritisch sind Geräte, die von extern aus überwacht oder gewartet werden können. Eine regelmässige Überprüfung der Sicherheitsmassnahmen ist essenziell, um solche Angriffe zu verhindern.
Unternehmen sollten auch Schulungen für Mitarbeiter anbieten, um das Bewusstsein für IT-Sicherheit zu stärken. Dies umfasst die Erkennung von Phishing-E-Mails, sicheres Passwortmanagement und die richtige Handhabung von sensiblen Daten. Eine umfassende Sicherheitsstrategie sollte sowohl technische als auch organisatorische Massnahmen umfassen.
Ausblick
Die Ermittlungen zur Identität der Angreifer und deren Motive laufen noch. Die französische Cybersicherheitsbehörde Anssi koordiniert den Austausch mit europäischen Partnerbehörden. Ziel ist es, weitere betroffene Unternehmen und Länder zu ermitteln. Unternehmen sollten die Entwicklungen genau verfolgen und ihre Sicherheitsstrategien anpassen.
Dies umfasst nicht nur die Installation von Sicherheitsupdates, sondern auch die Schulung von Mitarbeitern und die Implementierung von Best Practices für IT-Sicherheit.
Einordnung
Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen sind ein wachsendes Problem. Die zunehmende Vernetzung von Geräten erhöht das Risiko solcher Angriffe, insbesondere wenn Sicherheitsupdates nicht rechtzeitig installiert werden.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre IT-Sicherheitsstrategien überprüfen und sicherstellen müssen, dass alle Geräte mit Internetzugang regelmässig auf den neuesten Stand gebracht werden.
Zahlen
- Betroffene Filialen
- 300 (Les Mousquetaires) + 100 (Coopérative U) + mehrere (E.Leclerc)
- Temperaturanstieg
- bis zu 50 Grad Celsius
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Welche Massnahmen können Unternehmen ergreifen, um solche Angriffe zu verhindern?
Unternehmen sollten sicherstellen, dass alle Geräte mit Internetzugang regelmässig auf den neuesten Stand gebracht werden. Besonders kritisch sind Geräte, die von extern aus überwacht oder gewartet werden können.
Wie können Unternehmen ihre IT-Sicherheitsstrategien verbessern?
Eine regelmässige Überprüfung der Sicherheitsmassnahmen ist essenziell. Unternehmen sollten auch Schulungen für Mitarbeiter anbieten, um das Bewusstsein für IT-Sicherheit zu stärken.
Begriffe
- Kälteregler
- Geräte zur Regelung der Temperatur in Kühlsystemen
- Firmware
- Software, die in elektronischen Geräten eingebettet ist und deren Funktionalität steuert
- Patch
- Ein Update, das Sicherheitslücken in Software schliesst
Auch berichtet von
Originaltitel: Kühlschränke von Supermarktketten gehackt und abgetaut
