IWF: Weltwirtschaftswachstum erst 2027 wieder stärker
Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet erst im nächsten Jahr eine deutliche Belebung der Weltwirtschaft. Die Prognosen für 2026 wurden leicht angepasst, während die Energiepreise und politische Spannungen weiterhin Risiken darstellen.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- IWF korrigiert Wachstumsprognose für 2026 auf 3,1 Prozent
- 2027 wird ein Wachstum von 3,4 Prozent erwartet
- Energiepreise und politische Spannungen bleiben Risikofaktoren
- KI-Investitionen stützen die Wirtschaft
- Inflation steigt 2026 auf 4,7 Prozent
Key Facts
Überblick- Quelle
- BIZ24-Recherche
- Recherchiert aus
- cash.ch, de.marketscreener.com, onvista.de
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 13:01
- Rubrik
- Wirtschaft
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance, Digitalisierung & Verwaltung
- Einschätzung (KI)
- NeutralPrognose für Österreich
Aktuelle Prognose
Der IWF hat seine Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft leicht nach oben korrigiert. Die Finanzorganisation hat ihre Prognose für dieses Jahr leicht erhöht, von 3,5 auf 3,1 Prozent. 2027 werden es voraussichtlich unverändert 3,4 Prozent bleiben, falls sich die Situation im Nahen Osten wie prognostiziert beruhigt. Die Weltwirtschaft wurde durch die hohen Energiepreise belastet, wie der IWF ergänzte. Gleichzeitig trugen aber hohe Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) der Wirtschaft. Besonders Indien und Deutschland könnten überdurchschnittlich wachsen.
Die globale Wirtschaft hat sich in diesem Jahr bisher stärker entwickelt als erwartet. Dennoch bleibt das Wachstum moderat, was auf anhaltende globale Herausforderungen hindeutet. Der IWF betont, dass die Investitionen in KI und Technologie eine wichtige Rolle bei der Stützung der Wirtschaft spielen, insbesondere in Ländern wie den USA und China.
Risikofaktoren
Neben den Konflikten im Iran und der Ukraine sieht der IWF weitere Risiken. Handelsstreitigkeiten und schwankende Energiepreise belasten die Wirtschaft. Die Verschuldung in vielen Ländern steigt weiter an. Allerdings sorgt der Boom bei KI-Hardware für eine gewisse Entlastung. Der Handel mit KI-relevanten Gütern ist stark gestiegen, insbesondere zwischen den USA und China.
Die Weltwirtschaft wurde durch hohe Energiepreise belastet, ergänzte der IWF. Gleichzeitig stützten aber hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) die Wirtschaft. Der IWF warnt vor den Folgen von Handelsstreitigkeiten, die wie eine dunkle Wolke über der Wirtschaft liegen. Die Energiepreise seien nicht nur höher, sondern auch schwankungsanfälliger. Die hohe Verschuldung in vielen Ländern verschärft die Lage zusätzlich.
Regionale Unterschiede
In Europa werden Irland und Spanien voraussichtlich hohe Wachstumsraten aufweisen. Deutschland könnte 2026 um 1,3 Prozent und 2027 um 1,1 Prozent wachsen. Den USA sagt der IWF für 2026 und 2027 jeweils ein Wachstum von 2,3 Prozent voraus, getragen vom privaten Konsum, den hohen Staatsausgaben sowie Technologieinvestitionen. China dürfte um 4,5 und 4,0 Prozent zulegen, einen Tick weniger als bisher geschätzt. Indien bleibt mit 7,0 Prozent pro Jahr ein starker Wachstumstreiber.
Die regionalen Unterschiede im Wirtschaftswachstum sind deutlich. Während die USA und China weiterhin starke Wachstumstreiber bleiben, zeigt Indien ein besonders dynamisches Wachstum. In Europa könnten Irland und Spanien überdurchschnittlich performen, während Deutschland von staatlichen Investitionen profitiert.
Inflation und Energie
Die weltweite Inflation soll 2026 auf 4,7 Prozent steigen, nach 4,1 Prozent im Vorjahr. 2027 wird sie voraussichtlich wieder bei 4,1 Prozent liegen, was 0,2 Punkte über der bisherigen Erwartung liegt. Die Energiepreise bleiben ein zentraler Unsicherheitsfaktor, insbesondere durch die anhaltenden Spannungen in der Strasse von Hormus.
Das hat Folgen für die weltweite Inflation. Sie dürfte 2026 auf 4,7 (2025: 4,1) Prozent steigen. 2027 wird sie nach Schätzung des IWF zwar wieder bei 4,1 Prozent liegen, das sind aber 0,2 Punkte mehr als bisher angenommen. Der IWF erwartet, dass die Inflation 2026 auf 4,7 Prozent steigen wird, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen könnte. Der von den USA begonnene Iran-Krieg hat zu Einschränkungen bei Öl- und Gaslieferungen durch die Strasse von Hormus geführt.
Der IWF geht davon aus, dass sich die Lage in der wichtigen Meerenge am Persischen Golf 2027 schrittweise bessert. Bis Oktober 2027 dürfte die Schifffahrtsstrasse weitgehend wie vor dem Krieg wieder genutzt werden. Trotzdem dürfte die Unsicherheit hoch bleiben, ebenso wie die Energiepreise.
Langfristige Perspektive
Für die Jahre 2028 bis 2031 erwartet der IWF ein durchschnittliches Wachstum von 3,2 Prozent pro Jahr. Dies ist niedriger als der Durchschnitt von 3,7 Prozent zwischen 2000 und 2019. Insgesamt tragen nur 32 Länder 95 Prozent des weltweiten Wachstums, was die wirtschaftliche Ungleichheit verdeutlicht.
Einordnung
Der IWF betont, dass die Weltwirtschaft trotz einiger positiver Entwicklungen weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert ist. Die hohen Energiepreise und politischen Spannungen könnten die wirtschaftliche Erholung verzögern. Gleichzeitig bieten Investitionen in KI und Technologie Chancen für ein stärkeres Wachstum in bestimmten Regionen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich auf eine weiterhin unsichere wirtschaftliche Lage einstellen müssen. Die hohen Energiepreise und die Inflation könnten die Kosten erhöhen, während die Nachfrage nach KI-Lösungen steigen könnte. Unternehmen sollten ihre Investitionsentscheidungen sorgfältig abwägen und auf mögliche Handelsstreitigkeiten vorbereitet sein.
Zahlen
- Wachstum 2026
- 3,1 Prozent
- Wachstum 2027
- 3,4 Prozent
- Inflation 2026
- 4,7 Prozent
- Inflation 2027
- 4,1 Prozent
- Wachstum USA 2026/2027
- 2,3 Prozent
- Wachstum China 2026/2027
- 4,5/4,0 Prozent
- Wachstum Indien 2026/2027
- 7,0 Prozent
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