Immobilienkredite erreichen Höchststand seit 2009
Die Zinsen für Immobilienkredite in Deutschland haben ein neues Hoch erreicht. Der Iran-Krieg und die damit verbundene Inflation belasten die Finanzierung von Eigenheimen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die Zinsen für Immobilienkredite in Deutschland liegen bei knapp 4,5 Prozent.
- Der Anstieg ist hauptsächlich auf den Iran-Krieg und die damit verbundene Inflation zurückzuführen.
- Die EZB hat die Leitzinsen erhöht, um die Teuerung zu bekämpfen.
- Die Nachfrage nach Wohnungen könnte zurückgehen, was zu weniger Aufträgen für Bauunternehmen führen könnte.
Key Facts
Überblick- Quelle
- tagesschau – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 20.10.2026, 10:07
- Rubrik
- Finanzen
- Schwerpunkte
- Neue Vorschriften & Compliance
- Einschätzung (KI)
- Negativbetrifft Schweizer KMU
Ausgangslage
Die Kosten für Immobilienkredite in Deutschland sind auf den höchsten Stand seit 2009 gestiegen. Der durchschnittliche Zins für zehnjährige Darlehen liegt aktuell bei knapp 4,5 Prozent. Dies geht aus Daten des Finanzierungsvermittlers Interhyp hervor. Noch im Mai lag der Durchschnittszins bei 3,9 Prozent, im März sogar bei 3,6 Prozent.
Die Makler schliessen demnach weniger Kaufverträge ab als in den letzten Jahren. Die Käuferseite ist verunsichert und zurückhaltend. Dies hat auch Folgen für die Baubranche, da weniger Aufträge für den Wohnungsbau eingehen. Die Bauunternehmen sehen sich mit sinkenden Auftragszahlen konfrontiert, was zu einer unsicheren Zukunftsperspektive führt.
Hintergrund
Der Anstieg der Zinsen ist hauptsächlich auf den Iran-Krieg zurückzuführen. Die dadurch ausgelöste Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) veranlasst, die Leitzinsen zu erhöhen, um die Teuerung zu bekämpfen. Diese Massnahme hat sich direkt auf die Bauzinsen ausgewirkt.
Diese Massnahmen haben jedoch auch zur Folge, dass die Finanzierungskosten für Immobilien gestiegen sind.
Diese Kosten sind in den letzten Jahren stark gestiegen und machen einen erheblichen Teil der Gesamtkosten eines Immobilienerwerbs aus.
Was das für Unternehmen bedeutet
Die Nachfrage nach Wohnungen könnte zurückgehen, was zu weniger Aufträgen und sinkenden Baufertigstellungen führen könnte. Zudem könnten höhere Finanzierungskosten die Rentabilität von Projekten beeinträchtigen.
Die Bauunternehmen sehen sich mit einer unsicheren Zukunftsperspektive konfrontiert. Die sinkenden Auftragszahlen könnten zu einer Reduzierung der Beschäftigung und zu finanziellen Engpässen führen. Die Immobilienentwickler müssen ihre Projekte möglicherweise an die höheren Finanzierungskosten anpassen, was zu einer Verzögerung oder sogar zum Abbruch von Projekten führen könnte.
Ausblick
Eine Entspannung der Situation ist derzeit nicht in Sicht. Erst wenn der Iran-Konflikt eine nachhaltige Lösung findet, könnte der Inflationsdruck nachlassen und die Bauzinsen wieder sinken. Bis dahin müssen sich Käufer und Bauunternehmen auf hohe Finanzierungskosten einstellen.
Die Immobilienpreise liegen noch unter den Höchstständen vor dem Ende der Nullzinsphase im Jahr 2022. Dies könnte eine Chance für Käufer darstellen, da die Preise möglicherweise noch weiter sinken könnten. Die Verkäufer sind jedoch oft nicht bereit, ihre Preise entsprechend anzupassen, was zu einer Verhandlungslücke führt. Die Käufer müssen möglicherweise länger suchen, um ein passendes Objekt zu finden.
Einordnung
Die aktuelle Situation auf dem deutschen Immobilienmarkt ist das Ergebnis einer komplexen Wechselwirkung zwischen geopolitischen Spannungen, Inflation und zentralbankpolitischen Massnahmen. Der Iran-Krieg hat die Inflation angetrieben, was die EZB gezwungen hat, die Leitzinsen zu erhöhen. Diese Massnahme hat sich direkt auf die Bauzinsen ausgewirkt und die Finanzierung von Immobilien erschwert.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU im Bau- und Immobiliensektor könnte die Entwicklung in Deutschland ein Warnsignal sein. Höhere Finanzierungskosten und eine zurückhaltende Nachfrage könnten auch hierzulande zu weniger Aufträgen und sinkenden Baufertigstellungen führen.
Zahlen
- Durchschnittlicher Zins für zehnjährige Darlehen
- 4,5 Prozent
- Auftragsminus im Wohnungsbau in Bayern
- 3,2 Prozent (Juli 2026 gegenüber Vorjahr)
- Auftragsminus im direkten Zwölf-Monats-Vergleich
- 8,2 Prozent
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Originaltitel: Immobilienkredite so teuer wie seit 2009 nicht mehr



