EU-Quoten für nachhaltiges Kerosin: Fliegen könnte teurer werden
Die Europäische Union schreibt ab 2030 Quoten für nachhaltigen Flugkraftstoff vor. Da die Produktion jedoch kaum vorhanden ist, warnen Airlines vor steigenden Flugpreisen. Die Branche rechnet mit hohen Strafzahlungen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- EU schreibt ab 2030 Quoten für nachhaltiges Kerosin vor
- Aktuell gibt es kaum Anlagen zur Produktion von SAF
- Airlines warnen vor steigenden Flugpreisen
- Branche rechnet mit hohen Strafzahlungen
Key Facts
Überblick- Quelle
- tagesschau – Wirtschaft
- Veröffentlicht
- 01.11.2026, 17:22
- Rubrik
- Mobilität
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- Negativhöhere Kosten für Airlines
Ausgangslage
Die Europäische Union hat mit der Verordnung "ReFuelEU Aviation" klare Vorgaben für den Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) festgelegt. Ab 2030 müssen sechs Prozent des verwendeten Kerosins aus nachhaltigen Quellen stammen, bis 2050 sollen es 70 Prozent sein. Aktuell gibt es jedoch kaum Anlagen, die SAF herstellen, und die Produktion ist teuer.
Die EU-Verordnung "ReFuelEU Aviation" ist ein zentraler Bestandteil der Klimastrategie der Europäischen Union. Sie zielt darauf ab, den CO2-Ausstoss im Luftverkehr zu reduzieren, indem nachhaltige Alternativen zu fossilem Kerosin gefördert werden.
Die EU-Verordnung "ReFuelEU Aviation" ist ein wichtiger Schritt zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs. Sie verpflichtet Airlines, einen bestimmten Anteil ihres Kerosins durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen. Dies soll den CO2-Ausstoss des Flugverkehrs reduzieren und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern.
Hintergrund
SAF gibt es in zwei Varianten: Bio-SAF, das aus biologischen Rohstoffen wie Altölen oder Forstabfällen hergestellt wird, und synthetisches eSAF, das durch die chemische Verbindung von grünem Wasserstoff und CO2 entsteht. Beide sollen den Ausstoss von CO2 reduzieren. Die Produktionskapazitäten sind jedoch begrenzt. Eine der grössten Anlagen in Frankfurt-Höchst produziert lediglich 1,3 Millionen Liter pro Jahr.
Die Produktion von SAF ist derzeit ein Nischenmarkt. Die meisten Anlagen sind noch in der Testphase oder produzieren nur geringe Mengen. Die Herstellung von SAF ist komplex und erfordert spezielle Technologien und Rohstoffe. Zudem sind die Produktionskosten deutlich höher als bei herkömmlichem Kerosin, was die Preise für Airlines in die Höhe treibt.
Die Herstellung von SAF ist derzeit ein kostspieliger Prozess. Die hohen Produktionskosten führen dazu, dass Airlines derzeit kaum freiwillig auf nachhaltigen Flugkraftstoff umsteigen. Die EU-Quoten sollen hier einen Anreiz schaffen, indem sie die Nachfrage nach SAF erhöhen und damit die Produktion fördern.
Einordnung für die Schweiz
Die Schweiz ist nicht direkt von der EU-Verordnung betroffen, doch viele Schweizer Airlines fliegen in die EU und könnten indirekt von den neuen Vorschriften betroffen sein. Zudem könnte eine erhöhte Nachfrage nach SAF auch die Preise auf dem globalen Markt beeinflussen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Airlines und Flughäfen bedeutet die neue Verordnung höhere Kosten. Die Branche rechnet allein in Deutschland mit Strafzahlungen von 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2030, falls die Quoten nicht erfüllt werden. Diese Kosten könnten an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden, was zu steigenden Flugpreisen führen würde.
Ausblick
Die EU-Kommission ist überzeugt, dass die neuen Vorschriften langfristig zu einem stabilen Markt für SAF führen werden. Langfristig sollen die Preise durch ein grösseres Angebot sinken. Doch bis dahin bleibt die Produktion von nachhaltigem Kerosin eine Herausforderung.
Einordnung
Die EU-Verordnung "ReFuelEU Aviation" ist Teil der Bemühungen der Europäischen Union, den Flugverkehr nachhaltiger zu gestalten. Die Vorgaben sollen die Produktion von nachhaltigem Kerosin fördern und den Ausstoss von CO2 reduzieren.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU im Tourismus- und Gastgewerbe könnte eine Erhöhung der Flugpreise zu einer geringeren Nachfrage führen. Unternehmen, die auf Geschäftsreisen angewiesen sind, könnten höhere Kosten tragen müssen.
Zahlen
- SAF-Produktion in Frankfurt-Höchst
- 1,3 Millionen Liter pro Jahr
- Strafzahlungen in Deutschland 2030
- 1,3 Milliarden Euro
- SAF-Anteil ab 2030
- 6 Prozent
- SAF-Anteil ab 2050
- 70 Prozent
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Originaltitel: Grüner Flugkraftstoff: Wird Fliegen in Zukunft teurer?



