Gaspreise in Europa steigen auf über 100 Euro pro Megawattstunde
Der europäische Gaspreis hat erstmals seit 2022 wieder die Marke von 100 Euro pro Megawattstunde überschritten. Grund sind der Iran-Krieg und niedrige Gasreserven in Europa.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Der europäische Gaspreis hat erstmals seit 2022 wieder die Marke von 100 Euro pro Megawattstunde überschritten.
- Der Anstieg ist hauptsächlich auf den Konflikt zwischen den USA und Iran zurückzuführen.
- Die europäischen Gasspeicher sind nur zu 75 Prozent gefüllt, verglichen mit 83 Prozent im Vorjahr.
- Die steigenden Gaspreise belasten insbesondere die Industrie und führen zu Produktionskürzungen.
- Analysten erwarten, dass die Gaspreise auch in den kommenden Monaten hoch bleiben werden.
Key Facts
Überblick- Quelle
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- Veröffentlicht
- 30.10.2026, 14:59
- Rubrik
- Märkte
- Schwerpunkte
- Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
- Einschätzung (KI)
- NegativGasknappheit in Europa
Ausgangslage
Der europäische Gaspreis hat eine kritische Schwelle überschritten. Der niederländische TTF-Futures-Kontrakt, der als europäischer Benchmark gilt, lag am Freitagmorgen bei etwa 102 Euro pro Megawattstunde. Dies ist der höchste Stand seit 2022, als die Energiepreise aufgrund des Ukraine-Krieges in die Höhe schossen.
Die aktuellen Gaspreise erinnern an die Krisenzeit von 2022, als die Preise aufgrund des Iran-Krieges in die Höhe schossen. Die Situation ist jedoch anders, da die europäischen Länder nun besser vorbereitet sind. Dennoch bleibt die Lage angespannt, insbesondere wegen der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Ursachen
Der Anstieg der Gaspreise ist hauptsächlich auf den anhaltenden Konflikt zwischen den USA und Iran zurückzuführen. Die Versorgungsengpässe im Hormus-Strait, einer wichtigen Handelsroute für verflüssigtes Erdgas, haben die Lieferungen nach Europa deutlich reduziert. Laut Rystad Energy waren die LNG-Importe in Europa in der ersten Oktoberwoche um 30 Prozent niedriger als im Vorjahr.
Lagerbestände
Europa geht mit geringeren Gasreserven in den Winter. Die europäischen Gasspeicher sind derzeit nur zu 75 Prozent gefüllt, verglichen mit 83 Prozent im Vorjahr. In Österreich liegt der Füllstand bei 67,8 Prozent, in Deutschland bei etwa 61 Prozent. Die deutsche Regierung hat bereits Massnahmen ergriffen und den staatlichen Energieversorger SEFE angewiesen, zusätzliche Gasreserven anzulegen.
Die europäischen Länder haben zwar Massnahmen ergriffen, um die Lagerbestände aufzufüllen, doch die aktuellen Spannungen und die reduzierten Lieferungen machen dies schwierig. Die Situation könnte sich weiter verschärfen, wenn die Nachfrage im Winter steigt.
Auswirkungen auf die Wirtschaft
Die steigenden Gaspreise belasten insbesondere die Industrie. Chemie-, Düngemittel- und Stahlproduzenten haben bereits Produktionskapazitäten gedrosselt. Die europäischen Regierungen haben in diesem Jahr bereits 17,9 Milliarden Euro ausgegeben, um Haushalte und Unternehmen bei den Energiekosten zu unterstützen.
Die steigenden Gaspreise belasten insbesondere die energieintensiven Industrien. Diese müssen höhere Kosten für ihre Produktion tragen, was zu einer Reduktion der Produktionskapazitäten führen kann. Dies könnte wiederum zu Lieferengpässen und höheren Preisen für Endverbraucher führen. Die Situation könnte sich weiter verschärfen, wenn die Nachfrage im Winter steigt.
Einordnung für die Schweiz
Dennoch könnten höhere Energiepreise in Europa indirekt auch die Schweizer Wirtschaft belasten, insbesondere wenn es zu Lieferengpässen oder Preisanstiegen bei importierten Gütern kommt.
Was das für Unternehmen bedeutet
Für Schweizer Unternehmen, insbesondere solche in energieintensiven Branchen, könnte sich die Situation verschärfen. Höhere Energiepreise könnten die Produktionskosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen. Unternehmen sollten ihre Energiebeschaffung und -nutzung überprüfen und nach Möglichkeiten suchen, Energieeffizienz zu steigern und alternative Energiequellen zu nutzen.
Ausblick
Analysten erwarten, dass die Gaspreise auch in den kommenden Monaten hoch bleiben werden. Selbst wenn der Konflikt zwischen den USA und Iran beigelegt wird und ein milder Winter eintritt, wird der Preis wahrscheinlich über 100 Euro pro Megawattstunde bleiben. Langfristig könnte die Situation zu einer stärkeren Nachfrage nach erneuerbaren Energien und Energieeffizienzmassnahmen führen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU, insbesondere in energieintensiven Branchen, könnten die steigenden Gaspreise in Europa zu höheren Produktionskosten und Lieferengpässen führen. Es ist ratsam, die Energiebeschaffung und -nutzung zu überprüfen und nach Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz zu suchen.
Zahlen
- Gaspreis
- 102 Euro pro Megawattstunde
- Gasspeicher in Europa
- 75 Prozent gefüllt
- Gasspeicher in Österreich
- 67,8 Prozent gefüllt
- Gasspeicher in Deutschland
- 61 Prozent gefüllt
- Ausgaben der europäischen Regierungen für Energiekosten
- 17,9 Milliarden Euro
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Originaltitel: Gas Tops €100 as Europe’s Storage Heads Into Winter at Unusually Low Levels



