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Energie

Nachhaltige Wassernutzung: ETH-Forscherin fordert Systemwechsel

Die Ressource Wasser wird durch den Klimawandel immer kostbarer. Eva Lieberherr von der ETH Zürich plädiert für ein dezentrales, modulares und zirkuläres Wassersystem. Bisher wird Wasser in Siedlungsräumen ineffizient genutzt.

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Wasser wird durch Klimawandel immer wertvoller
  • Aktuelles System ist ineffizient und nicht nachhaltig
  • Dezentrale, modulare und zirkuläre Systeme als Lösung
  • Pilotprojekte zeigen Erfolg, aber Umsetzung ist langsam

Key Facts

Überblick
Quelle
ETH Zürich – News
Veröffentlicht
12.10.2026, 08:00
Rubrik
Energie
Schwerpunkte
Energiekosten & -versorgung, Neue Vorschriften & Compliance
Einschätzung (KI)
NeutralInterview zu Wasserressourcen
  1. Ausgangslage

    Wasser wird aufgrund des Klimawandels zu einer immer wertvolleren Ressource. Aktuell nutzen wir Wasser in Wohn- und Siedlungsräumen jedoch nicht nachhaltig. Dies betont Eva Lieberherr, Professorin am Departement Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich.

    Die Technologien für eine nachhaltigere Nutzung sind bereits vorhanden, doch ihre breite Anwendung bleibt aus. Dies zeigt, dass es nicht nur an technischen Lösungen, sondern auch an der Bereitschaft zur Umsetzung mangelt.

  2. Aktuelle Herausforderungen

    Die Gletscher schwinden, Grundwasserspiegel sinken im Sommer stark, und auch Regen fällt seltener. Das bestehende zentralisierte System der Abwasserentsorgung ist weder effizient noch nachhaltig. Fäkalien, Regenwasser, Grauwasser und Trinkwasser werden vermischt und in Kläranlagen mit hohem Energieaufwand wieder getrennt.

    Die bestehenden Wasser- und Abwasserleitungen erreichen ihr Lebensende. Die Sanierung dieser Infrastruktur wird Milliarden kosten. Zudem ist das System nicht flexibel genug, um auf die durch den Klimawandel verursachten extremen Wetterbedingungen zu reagieren. Dies führt zu ineffizienten Prozessen und hohen Betriebskosten.

  3. Lösungsansätze

    Lieberherr schlägt ein neues, nachhaltiges System vor, das dezentral, modular und zirkulär funktioniert. Dezentral bedeutet, Wasser und Abwasser vor Ort zu behandeln und wiederzuverwenden. Modularität ermöglicht den Einsatz verschiedener Techniken wie Regenwasserspeicher, Komposttoiletten oder kleine Aufbereitungsanlagen. Zirkulärität bedeutet, Wasser wiederzuverwenden und Urin sowie Fäkalien als Nährstoffe zu nutzen.

    Die dezentrale Wasseraufbereitung kann nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch die Abhängigkeit von zentralen Systemen verringern. Modulare Lösungen ermöglichen eine flexible Anpassung an lokale Gegebenheiten und Bedürfnisse. Die zirkuläre Nutzung von Wasser und Nährstoffen schliesst den Kreislauf und reduziert den Verbrauch von Frischwasser. Diese Ansätze sind nicht nur nachhaltig, sondern auch kostengünstig auf lange Sicht.

  4. Pilotprojekte und Hindernisse

    In der Schweiz gibt es bereits Pilotprojekte, etwa in Genf, wo dezentrale, zirkuläre Wassersysteme erfolgreich erprobt werden. Lieberherr hebt hervor, dass zunächst keine grundlegenden rechtlichen Anpassungen erforderlich sind. Vielmehr schlägt er eine pragmatische, schrittweise Umsetzung vor. Diese soll im Rahmen von Pilotprojekten erfolgen.

    Die Pilotprojekte zeigen, dass die Technologien funktionieren. Dennoch ist die Umsetzung im grossen Stil noch nicht erfolgt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen noch nicht angepasst sind. Zudem fehlt es an einer klaren Strategie und Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren. Die Erfahrungen aus den Pilotprojekten müssen systematisch ausgewertet und in die Praxis übertragen werden.

  5. Kooperation und Zukunft

    Eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden und Betreibern von Wasseraufbereitungs- und Abwasseranlagen ist entscheidend. Nach dem heissen, trockenen Sommer 2026 muss man keine Zeit verlieren und die Weichen auf Nachhaltigkeit stellen.

    Eine engere Zusammenarbeit zwischen Behörden, Betreibern und Forschungseinrichtungen ist entscheidend für den Erfolg. Die ETH Zürich und andere Institutionen wie das Wasserforschungsinstitut Eawag haben bereits wichtige Forschungsergebnisse geliefert. Diese müssen nun in die Praxis überführt werden. Die Zeit drängt, da die Auswirkungen des Klimawandels bereits spürbar sind. Ein nachhaltiges Wassersystem ist nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch eine wirtschaftliche Chance.

  6. Einordnung

    Der Klimawandel führt zu extremen Wetterbedingungen, die die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung herausfordern. Nachhaltige Lösungen sind notwendig, um die Ressource Wasser effizient zu nutzen und die Umwelt zu schonen.

  7. Was das für KMU bedeutet

    Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich auf nachhaltige Wassernutzung einstellen müssen. Dies kann durch die Implementierung dezentraler Systeme und die Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Betreibern erreicht werden.

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

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Begriffe

Dezentral
Wasser und Abwasser werden vor Ort behandelt und wiederverwendet
Modular
Einsatz verschiedener Techniken wie Regenwasserspeicher oder Komposttoiletten
Zirkulär
Wasser wiederverwenden und Nährstoffe nutzen

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Originaltitel: Eva Lieberherr, wie können wir nachhaltiger mit Wasser umgehen?