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Politik

Paketsteuer in Österreich: Widerstand wächst

Seit Anfang Oktober gilt in Österreich eine Paketsteuer von zwei Euro pro Bestellung. Nun regt sich politischer und juristischer Widerstand gegen die Abgabe.

Das Wichtigste in Kürze

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Paketsteuer von 2 Euro pro Bestellung in Österreich seit Oktober 2026
  • Politischer Widerstand innerhalb der Koalition, insbesondere von ÖVP und Neos
  • Juristische Beschwerden beim Verfassungsgerichtshof und bei der EU-Kommission
  • Unterschiedliche Weitergabe der Steuer an Endkunden durch Händler
  • Erwartete jährliche Einnahmen von 280 Millionen Euro zur Finanzierung der Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel

Key Facts

Überblick
Quelle
BIZ24-Recherche
Recherchiert aus
wirtschaftsjournal.com, kosmo.at, ad-hoc-news.de
Veröffentlicht
13.10.2026, 05:45
Rubrik
Politik
Schwerpunkte
Neue Vorschriften & Compliance, Export & neue Märkte
Einschätzung (KI)
Neutralbetrifft Logistikbranche
  1. Ausgangslage

    Seit dem 1. Oktober 2026 müssen Versandhändler in Österreich eine Paketsteuer von zwei Euro pro Bestellung zahlen. Diese Abgabe betrifft Unternehmen mit einem Inlandsumsatz von über 100 Millionen Euro im Vorjahr. Inklusive Umsatzsteuer beträgt die Steuer 2,40 Euro pro Sendung. Die Massnahme soll die Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel mitfinanzieren.

    Dies könnte zu einer Angleichung der Wettbewerbsbedingungen führen, da bisher viele europäische Händler unter den subventionierten Preisen chinesischer Anbieter litten.

    Dies könnte insbesondere in urbanen Gebieten zu einer Entlastung führen, wo die Paketflut bereits zu erheblichen Herausforderungen führt.

  2. Politische Kontroversen

    Die Einführung der Paketsteuer hat innerhalb der österreichischen Regierungskoalition zu Spannungen geführt. Während das SPÖ-geführte Finanzministerium an der Steuer festhält, zeigen sich die ÖVP und die Neos zunehmend kritisch. Die Neos fordern eine Abschaffung, da die Steuer vor allem europäische Händler belastet und die Kosten an die Konsumenten weitergegeben werden. Bundeskanzler Christian Stocker, Mitglied der ÖVP, zeigt Skepsis, erkennt jedoch einen potenziellen Lenkungseffekt gegenüber der zunehmenden Paketflut in Österreich.

    Die ÖVP und die Neos stimmten im Juli der Paketsteuer zu. Das war Teil eines Pakets. Das Paket sollte die Mehrwertsteuer senken. Die Senkung galt für Grundnahrungsmittel.

    In der Koalition selbst und in der Wirtschaft nimmt der Widerstand gegen diese Abgabe zu. In der eigenen Koalition nehmen nun die Widerstände gegen die Abgabe zu. Gleichzeitig wächst auch bei Unternehmen der Widerstand gegen diese Abgabe. Die NEOS kritisieren, dass die Steuer vor allem europäische Händler betrifft und die zusätzlichen Kosten schliesslich an die Konsumenten weitergegeben werden.

    Bundeskanzler Christian Stocker der ÖVP gegenüber äussert ebenfalls Skepsis, gibt aber zu, dass die Steuer möglicherweise einen Lenkungseffekt hat, welcher der steigenden Paketflut in Österreich entgegenwirkt. Stocker selbst formulierte es so: „Das ist nichts, was mir Freude macht. Im Fall der Paketsteuer soll aber auch ein gewisser Lenkungseffekt eintreten.“

  3. Juristische Auseinandersetzungen

    Neben dem politischen Streit gibt es auch rechtliche Herausforderungen. Der Handelsverband hat bei der EU-Kommission Beschwerde eingelegt und ersucht um eine Prüfung möglicher Verstösse gegen die Warenverkehrs- und Dienstleistungsfreiheit. Zudem haben Unternehmen wie Zalando und Otto Österreich juristische Schritte eingeleitet. Zalando klagte beim Verfassungsgerichtshof, während Otto Österreich Beschwerden gegen künftige Steuerbescheide ankündigte.

  4. Auswirkungen auf Unternehmen

    Die Weitergabe der Steuer an die Endkunden erfolgt unterschiedlich. Amazon gibt die Abgabe vollständig weiter und berechnet 2,40 Euro pro Bestellung. Andere Händler wie Ikea, Shop-Apotheke und XXXLutz geben die Steuer currently nicht an die Kunden weiter. Die Wahl des steuerlichen Modells hat erhebliche Auswirkungen auf die Endpreise, insbesondere bei Bestellungen mit mehreren Paketen.

  5. Einordnung

    Die Paketsteuer in Österreich ist ein Beispiel für die Herausforderungen bei der Einführung neuer Abgaben. Die Massnahme soll die Finanzierung einer Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel sicherstellen, stösst aber auf politischen und juristischen Widerstand. Die unterschiedlichen Reaktionen der Händler zeigen, wie komplex die Umsetzung solcher Steuern sein kann.

Zahlen

Paketsteuer
2 Euro pro Bestellung
Umsatzgrenze für Steuerpflicht
100 Millionen Euro Inlandsumsatz
Erwartete jährliche Einnahmen
280 Millionen Euro

Wissen zur Meldung

Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.

Fragen und Antworten

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Begriffe

Paketsteuer
Eine Abgabe auf Versandbestellungen, die zur Finanzierung anderer Massnahmen dient.
Mehrwertsteuersenkung
Reduzierung der Mehrwertsteuer auf bestimmte Güter, hier Grundnahrungsmittel.
Vertragsverletzungsverfahren
Ein rechtliches Verfahren der EU-Kommission gegen Mitgliedstaaten bei Verstössen gegen EU-Recht.

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