Modularer Roboter soll Pflegekräfte in Kliniken entlasten
Ein deutsch-dänisches Forschungsprojekt hat ein modulares Robotersystem für Krankenhäuser entwickelt. Die Systeme unterstützen das Personal bei nicht-medizinischen Routineaufgaben. Das Projekt HospiBot wurde mit EU-Mitteln gefördert und ist nun abgeschlossen.
Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Modulares Robotersystem für Krankenhäuser entwickelt
- Drei Jahre Forschung und Praxistests in vier Kliniken
- EU-Förderung von rund 1,68 Millionen Euro
- Roboter unterstützen bei nicht-medizinischen Aufgaben
- Regulatorische Handlungspfad für Krankenhäuser erstellt
Key Facts
Überblick- Quelle
- BIZ24-Recherche
- Recherchiert aus
- medconweb.de, e-health-com.de, medlabportal.de
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 19:15
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Fachkräftemangel, Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz
- Einschätzung (KI)
- PositivInnovation im Gesundheitswesen
Ausgangslage
Das Projekt HospiBot, das Serviceroboter für Krankenhäuser entwickelt hat, ist nach drei Jahren abgeschlossen. Die modularen Systeme wurden in vier Kliniken in Deutschland und Dänemark getestet und sollen das Personal bei nicht-medizinischen Aufgaben entlasten. Das EU-Programm Interreg hat das Projekt mit rund 1,68 Millionen Euro unterstützt.
Die Entwicklung modularer Roboter für Krankenhäuser zielte darauf ab, Pflegekräfte bei Routineaufgaben zu entlasten, um mehr Zeit für die Patientenbetreuung zu schaffen. Das Projekt HospiBot zielte darauf ab, Pflegekräfte bei Routineaufgaben zu entlasten, um mehr Zeit für die Patientenbetreuung zu schaffen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen und Kliniken war entscheidend für die praktische Umsetzbarkeit der entwickelten Systeme.
Technische Lösungen
Das Herzstück des Projekts ist eine autonome Basisplattform mit drei austauschbaren Modulen. Der humanoide Roboter HuGo empfängt Besucher, beantwortet Fragen und begleitet sie innerhalb des Krankenhauses. Ein weiteres Modul ermöglicht den Transport kleinerer Güter wie Dokumente oder medizinisches Material. Der Roboter Tele, entwickelt am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, überwacht nachts hilfsbedürftige Personen und ermöglicht bei Bedarf eine Videoverbindung zum Pflegepersonal.
Die Transportbox, die selbstständig fährt, erlaubt es, kleinere Gegenstände wie Dokumente oder medizinische Utensilien zu befördern, und zwar nur für berechtigte Personen und genau dann, wenn es nötig ist. Dies spart Zeit und reduziert den Arbeitsaufwand für das Personal. Der Roboter HuGo wurde besonders auf eine angenehme Mensch-Roboter-Interaktion ausgelegt, was sich in den positiven Reaktionen von Patientinnen, Besuchern und Pflegepersonal widerspiegelte. Die Wärmebild- und Radarsensorik des Tele-Roboters ermöglichen einen datenschutzkonformen Einsatz auch bei Dunkelheit.
Sprachliche Integration
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts war die sprachliche Integration internationaler Pflegekräfte. Unter Leitung von Prof. Franziska Uhing entwickelte die HAW Kiel ein KI-gestütztes Sprachtraining auf Basis des sozialen Roboters Furhat. Der Roboter übernimmt verschiedene Patientenrollen, sodass Pflegekräfte Anamnesegespräche auf unterschiedlichen Sprachniveaus üben können.
Der KI-gestützte Sprachtrainer Furhat ermöglicht es Pflegekräften, Anamnesegespräche auf verschiedenen Sprachniveaus zu üben. Dies ist besonders wichtig für internationale Beschäftigte, die sich in der deutschen oder dänischen Sprache noch unsicher fühlen. Die App wurde entwickelt, nachdem man am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein den Bedarf analysiert hatte. Man hat sie dann getestet. Hochschule und Klinik planen, das Konzept weiterzuentwickeln.
Regulatorische Herausforderungen
Das Fraunhofer IMTE befasste sich mit den regulatorischen Herausforderungen für Servicerobotik im Krankenhaus. Dazu zählen Datenschutz, Cybersicherheit, Hygiene, Arbeitsschutz und die Abgrenzung zu Medizinprodukten. Die Resultate wurden in einen Massnahmenweg für Spitälter umgesetzt, welcher bei der Ausarbeitung und Implementierung von robotischen Systemen behilflich sein soll.
Die regulatorischen Anforderungen an Servicerobotik im Krankenhaus sind vielfältig und komplex. Dazu zählen europäische Richtlinien zur Sicherheit von Produkten und Maschinen, zum Schutz personenbezogener Daten und zur Cybersicherheit, technische Standards, nationale Vorschriften zum Arbeitsschutz sowie interne Vorgaben des Krankenhauses betreffend Hygiene, Brandschutz, Risikomanagement und Infrastruktur. Der entwickelte Handlungspfad soll Kliniken Orientierung geben und helfen, alle Anforderungen früh zusammenzuführen.
Zukunftsperspektiven
Die Roboter bleiben nach Projektende zunächst bei den beteiligten Institutionen. Ein dauerhafter Einsatz als reguläre Krankenhausausstattung ist bislang nicht angekündigt. Dennoch zeigen die positiven Praxistests, dass die Technologie Potenzial hat, die Arbeit im Klinikalltag zu erleichtern.
Einordnung
Roboter in Krankenhäusern sind keine neue Idee, aber die Kombination aus modularer Technologie und KI-gestützten Anwendungen bietet neue Möglichkeiten. Die Integration solcher Systeme in den Klinikalltag erfordert jedoch eine sorgfältige Abwägung technischer, rechtlicher und ethischer Aspekte.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU im Gesundheitswesen könnte die Technologie eine Chance sein, Personalengpässe zu überbrücken und Effizienz zu steigern. Allerdings sind die Investitionskosten und der regulatorische Aufwand nicht zu unterschätzen.
Zahlen
- EU-Förderung
- 1,68 Millionen Euro
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
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Begriffe
- Serviceroboter
- Autonome Systeme, die nicht-medizinische Aufgaben in Krankenhäusern übernehmen
- KI-gestützter Sprachtrainer
- Ein Roboter, der Pflegekräfte bei der sprachlichen Integration unterstützt
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