Weltweiter PC-Markt erlebt deutlichen Einbruch im dritten Quartal 2026
Die Auslieferungen von PCs sind im dritten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um rund einen Fünftel gesunken. Die Marktforscher IDC, Omdia und Gartner sehen die Ursachen in steigenden Preisen für Komponenten, gehen aber bei der weiteren Entwicklung auseinander.

Das Wichtigste in Kürze
- Auslieferungen von PCs im dritten Quartal 2026 um 20 Prozent gesunken
- Steigende Preise für PC-Komponenten als Hauptursache
- IDC, Omdia und Gartner sehen unterschiedliche Gründe für den Rückgang
- Lenovo bleibt Marktführer trotz Rückgang
- Prognosen für die weitere Entwicklung variieren stark
Key Facts
- Quelle
- Netzwoche
- Veröffentlicht
- 13.10.2026, 16:21
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Digitalisierung & Verwaltung, Lieferketten & Beschaffung, Künstliche Intelligenz
- Quellen
- 2 berichten darüber
- Einschätzung (KI)
- Negativ – Auswirkungen auf Schweizer IT-Branche
Ausgangslage
Die weltweiten Auslieferungen von PCs sind im dritten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Laut den Marktforschern IDC, Omdia und Gartner sank die Anzahl der ausgelieferten Geräte im Jahresvergleich um etwa 20 Prozent. Die Zahlen variieren leicht zwischen den Instituten, liegen aber alle im Bereich von 55 bis 62,7 Millionen ausgelieferten PCs.
Die Marktforscher sind sich einig, dass die steigenden Preise für PC-Komponenten eine zentrale Rolle bei diesem Rückgang spielen. Allerdings unterscheiden sich ihre Analysen hinsichtlich der genauen Auswirkungen und der zukünftigen Entwicklung des Marktes.
Die Marktforscher unterscheiden sich nicht nur in den genauen Zahlen, sondern auch in der Bewertung der Marktentwicklung. IDC verzeichnet einen Rückgang von 20,1 Prozent, während Omdia und Gartner die Situation mit 21,2 beziehungsweise 22,4 Prozent etwas pessimistischer einschätzen. Diese Unterschiede ergeben sich aus den verschiedenen Datensätzen und Methoden der Marktforschung.
Die Rangliste der fünf grössten PC-Hersteller bleibt trotz zweistelliger Einbussen unverändert. Lenovo bleibt mit rund 14,9 Millionen ausgelieferten Geräten Marktführer, gefolgt von HP und Apple. Die Marktanteile der einzelnen Hersteller haben sich trotz des Rückgangs nicht wesentlich verändert.
Hintergrund
Die Preisanstiege für PC-Komponenten haben verschiedene Ursachen. IDC führt die höheren Kosten auf den Ausbau von KI-Rechenzentren zurück, der zu Engpässen bei Speicherkomponenten geführt hat. Omdia und Gartner heben zusätzlich die gestiegenen Preise für DRAM und SSDs hervor, die sich verfünffacht haben.
Diese Preiserhöhungen haben laut Omdia und Gartner die Produktionskosten für PCs deutlich erhöht. Gemäss Omdia haben sich die Materialkosten in allen Komponenten und Preiskategorien um über 40 Prozent erhöht. Dies hat dazu geführt, dass Hersteller ihre Produktion drosseln mussten.
Die steigenden Preise für PC-Komponenten haben nicht nur die Produktionskosten erhöht, sondern auch die Verfügbarkeit bestimmter Teile beeinträchtigt. Engpässe bei Arbeits- und Datenspeichern sowie bei Prozessoren und Grafikkarten verschärfen die Situation zusätzlich. Diese Engpässe sind teilweise auf die hohe Nachfrage nach Komponenten für KI-Rechenzentren zurückzuführen.
Einordnung für die Schweiz
Für die Schweiz könnte dieser globale Trend Auswirkungen auf die Verfügbarkeit und die Preise von PCs haben. Schweizer Unternehmen, die auf PC-Hardware angewiesen sind, könnten mit höheren Kosten und längeren Lieferzeiten konfrontiert werden. Zudem könnten Rabattaktionen kurzfristig attraktiv erscheinen, langfristig aber zu einer Verschlechterung der Marktlage führen.
Die Schweizer Wirtschaft ist stark von der globalen Entwicklung abhängig. Ein Rückgang des weltweiten PC-Marktes könnte daher auch die Schweizer IT-Branche beeinflussen. Unternehmen sollten sich auf mögliche Lieferengpässe und Preiserhöhungen einstellen und ihre Strategien entsprechend anpassen.
Was das für Unternehmen bedeutet
Unternehmen in der Schweiz, die PCs nutzen oder vertreiben, sollten sich auf mögliche Lieferengpässe und Preiserhöhungen einstellen. Es könnte sinnvoll sein, Bestände zu überprüfen und gegebenenfalls langfristige Lieferverträge abzuschliessen, um sich gegen weitere Preisschwankungen abzusichern.
Für Hersteller und Händler von PCs könnte es notwendig sein, ihre Preise anzupassen oder alternative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Verschiebung des Fokus auf spezifischere Produkte wie Workstations oder KI-PCs könnte eine Möglichkeit sein, dem Markttrend zu begegnen.
Ausblick
Die Prognosen für die weitere Entwicklung des PC-Marktes sind unterschiedlich. IDC erwartet kurzfristig Rabattaktionen, langfristig jedoch weiter steigende Preise und eine Verschlechterung der Situation. Omdia erwartet einen zusätzlichen Marktverfall und schätzt für das letzte Quartal 2026 einen Rückgang von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Gartner hat sich zu den zukünftigen Entwicklungen nicht geäussert. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt im Laufe des nächsten Jahres entwickeln wird und welche Massnahmen die Hersteller ergreifen, um den Rückgang zu kompensieren.
Zahlen
- Rückgang der Auslieferungen
- 20,1 % (IDC), 21,2 % (Omdia), 22,4 % (Gartner)
- Rückgang gegenüber zweitem Quartal 2026
- 9,1 % (IDC)
- Preisanstieg für DRAM und SSDs
- verfünffacht (Gartner)
- Materialkosten für PCs
- über 40 % gestiegen (Omdia)
Einordnung
Der weltweite PC-Markt durchläuft derzeit eine Phase des Umbruchs. Die steigenden Preise für Komponenten und die damit verbundenen Lieferengpässe stellen sowohl Hersteller als auch Händler vor grosse Herausforderungen. Die unterschiedlichen Prognosen der Marktforscher zeigen, dass die weitere Entwicklung des Marktes schwer vorhersehbar ist.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie sich auf mögliche Lieferengpässe und Preiserhöhungen einstellen müssen. Es könnte sinnvoll sein, Bestände zu überprüfen und langfristige Lieferverträge abzuschliessen, um sich gegen weitere Preisschwankungen abzusichern.
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Welche Massnahmen können Unternehmen ergreifen, um sich gegen Preiserhöhungen abzusichern?
Unternehmen können ihre Bestände überprüfen und langfristige Lieferverträge abschliessen, um sich gegen weitere Preisschwankungen abzusichern.
Wie könnte sich der PC-Markt in den kommenden Quartalen entwickeln?
Die Prognosen variieren, aber es könnte zu weiteren Preiserhöhungen und einer Verschlechterung der Situation kommen.
Welche Rolle spielen KI-Rechenzentren bei den steigenden Preisen für PC-Komponenten?
Der Ausbau von KI-Rechenzentren hat zu Engpässen bei Speicherkomponenten geführt, was die Preise erhöht hat.
Begriffe
- DRAM
- Dynamic Random Access Memory, ein Typ von Arbeitsspeicher
- SSD
- Solid-State-Drive, eine Art von Massenspeicher
- KI-PCs
- PCs, die speziell für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz optimiert sind
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Originaltitel: Der weltweite PC-Markt bricht um einen Fünftel ein



