Cyberangriffe nehmen an Häufigkeit und Raffinesse zu
Künstliche Intelligenz ermöglicht Cyberkriminellen gezieltere Attacken. Schweizer Unternehmen und Behörden sind vermehrt betroffen.

Das Wichtigste in Kürze
Die wichtigsten Erkenntnisse
- KI ermöglicht gezieltere und schnellere Cyberangriffe.
- Staatliche Akteure sind schwer zu identifizieren.
- Anzahl gemeldeter Angriffe auf kritische Infrastrukturen steigt.
- Unternehmen müssen Sicherheitslücken schneller schliessen.
- Cyberbedrohung wird sich weiter verschärfen.
Key Facts
Überblick- Quelle
- Moneycab
- Veröffentlicht
- 19.10.2026, 16:36
- Rubrik
- Technologie
- Schwerpunkte
- Cyberangriffe & IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz
- Einschätzung (KI)
- NegativKI-basierte Sicherheitsrisiken
Aktuelle Lage
In der Schweiz nehmen Cyberangriffe sowohl an Häufigkeit als auch an Raffinesse zu. Künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie es Angreifern ermöglicht, ihre Attacken schneller und gezielter vorzubereiten. Dies geht aus aktuellen Aussagen von Cybersicherheitsexperten hervor.
Unternehmen wie Beyond Gravity, Publica und Ricardo zählen zu den Betroffenen. Bei Beyond Gravity, einem Raumfahrtkonzern in Bundesbesitz, wurde ein hochprofessioneller Cyberangriff verzeichnet, bei dem Daten abflossen. Die FDP spekulierte über einen Angriff auf die Schweiz und warb für einen Rüstungsfonds.
Die jüngsten Vorfälle zeigen, dass Cyberangriffe nicht nur häufiger, sondern auch gezielter werden. Unternehmen aller Grössenordnungen sind betroffen, von kleinen Betrieben bis hin zu grossen Konzernen.
Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass selbst staatseigene Unternehmen wie Beyond Gravity Ziel von Cyberangriffen werden. Dies zeigt, dass keine Organisation immun gegen solche Attacken ist. Die Angriffe können erhebliche finanzielle und reputative Schäden verursachen, was die Dringlichkeit von robusten Sicherheitsmassnahmen unterstreicht.
Ursachen und Hintergründe
Die Zunahme von Cyberangriffen lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Einer davon ist die Entdeckung neuer Sicherheitslücken, die von Kriminellen ausgenutzt werden. Zudem führen verschärfte Meldepflichten dazu, dass mehr Vorfälle bekannt werden. Geopolitische Entwicklungen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Paul Such, CEO von Swiss Post Cybersecurity, betont, dass staatliche Akteure schwer zu identifizieren sind. Angreifer verschleiern ihre Identität und legen falsche Spuren. Eine SRF-Recherche vermutet China hinter dem Angriff auf Beyond Gravity, was jedoch offiziell nicht bestätigt ist.
Unternehmen nutzen immer mehr digitale Tools und Plattformen, was zusätzliche Angriffsflächen schafft. Gleichzeitig werden Sicherheitslücken schneller entdeckt und ausgenutzt, was die Bedrohungslage weiter verschärft.
In Zeiten erhöhter internationaler Konflikte nehmen auch Cyberangriffe mit politischem Hintergrund zu. Dies erfordert eine noch stärkere Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Akteuren, um die Cybersicherheit zu gewährleisten.
Technologische Herausforderungen
KI ermöglicht es Cyberkriminellen, komplexe Attacken durchzuführen, bei denen mehrere Sicherheitslücken nacheinander ausgenutzt werden. Obwohl KI auch bei der Abwehr hilft, nutzen Angreifer die Technologie derzeit effektiver. Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) verzeichnet eine steigende Anzahl gemeldeter Angriffe auf kritische Infrastrukturen.
Im dritten Quartal meldete das BACS 143 Vorfälle, im Vorquartal waren es 93. Allein im September waren es 63. Ob sich daraus ein längerfristiger Trend ableiten lässt, ist noch unklar. Seit April 2025 müssen bestimmte Vorfälle gemeldet werden.
Unternehmen müssen ihre Sicherheitsstrategien kontinuierlich anpassen, um mit den sich rapide entwickelnden Bedrohungen Schritt zu halten. Dies erfordert nicht nur technische Lösungen, sondern auch eine ständige Schulung der Mitarbeiter, um potenzielle Angriffsvektoren frühzeitig zu erkennen und zu neutralisieren.
Zukunftsaussichten
Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Die Cyberbedrohung wird sich voraussichtlich weiter verschärfen. Sie betrifft nicht nur Schweizer Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Sondern sie betrifft Organisationen weltweit. Unternehmen sollten Sicherheitslücken schneller beheben und ihre Systeme auch ausserhalb der regulären Arbeitszeiten überwachen.
Die Cyberbedrohung wird sich voraussichtlich weiter verschärfen, da KI und andere Technologien immer ausgefeilter werden. Unternehmen müssen sich auf eine langfristige Strategie zur Cybersicherheit einstellen, die regelmässige Updates und Anpassungen umfasst.
Eine proaktive Herangehensweise ist entscheidend, um potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen. Dies umfasst nicht nur technische Massnahmen, sondern auch eine enge Zusammenarbeit mit Behörden und anderen Organisationen, um Wissen und Ressourcen zu teilen und die overall Sicherheit zu erhöhen.
Einordnung
Cyberangriffe sind ein globales Phänomen, das durch technologische Fortschritte wie KI weiter verschärft wird. Die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung von Unternehmen und Behörden bietet Angreifern mehr Angriffsflächen.
Was das für KMU bedeutet
Für Schweizer KMU bedeutet dies, dass sie ihre Cybersicherheit kontinuierlich überprüfen und verbessern müssen. Investitionen in moderne Sicherheitslösungen und regelmässige Schulungen der Mitarbeiter sind essenziell, um sich vor den wachsenden Bedrohungen zu schützen.
Zahlen
- Meldungen im 3. Quartal
- 143
- Meldungen im Vorquartal
- 93
- Meldungen im September
- 63
Wissen zur Meldung
Die wichtigsten Fragen, Fachbegriffe und Stichworte – kurz erklärt.
Fragen und Antworten
Wie stark betrifft Sie die Zunahme von Cyberangriffen?
Wir sind stark betroffen und müssen unsere Sicherheitsmassnahmen anpassen.
Begriffe
- Künstliche Intelligenz (KI)
- Technologie, die maschinelles Lernen und automatisierte Entscheidungsfindung ermöglicht.
- Cybersicherheit
- Schutz von Computersystemen und Netzwerken vor digitalen Angriffen.
- Kritische Infrastrukturen
- Systeme und Einrichtungen, die für die Grundversorgung und Sicherheit einer Gesellschaft essenziell sind.
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